Reiseführer Schweden

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    Schweden

    Die einsame Wildnis im Norden, die unzähligen Seen in der Mitte des Landes und die Stranddünen im Süden: Schwedens Natur ist einzigartig in ihrer Vielfältigkeit und bietet jede Menge Gelegenheit, sich sportlich zu betätigen. Wer weniger Lust auf Aktivurlaub hat, der kann in den schönen Städten Schwedens auf Entdeckungstour gehen.

    Sightseeing und Highlights

    Nationalparks, bezaubernde Städtchen, Sandstrände und schöne Natu: egal ob im Süden, im Norden oder in der Mitte des Landes, in Schweden kommt jeder auf seine Kosten. Ein besonderes Highlight ist natürlich die Hauptstadt Stockholm.

    Nordschweden

    Der Kebnekaise

    Gewaltige Bergmassive und endlose Wälder machen das wenig bevölkerte Nordschweden zu einer recht kargen Landschaft, die aber einige Geheimnisse birgt. Wer sich auf das Abenteuer Nordschweden einlässt, erlebt Natur in einer außergewöhnlichen Ursprünglichkeit. Hier ist Schweden geprägt von den Skanden, dem Skandinavischen Gebirge an der Grenze zu Norwegen. Bis über 2.000 Meter hoch sind die Berge, der höchste Berg Schwedens ist der Kebnekaise mit 2.117 Metern. Treriksröset, das Dreiländereck zwischen Schweden, Norwegen und Finnland, ist zugleich Schwedens nördlichster Punkt. Wer Natur liebt, für den ist Nordschweden das ideale Reiseziel. Hier kann man Klettern, Wandern, Wintersport ausüben oder Wildwasser-Raften. Etwas ausgefallener sind Hundeschlittenfahrten oder Rentiersafaris.

    Zwei besondere Naturereignisse, die es im Norden Schwedens zu bestaunen gibt, sind die Mitternachtssonne und das Nordlicht. Wer im Sommer nach Nordschweden kommt, für den geht die Sonne niemals unter. Ein bis zwei Monate im Jahr verschafft einem die Mitternachtssonne ein Gefühl der Zeitlosigkeit. Im Winter dagegen wird man für die ewige Finsternis mit dem Nordlicht entlohnt. Das Lichtspiel am Himmel entsteht durch elektrostatisch aufgeladene Teilchen, die von Sonnenstürmen angetrieben ins Magnetfeld der Erde geschleudert werden. Eine etwas einfachere Erklärung haben die Einwohner: Das Nordlicht sind Funken, die aus dem Fell riesiger Füchse sprühen. Eine andere Geschichte besagt, dass das Schauspiel von einem knisterndem Geräusch begleitet wird: dem Todesschrei eines Drachen.

    Lappland

    Elch in Schweden

    Lappland ist Europas letzte unberührte Wildnis, in der sich Bären, Elche, Vielfraße, Seeadler und der vom Aussterben bedrohte Polarfuchs wohl fühlen. In den vielen Nationalparks werden zum Teil Wildbeobachtungen angeboten. 1909 hatte Schweden als erstes europäisches Land Nationalparks eingerichtet, mittlerweile ist die Anzahl im ganzen Land auf 28 gewachsen. Der größte Nationalparks Schwedens und Europas ist mit 5.200 Quadratkilometern der Sarek Nationalpark. An die hundert Gletscher und die sechs höchsten Berge befinden sich dort. Wer den Park erkunden will, sollte allerdings ein erfahrener Trekker sein. In der unberührten Wildnis gibt es keine gekennzeichneten Wege oder Annehmlichkeiten wie Hütten. Dafür kann man hier die Abgeschiedenheit in der atemberaubenden Natur uneingeschränkt genießen.

    Lappland ist zudem Heimat der Sami, der Urbevölkerung der Region. Inzwischen sind die 17.000 in Schweden lebenden modernen Samen sesshaft, früher führten sie ein Nomadenleben. Noch heute sind viele Samen Rentierzüchter und treiben ihre Herden von den Sommerweiden in den Wäldern im Winter ins Gebirge. Früher geschah dies mit Hundeschlitten, heute benutzen die Züchter motorisierte Gefährte wie Schneescooter. Um die Geschichte der Sami kennen zu lernen, lohnt sich der Besuch eines Sami-Dorfes.

