São Tomé und Príncipe

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    Geographie

    Die Demokratische Republik besteht aus den zwei Hauptinseln São Tomé (836 km²) und Príncipe (128 km²) und mehreren kleinen Inseln, die im Golf von Guinea ca. 300 km vor der Küste von Äquatorial-Guinea und Gabun liegen. Die São Tomé vorgelagerte kleine Insel "Das Rolas" liegt exakt in Höhe des Äquators. Mit insgesamt 1 001 km² (das entspricht etwa der Größe von Berlin) ist São Tomé und Príncipe eines der kleinsten afrikanischen Länder.

    Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und ragen schroff aus dem Meer auf. Die höchste Erhebung mit 2 024 m ist der Pic São Tomé auf der gleichnamigen Insel. Die Landschaft auf beiden Inseln ist geprägt durch steile Gebirgshänge mit dichtem Regenwald und zahlreichen Wasserfällen. Príncipe befindet sich rund 140 km nördlich von São Tomé, hier erreichen die Berge Höhen bis maximal 948 m über dem Meeresspiegel.

    Die Hauptstadt São Tomé liegt im Nordosten auf der gleichnamigen Insel.

    Klima

    Durch die äquatoriale Lage des Inselstaates herrscht tropisches Klima mit nur geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen und hoher Luftfeuchtigkeit. Die Durchschnittstemperatur beträgt 26 °C, die Maximalwerte liegen bei ca. 35 °C. In den Höhenlagen können bis maximal 6 000 mm Niederschläge fallen, in den tiefer gelegenen Regionen sind es durchschnittlich 1 000 mm jährlich. Prinzipiell fallen auf den windzugewandten Seiten der Inseln (Südwesten, Luvseite) mehr Niederschläge.

    Flora und Fauna

    Auf den beiden Inseln dominiert primärer Regenwald mit über 800 Pflanzenarten, davon sind rund 120 endemische Arten. Teile des Regenwaldes wurden von den portugiesischen Kolonialherren zur Anlage von Plantagen gerodet. Im Nordosten der Inseln (Windschattenseiten) findet sich Feuchtsavanne mit lichtem Baumbestand und Sträuchern.

    Die Tierwelt auf den Inseln weist vor allem eine artenreiche Vogelwelt (z.B. Kraniche, Reiher, Marabus) und zahlreiche Frösche, Schlangen und Chamäleons auf, während Säugetiere fast ganz fehlen. Auf der Insel Príncipe befindet sich der Nationalpark Obo als Schutzgebiet für Flora und Fauna mit großen Beständen des afrikanischen Graupapageis.

    Bevölkerung

    Rund 157 000 Menschen leben im Inselstaat São Tomé und Príncipe, knapp die Hälfte von ihnen in Städten bzw. Siedlungen. Die Hauptstadt São Tomé auf der gleichnamigen Insel hat rund 50 000 Einwohner. Die durchschnittliche Besiedlungsdichte beträgt 157 Einwohner pro Quadratkilometer.

    Die Bewohner der Inseln sind vorwiegend Nachkommen schwarzafrikanischer Sklaven (88 %), die meist Angehörige von Bantustämmen waren und sich selbst als "Forros" bezeichnen. Mulatten machen einen Anteil von rund 10 % an der Gesamtbevölkerung aus, weiter lebt hier eine kleine portugiesische Minderheit. Amtssprache ist Portugiesisch, als Umgangssprache wird auch kreolisch (Creol), eine Mischung aus Portugiesisch und afrikanischen Sprachen gesprochen.

    Fast alle Bewohner der Inseln sind Christen, über 80 % gehören der katholischen Kirche an, Protestanten sind eine Minderheit.

    Bereits zur Zeit der portugiesischen Kolonialherrschaft gab es eine Art Gesundheitssystem für die Arbeiter auf den Plantagen, auf São Tomé und Príncipe lag die durchschnittliche Lebenserwartung daher oft höher als in anderen afrikanischen Ländern (heute rund 67 Jahre). Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Die Rate für das Bevölkerungswachstum liegt derzeit bei 1,6 %. Etwa 80 % der Bevölkerung können lesen und schreiben.

