Salomonen Geschichte

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    Entdeckung durch die Europäer

    Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung der Salomonen-Inseln bereits im 2. Jahrtausend v.Chr. hin. Vermutlich handelte es sich um dunkelhäutige Jäger und Sammler, die ursprünglich aus Neuguinea stammten.

    1568 entdeckte der spanische Seefahrer Álvaro de Mendaña de Neyra die Inselgruppe östlich von Neuguinea und benannte sie nach dem von ihm erhofften Reichtum an Gold und Silber "Salomonen" nach der biblischen Gestalt des König Salomon. Als sich diese Hoffnungen nicht erfüllten und die ansässigen Stämme sich als kriegerisch erwiesen, zogen sich die Spanier wieder von den Inseln zurück. Deren genaue Erkundung fand erst im 18. Jh. durch den französischen Forscher Louis Antoine de Bougainville statt, der 1768 auf die Inseln kam. Ihm folgten europäische Kaufleute und Siedler. Missionare begannen mit der Christianisierung der Volksstämme.

    Die Europäer begannen mit der Abholzung der wertvollen Edelbäume. Ab der Mitte des 19. Jh.s wurden zahllose Eingeborene durch Sklavenhändler nach Australien verschleppt, schätzungsweise rund 30 000 Menschen bis zum Anfang des 20. Jh.s.

    Ende des 19. Jh.s bemühten sich die beiden Kolonialmächte Großbritannien und Deutschland um die Vorherrschaft auf den Salomonen. Zwischen 1890 und 1899 wurden die Inseln aufgeteilt: Buka und Bougainville im Norden wurden der deutschen Kolonie Deutsch-Neuguinea angegliedert, die restlichen Inseln wurden britisches Protektoratsgebiet.

    Nach dem Ersten Weltkrieg und der Niederlage Deutschlands wurden die Inseln Buka und Bougainville ebenso wie die anderen deutschen Südsee-Kolonien (Nordost-Neuguinea, Bismarck-Archipel, Nauru) unter die Aufsicht des Völkerbundes gestellt. Australien übernahm die Verwaltung des Mandatsgebiets.

    Der Zweite Weltkrieg und die Folgezeit

    Im Rahmen des Zweiten Weltkriegs besetzten japanische Truppen einige der Salomonen, unter anderem die größte Insel, Guadalcanal. Zwischen den japanischen und den US-amerikanischen Streitkräften entbrannten ab August 1942 heftige Kämpfe, die mit der Eroberung der Inseln durch die USA endeten. Erneut übernahm Großbritannien die Verwaltung mit Honiara als neuem Zentrum (die bisherige Hauptstadt Tulaghi war durch die Kämpfe vollkommen zerstört worden). Die Inseln Buka und Bougainville blieben weiterhin australisches Mandatsgebiet, bevor sie 1975 an Papua-Neuguinea angegliedert wurden.

    Schrittweise wurden die Salomonen von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen: 1960 trat eine eigene Verfassung in Kraft, 1976 wurde die innere Autonomie gewährt, und am 7. Juli 1978 erlangten die Salomonen als konstitutionelle Monarchie innerhalb des britischen Commonwealth of Nations ihre Unabhängigkeit. Damit blieb die britische Monarchin Elisabeth II. das Staatsoberhaupt der Inseln und wurde vor Ort von einem Generalgouverneur vertreten. Premierminister und damit Regierungschef des Landes wurde Peter Kenilorea (bis 1981, 1984-86).

    Die Entwicklung seit 1990

    In den 1990er Jahren kam es zu Konflikten mit Papua-Neuguinea, das der Regierung der Salomonen vorwarf, den Unabhängigkeitskampf auf der Insel Bougainville zu unterstützen. Dort verwehrte sich die Bevölkerung nach wie vor gegen die 1975 vollzogene Angliederung an Papua-Neuguinea, der Widerstand wurde vor allem von der "Bougainville Revolutionary Party" und deren Anhängern getragen.