    Mittelschweden

    Der königliche Palast in Stockholm

    Das Herz Mittelschwedens ist die Hauptstadt Stockholm. Neben der Großstadt an der Ostsee sind auch Uppsala, die wichtigste Universitätsstadt Schwedens, und Sigtuna, die als älteste Kleinstadt Schwedens gilt, einen Ausflug wert. Doch auch andere Städte haben ihren Reiz, zudem gibt es viele Schlösser und Gutshäuser zu bestaunen.

    Für Naturfreunde hält Mittelschweden eine beeindruckende Seenlandschaft bereit. Die beiden größten Seen in der mittelschwedischen Senke sind der Vänersee und der Vättersee. Am Mälar-See ist das Schloss Gripsholm eine Besichtigung wert. Auf der Insel Björkö im See befindet sich die Wikingersiedlung Birka. Um den Siljan-See in Dalarna reihen sich zahreiche bezaubernde kleine Städtchen.

    Wer Schweden von seiner traditionellen Seite kennen lernen will, der ist in den Regionen Dalarna und Värmland genau richtig. Hier finden sich die typischen Postkartenmotive mit den roten Holzhäusern zwischen grünen Hügeln. Das typische ″Falunrot″ stammt aus Eisenpigmenten aus der Kupfergrube von Falun, die sich im Norden der Region befindet. Zu festlichen Anlässen werden vielerorts die Volkstrachten getragen, der Mittsommer wird mit dem Tanz um den Maibaum gefeiert.

    Mittelschweden eignet sich nicht nur für Städtebesichtigungen, sondern bietet auch Gelegenheit für sportliche Aktivitäten wie Wandern, Mountainbiking oder Wintersport. An den zahlreichen Seen können Bootsausflüge unternommen werden. Als Alternative kann man sein Glück beim Angeln von Lachs und Forelle versuchen. Die zahlreichen meist unbewohnten Inseln an der Ostküste, die Schären, können bei einer Boots- oder Segeltour erkundet werden.

    Südschweden

    80 Prozent der Bevölkerung leben im milden Süden des Landes. Die leicht hügelige Landschaft, die grünen Felder und Wälder und natürlich die Strände und Dünen am Meer sind ideal für einen Sommerurlaub. Für ihre kilometerlangen weißen Sandstrände sind die Gebiete Skåne und Halland bekannt. Abwechslung bieten exklusive Strandorte wie Skanör und Falsterbo und die vielen Luftschlösschen und Herrensitze mit ihren Gärten.

    Leuchtturm bei ruhiger See

    Im Westen sind die felsige Küste mit ihren Klippen ein wahres Paradies für Bootsurlauber. Besonderen Charme haben auch die vielen kleinen Küstenstädte und Fischerdörfer. Die Westküste ist sehr dicht bevölkert, hier gibt es viele Städte wie die Hafenstadt Helsingborg, Landskrona, die Universitätsstadt Lund oder Malmö zu besichtigen. Malmö ist Schwedens drittgrößte Stadt und über die Öresundbrücke mit der dänischen Hauptstadt Kopenhagen verbunden.

    Gotland und Öland sind die beiden großen Inseln an der Ostküste, die mit ihren Stränden und einsamen Buchten vor allem bei einheimischen Urlaubern sehr beliebt sind. Neben einzigartigen Landschaften warten die Kalksteininseln mit alten historischen Stätten auf. Öland ist von der Stadt Kalmar aus über eine Brücke erreichbar. Auf dem Kalksteinplateau Alvaret im Süden wachsen seltene Pflanzen und Orchideenarten.

    Herz der Insel Gotland ist die mittelalterliche Handelsstadt Visby. Mit ihren gepflasterten Straßen, den alten Stein- und Holzhäusern und der Stadtmauer wurde sie in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgennommen. Die felsige Küste an der Südspitze Sudret mit den vielen Windmühlen bildet einen Gegensatz zum fruchtbaren Ackerland im Inneren der Insel, auf dem sich die Gotland-Schafe tummeln. Alte Steinruinen und Kirchen machen die Landschaft zu einem romantischen Fotomotiv. Vor allem im Norden auf der Insel Fårö sind die so genannten Rauken zu bewundern, bizarre Figuren aus Stein, die Wind und Wetter aus den Felsen gestaltet haben.