    Politisches System

    Gemäß der Verfassung von 1990 ist der Inselstaat São Tomé und Príncipe eine Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt ist der für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählte Staatspräsident (Manuel Pinto da Costa, seit September 2011), der zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Er kann einmal wiedergewählt werden. Der Ministerpräsident als Chef der Regierung (Gabriel Arcanjo da Costa, seit Dezember 2012) wird von der Nationalversammlung gewählt und vom Staatspräsidenten ernannt.

    Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung (Assembléia Nacional) mit 55 Sitzen. Die Abgeordneten werden vom Volk direkt für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt.

    Das Rechtssystem basiert auf dem portugiesischen.

    São Tomé und Príncipe ist in zwei Provinzen (die beiden Hauptinseln) gegliedert, diese wiederum in sieben Distrikte. Seit 1995 hat Príncipe ein eigenes Regionalparlament.

    Wirtschaft

    Die Wirtschaft des Inselstaats São Tomé und Príncipe ist von der Produktion und dem Export von Kakao abhängig. Die Kakaopflanze wird auf 80 % der verfügbaren Anbauflächen kultiviert und erzielt fast 90 % der gesamten Exporterlöse. Die Staatsführung bemüht sich um eine Diversifizierung der Wirtschaft. Hoffnungsträger sind der Fremdenverkehr, die Verpachtung von Fischereirechten und nicht zuletzt die Ölvorkommen im Golf von Guinea. Die grundlegenden Probleme aber bestehen bisher weiter: Eine auf einem einzigen Exportprodukt basierende Ökonomie, große Armut (54 %) unter der schlecht ausgebildeten Bevölkerung und eine hohe Inflationsrate. Das Land ist nach wie vor von internationaler Hilfe abhängig.

    Der Agrarsektor beschäftigt in Form der Subsistenzwirtschaft die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung. Neben Kakao werden noch Kaffee, Ölpalmen, Bananen und Ananas für den Export kultiviert. Für den Eigenbedarf werden Jams, Süßkartoffeln und Maniok angebaut. Die Gewässer um die Inseln sind sehr fischreich, die Fischerei hat bedeutenden Anteil an der Versorgung der Bevölkerung. Ein Großteil der Nahrungsmittel muss importiert werden.

    Die Industrie auf São Tomé und Príncipe ist kaum entwickelt, in einigen kleinen Betrieben werden Lebensmittel verarbeitet und Textilien und Holzprodukte hergestellt; auch die Bierherstellung ist ein Industriezweig. Als wichtiger Rohstoff könnten sich die Erdölvorkommen im Golf von Guinea herausstellen, über deren Nutzung sich São Tomé und Príncipe mit Nigeria in einem Abkommen im Januar 2002 einigten.

    Wichtigste Handelspartner bei der Einfuhr von Waren (Nahrungsmittel, Maschinen, Brennstoffe) sind Portugal und Angola, beim Export (Kakao, Kaffee, Palmöl) sind es die Niederlande.

    Das Straßennetz umfasst ca. 380 km, davon sind etwa 250 km asphaltiert. Der Flughafen in der Hauptstadt Sâo Tomé wird von internationalen Fluglinien angeflogen.

    Währung ist der Dobra (= 100 Cêntimos), wobei der US-Dollar im Wirtschaftsgeschehen der Inseln eine große Rolle spielt.


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    República Democrática de

    São Tomé e Príncipe

    Amtssprache

    Portugiesisch

    Hauptstadt

    São Tomé

    Staatsform Präsidiale Demokratie
    Fläche 1.001 km²
    Einwohner 157.000
    Währung Dobra
    Zeitzone UTC
    KFZ-Kennzeichen STP
    Internet-TLD .st
    Telefonvorwahl 00239