Südsudan

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Inhaltsverzeichnis

Geographie

Nachdem der Süden des Sudan von 2005 bis 2011 bereits Autonomie-Status innerhalb des Sudan erlangt hatte, erklärte er am 9. Juli 2011 als Republik Südsudan seine Unabhängigkeit. Mit einer Größe von etwa 620 000 km², ungefähr ein Drittel der Fläche des früheren Sudan, grenzt der neue Staat im Norden an den Sudan, im Westen an die Zentralafrikanische Republik, im Süden an Uganda, die Demokratische Republik Kongo und Kenia und im Osten an Äthiopien.

Im Norden des Südsudans finden sich Savannen und Trockenwälder, im Süden wird das Land begrenzt durch die Asande- und die Zentralafrikanische Schwelle. Im südlichen Grenzbereich zu Uganda liegt auch der höchste Berg des Landes (Kinyeti 3 187 m). Im Süden des Landes findet sich das große Sumpf- und Überschwemmungsgebiet des Sudd, das aus zahllosen Wasserläufen des Nils und seiner Nebenflüsse und aus oft undurchdringlicher Vegetation besteht.

Klima

Der Südsudan ist geprägt von tropischem Klima, das hohe Temperaturen und viel Regen mit sich bringt. Die Regenzeit fällt auf April bis November, der Großteil der durchschnittlich 1 000 mm Niederschlag pro Jahr fällt in diesen Monaten.

Die Temperaturen liegen im Südsudan tagsüber stets über 30 °C, selbst nachts fallen sie kaum unter 20 °C. Mit 35-37 °C ist es in den Monaten November bis Februar am heißesten.

Flora und Fauna

Der Südsudan unterscheidet sich stark von dem durch Wüste geprägten Sudan im Norden. Im Norden und Zentrum des Südsudans herrschen fruchtbare Böden vor, auf denen sich Savannen und Trockenwälder finden. Zur Fauna des Südsudan gehören neben Löwen, Hyänen und Leoparden vor allem Gazellen, Giraffen, Strauße, Büffel und Elefanten. Ihr Bestand ist rückläufig. Zwei Nationalparks und Reservate sollen ihn sichern.

Die fruchtbarste Zone des Landes findet sich im Süden in den Überschwemmungsgebieten des Sudd. Hier wachsen Papyrus, Schilfgräser, Hyazinthengewächse und viele verschiedene Sumpfpflanzen, auch finden sich Reste tropischer Regenwälder mit Mahagonibäumen. In den Flussläufen leben zudem Krokodile und Flusspferde sowie zahlreiche Wasservögel. Die Nilsumpfgebiete des Sudd sind äußerst reich an Fisch, der die Lebensgrundlage der dortigen Bevölkerung bildet.

Geschichte

Um den seit mehr als 20 Jahre andauernden Bürgerkrieg zu beenden, wurde 2005 ein Friedensabkommen unterzeichnet, durch das dem Südsudan bereits Autonomie-Status innerhalb des Sudans gewährt wurde. Ebenfalls in diesem Friedensabkommen geregelt wurde ein Referendum zur Unabhängigkeit des Südsudan, das im Januar 2011 abgehalten und von 99 % der Südsudanesen angenommen wurde. Daraufhin erlangte der Südsudan am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit.

Siehe auch: Geschichte Sudans

Bevölkerung

Schätzungen zufolge leben gut acht Millionen Einwohner im Südsudan, das entspricht in etwa einem Viertel der Bevölkerung des ehemaligen Gesamt-Sudans. Bildung und gesundheitlicher Zustand der südsudanesischen Bevölkerung gelten allgemein als schlecht, fast drei Viertel der Bevölkerung sind Analphabeten, ein Viertel unterernährt.

Der Südsudan ist, im Gegensatz zum islamischen Sudan, hauptsächlich christlich geprägt. Von den etwa acht Millionen Einwohnern sind knapp über drei Millionen Katholiken bzw. Anglikaner. Danebern finden sich noch viele Anhänger lokaler Stammes- oder Naturreligionen.

Die Bevölkerung des Südsudan bildet sich aus einer Vielzahl heterogener Volksstämme, die wichtigsten sind Dinka, Nuba, Beja, Nuer sowie Azande, Fur, und Kawahla.

Politisches System

Der Südsudan hat sich am 9. Juli 2011 als republikanische, präsidentielle Demokratie für unabhängig erklärt. Die Verfassung stellt eine Übergangsverfassung dar. Präsident des Südsudan ist Salva Kiir Mayardit (seit Juli 2001), der seit 2005 bereits Vizepräsident der Regierung der Nationalen Einheit unter Sudans Präsident Omar Hassan Ahmad al-Baschir war. Der Präsident wird alle fünf Jahre direkt vom Volk gewählt. Das Parlament besteht aus 170 Mitgliedern.

Das Rechtssystem des basiert, anders als das islamische Scharia-Recht des Sudan, auf dem britischen Common Law.

Die Verwaltungsstruktur des Sudans wurde beibehalten, der Südsudan unterteilt sich in zehn der ehemals 26 Bundesstaaten des früheren Gesamt-Sudans.

Wirtschaft

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, die für den Großteil der Arbeitsplätze im Südsudan verantwortlich ist. Durch den jahrelangen Bürgerkrieg sind allerdings weite Teile der eigentlich fruchtbaren Böden nicht bewirtschaftet, was zu Hungersnöten und Armut innerhalb der Bevölkerung führt. Die zurückkehrenden Flüchtlinge verschärfen dieses Problem.

Haupteinnahmequelle des Südsudan stellt der Export von Öl dar. Etwa drei Viertel aller ehemalig sudanesischen Ölquellen liegen seit der Unabhängigkeit auf südsudanesischem Staatsgebiet. Für den Export des Öls ist allerdings dessen Transport über Pipelines des Sudans zum Roten Meer nötig. Im Februar 2012 stellte der Südsudan seine Erölproduktion völlig ein. Begründung sind zu hohe Transitgebühren des Sudans. Dies brachte die Staatseinnahmen beider Länder zum Einbruch.

Die Eisenbahnverbindung zwischen Wau und Khartum wurde 2010 wieder eröffnet. Das Straßennetz ist überwiegend unbefestigt. Internationale Flughäfen gibt es in Juba und Malakal.

Währung ist das südsudanesische Pfund.


Flagge südsudan.jpg Datei:WappenSüdsudan.svg
Amtssprache

Englisch

Hauptstadt

Juba

Staatsform Präsidialrepublik
Fläche 620.000 km²
Einwohner 8.270.000
Währung Sudanesisches Pfund
Zeitzone UTC+3
KFZ-Kennzeichen SUD
Internet-TLD .sd
Telefonvorwahl 00249