    Schloss Kalmar in Småland

    Der Süden ist ideal für einen Sommerurlaub für Familien. An der Ostsee mit ihren Sandstränden kann gebadet werden. Die Entfernungen sind, anders als im Norden des Landes, überschaubar, so dass sich Radtouren anbieten. In Skåne gibt es auch viele Golfplätze. Vögel kann man unter anderem auf Gotland beobachten.

    Die Hauptstadt Stockholm

    Stockholm

    Skandinaviens größte Stadt, Stockholm, ist auch eine der schönsten. Das Gebiet der über 700 Jahre alten Stadt erstreckt sich dabei auf sagenhaften vierzehn Inseln! Das Herz Stockholms ist die Altstadt, die Gamla Stan. Hier befindet sich das Königliche Schloss, in dem man die Museen sowie die Schatz- und Rüstkammern besuchen oder die Wachen bei der Ablösung beobachten kann. Außerdem ist in der Altstadt das Nobelmuseum und das Haus der Ritter.

    Im Osten der Stadt befindet sich die Parkinsel Djurgården. Hier kann man nicht nur einen Spaziergang genießen, sondern auch verschiedene Museen besuchen. Im Freilichtmuseum Skansen befinden sich 160 Gebäude aus allen Gegenden des Landes, die das Leben der letzten 200 Jahre abbilden. Das Vasamuseum ist um das berühmte Kriegsschiff Vasa herum gebaut, das vor 1628 im Mälaren-See vor Stockholm sank. Über nordische Kultur und Geschichte informiert das Nordische Museum.

    Auch Kunstliebhaber kommen in Stockholm auf ihre Kosten: Im Modernen Museum ist zeitgenössische Kunst und Pop Art ausgestellt, im Nationalmuseum können Werke von berühmten Künstlern wie Rubens, Goya oder Gauguin bestaunt werden. Ein besonderes Erlebnis für Kinder ist ein Besuch des Naturkundemuseums in der Nähe der Universität. In der Kuppel des Cosmonova werden Kinofilme besonders real.

    Am besten erkundet man die Stadt zu Fuß, um selbst einen Eindruck von der Großstadt zu bekommen. Stockholm von einer anderen Seite erlebt man bei einer Bootsfahrt im Mälaren-See oder im Stockholmer Schärengarten, den zahlreichen Inseln vor der Stadt.

    Tradition und Kultur

    Die Schweden finden das ganze Jahr über Gründe zum Feiern und pflegen dabei ihre alten Traditionen. Die schwedische Küche bietet vor allem ländliche Hausmannskost und einige Besonderheiten wie Stockfisch oder Surströmming.

    Feiertage und Feste

    Neben den traditionellen kirchlichen Feiertagen gibt es in Schweden einige besondere Feste. Am 13. Januar wird beispielsweise mit Fest Knut das Ende der Weihnachtszeit gefeiert, der Weihnachtsbaum wird abgeschmückt und aus dem Haus befördert. An Ostern kommt nicht der Osterhase, sondern die Kinder ziehen als Osterhexen verkleidet umher und sammeln für sich Süßigkeiten und Geld. Am 30. April wird die Walpurgisnacht gefeiert, bei der an einem Lagerfeuer Frühlingslieder gesungen werden.

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    Der Nationalfeiertag am 6. Juni wird auch Flaggentag genannt. Aber auch an anderen Feiertagen und an Geburtstagen von Mitgliedern der Königsfamilie wird die blau-gelbe Flagge gehisst. Das größte schwedische Fest ist aber Mittsommer und wird immer an einem Wochenende um den 24. Juni gefeiert. Mittsommer ist ein großes Fest im Freien, bei dem ausgiebig gegessen und getrunken und um einen Maibaum getanzt wird.

    Eine weitere Besonderheit Schwedens ist das Luciafest zu Ehren der Lichterkönigin. Am 13. Dezember verkleidet sich die älteste Tochter der Familie mit weißen Gewändern und Lichtern auf dem Kopf als Luciabraut. In den Morgenstunden ziehen die Mädchen so durch Straßen und singen Lieder. Begleitet werden sie von jungen Männern, den Sternjungen. Das Hefegebäck Lussekatter ist von diesem Tag an nicht mehr von der Weihnachtszeit wegzudenken.