    1997 wurde Bartholomew Ulufa'alu neuer Premierminister der Salomonen. Ihm gelang es, die hohe Auslandsverschuldung der Staates zu senken. Auch weiterhin bleibt der Inselstaat jedoch auf ausländische Entwicklungshilfe angewiesen.

    Ende der 1990er Jahre kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der einheimischen Bevölkerung auf der Hauptinsel Guadalcanal und Einwanderern von der überbevölkerten Nachbarinsel Malaita. Diese hatten sich auf Guadalcanal vielerorts niedergelassen, ohne dabei das traditionelle Bodenrecht der Melanesier zu berücksichtigen. Daraufhin hatte sich auf der Insel eine eigene Miliz gebildet (Isatabu Freedom Movement, IFM), die die Malaitaner wieder vertreiben wollte. Von den Einwanderern wurde daraufhin die "Malaita Eagle Force" (MEF) gegründet. Aufgrund der anhaltenden Kämpfe rief Regierungschef Bartholomew Ulufa'alu den Notstand aus und bat Australien um Unterstützung, die von der australischen Regierung jedoch verweigert wurde. Im Juli 1999 wurde zwischen den beiden Konfliktparteien zwar ein Friedensabkommen unterzeichnet, doch die Kampfhandlungen gingen weiter. Im Juni 2000 wurde Ulufa'alu von Anhängern der "Malaita Eagle Force" als Geisel genommen und erst freigelassen, nachdem er sich zum Rücktritt bereit erklärt hatte. Erneute Ausschreitungen zwischen bewaffneten Gruppen aus Guadalcanal und Malaita führten dazu, dass sich im Oktober 2000 Neuseeland und Australien um ein Friedensabkommen bemühten, das von den Konfliktparteien auch unterzeichnet wurde (Abkommen von Townsville). Dabei verpflichteten sich diese zur Abgabe ihrer Waffen und zur Rückkehr in ihre jeweiligen Heimatprovinzen. Im Gegenzug versprach die Regierung der Salomonen eine Amnestie und Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen. Die Umsetzung des Friedensabkommens gelang jedoch nicht, die Waffenabgabe scheiterte. Die ausländischen Überwachungskräfte wurden schließlich 2002 abgezogen. Auf Bitte von Regierungschef Kemakeza kam es 2003 zu einer Intervention unter der Führung Australiens durch die multinationale Truppe RAMSI. Nun gelang die Entwaffnung der Milizen. Viele Justiz- und Verwaltungspositionen wurden mit Australiern besetzt, um das durch Korruption zerfressene Staatswesen wieder funktionstüchtig zu machen. Zahlreiche Korruptionsprozesse folgten.

    Regierungschef Sogavare, der im Mai 2006 gewählt worden war und in den Beziehungen zu Australien große Härte zeigte (dem RAMSI-Einsatz stand er sehr kritisch gegenüber; außerdem weigerte er sich, den in Australien wegen Vergewaltigung angeklagten Generalstaatsanwalt Julian Moti auszuliefern) wurde im Dezember 2007 durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Sein Nachfolger wurde David Derek Sikua. Unter seiner Regierung entspannten sich die Beziehungen zu Australien, unter anderem durch die Auslieferung Julian Motis an Australien im Dezember 2007. Um die Spannungen zwischen den Volksgruppen einzudämmen, wurde 2009 eine Kommission zur Aufarbeitung des Bürgerkriegskonflikts eingerichtet. Nach den Parlamentswahlen 2010 bestimmte das Parlament Danny Philip zum Regierungschef. Um einem Misstrauensvotum zuvorzukommen, trat er bereits im November 2011 wieder zurück. Sein Nachfolger im Amt wurde Gordon Darcy Lilo. Im Dezember 2014 wurde Manasseh Sogavare zum dritten Mal zum Premierminister gewählt.