Russland (Flora und Fauna)

Aus Länder-Lexikon.de

Auf Grund der großen Ausdehnung des Landes und der daraus resultierenden klimatischen Unterschiede finden sich verschiedenste Vegetationszonen. Die im Polarmeer liegenden arktischen Inselgruppen gehören zum größten Teil zur Region der polaren Kältewüsten und weisen keine oder nur sehr wenig Vegetation auf. Große Teile dieser Inseln sind über das ganze Jahr von Eis bedeckt. Im Norden Sibiriens herrscht von Kamtschatka bis zur Halbinsel Kola - auf einer Fläche, die fast zehnmal so groß ist wie Deutschland - Tundravegetation vor. An die Dauerfrostböden der Tundra, die von Zwergsträuchern, Heidekräutern, Moosen und Flechten bewachsen sind, schließt sich südlich die Taiga an. Das boreale Nadelwaldgebiet der Taiga umfasst eine Fläche von etwa elf Millionen km² - die 30fache Größe Deutschlands - und zählt zahlreiche Moore. Dem Taigagürtel folgt vor allem im europäischen Teil Russlands eine Zone, die von Laubwäldern geprägt ist. Der Mischwald geht im asiatischen Teil nach Süden zuerst in Wiesen- und Waldsteppen, im unteren Altai in Gebirgstrockensteppen über. Es folgen waldfreie Wiesen und Schwarzerdesteppen sowie Kurzgrastrockensteppen, an die im äußersten Südosten des Landes Halbwüsten und Wüsten angrenzen.

Ebenso wie die Flora ist die Fauna Russlands von einer großen Vielfalt geprägt. An der Nordküste des Polarmeers, in dem Beluga-Wale leben, finden sich Polarbären, Walrosse und Robben sowie verschiedene Seevögel. In der Tundraregion leben Rentiere, die auch von der einheimischen Bevölkerung gezüchtet werden. In freier Wildbahn finden sich Polarfüchse, Biber, Lemminge und Schnee-Eulen. Die weitläufigen Wälder der Taiga sind Heimat von zahlreichen Felltieren, darunter Eichhörnchen, Zobel, Marder, Fuchs und Vielfraß. Aber auch Elche, Bären, Wölfe sowie - weiter südlich - Hirsche und Nerze leben hier. Die Steppenregionen Asiens bieten einen idealen Lebensraum für Hamster, Ziesel und Murmeltiere. In den Regionen um Wolga, Don und Ural finden sich vereinzelt noch Desmane (Südrussische Bisamrüssler), eine Maulwurfsart, die vom Aussterben bedroht ist. In den fischreichen russischen Gewässern finden sich unter anderem Störe und Lachse. Die der Familie der Makrelenfische zugehörigen Fächerfische bewohnen die Gewässer Nordostsibiriens. Im Baikalsee leben so genannte Ölfische - fetthaltige Knochenfische, die schuppenlos und durchscheinend sind. Die Tierwelt im Bereich des Kaukasus ist mediterran geprägt und umfasst unter anderem Luchse und Echsen. In ganz Russland sind Falken, Adler und Kraniche anzutreffen. Eine Besonderheit sind die Baikal-Ringrobben im gleichnamigen See und die in den Gewässern der Finnischen Seenplatte lebenden Saimaa-Robben, die einzigen im Süßwasser lebenden Robbenarten weltweit.


Länder-TV