    Kulinarische Genüsse

    Die schwedische Küche bietet vor allem ländliche Hausmannskost. Dazu gehören hauptsächlich Fisch und Wild (Rentier- und Elchfleisch), Beeren und Pilze. Die langen Winter haben die Schweden einfallsreich werden lassen, was die Haltbarmachung von Lebensmitteln betrifft: Neben eingemachter Marmelade und dem berühmten Knäckebrot werden Fleisch und Fisch auf verschiedenste Arten konserviert. Stockfisch wird zum Trocknen im Freien aufgehängt, Surströmming ist in Konservendosen gegärter Fisch, der nach dem Öffnen der von den Faulgasen ausgebeulten Dose erst einmal einen üblen Gestank verbreitet. Außerdem sind die Schweden leidenschaftliche Kaffeetrinker, mehrmals am Tag wird eine fika eingehalten, eine Kaffeepause.

    Beste Reisezeit

    Das Klima ist trotz der nördlichen Lage wegen des Einflusses des Golfstromes mild. Im Süden gibt es viel Niederschlag bei geringen Temperaturunterschieden, im Sommer wird es bis zu 30 Grad warm, ideale Temperaturen also für einen Badeurlaub an Schwedens Stränden. Im rauen Norden des Landes hingegen fallen die Temperaturen im Winter weit unter Null, ein Winterurlaub im Norden ist also nur etwas für hartgesottene Schnee-Liebhaber.

    Praktische Hinweise und Vorbereitung

    Hier finden Sie nützliche Tipps und Hinweise für Ihre Reise nach Schweden, damit Ihr Urlaub reibungslos und entspannt verlaufen kann.

    Unterkünfte

    Die Unterkunft in Ferienhäusern ist für viele obligatorisch bei einem Schwedenurlaub. Es gibt jedoch auch viele schöne Campingplätze, Jugendherbergen und natürlich Hotels und Pensionen.

    Das Jedermannsrecht

    In Schweden gilt das sogenannte Jedermannsrecht. Dieses Recht besagt, dass jeder sich frei in der Natur bewegen kann. Das Pflücken von Blumen und Beeren ist erlaubt, Camper dürfen überall ihre Zelte aufschlagen. Dies alles gilt allerdings nur, solange die Natur oder Menschen nicht zu Schaden kommen. Das Hinterlassen von Abfall sollte also in jedem Fall vermieden werden. Zum Jedermannsrecht zählt zudem nicht die Jagd oder das Fangen von Tieren.

    Verkehr

    Autobahnen in gutem Zustand und kaum befahren. Das schwedische Schienennetz ist sehr zuverlässig und gut ausgebaut. Speziell für lange Reisen in den Norden des Landes ist der Zug das beste Verkehrsmittel. Fliegen ist aufgrund der vielen regionalen Flughäfen eine schnelle Alternative. Die vielen Seen und Inseln sind am besten mit Booten oder Fähren zu überqueren bzw. zu kreuzen. Überlandbusse sind preisgünstig.

    Reisen mit Kindern

    Schweden gilt als sehr kinderfreundliches Land. Das Angebot für Familien mit Kindern ist sehr groß, fast alle Freizeitangebote sind auf die Bedürfnisse von Familien abgestimmt und bieten Unterhaltung für die Kleinen. Zudem gibt es viele Tierparks wie den Skåne Zoo oder Freizeitparks wie die Astrid Lindgren-Welt in der Heimatstadt der berühmten Autorin, Vimmerby im Småland.

    Geld

    Bezahlt wird mit der schwedischen Krone.

    Medizinische Versorgung

    Das schwedische Gesundheitssystem ist sehr gut ausgebaut. Aufgrund des Sozialversicherungsabkommens der EU-Länder ist Touristen die gleiche Behandlung wie Einheimischen garantiert. Für die Deckung der Kosten eines Arzt- oder Krankenhausbesuches (ungefähr zwischen 10 und 30 Euro) ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung zu empfehlen.

    Öffnungszeiten

    Geschäfte sind wochentags meist von 9.00-18.00 Uhr geöffnet, Warenhäuser teilweise bis 20.00/22.00 Uhr. An Samstagen öffnen die Geschäfte bis 14.00/16.00 Uhr, Warenhäuser haben auch sonntags von 12.00-16.00 Uhr auf.

    Nützliche Links