Seoul

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    Die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt von Südkorea hat etwa 10,1 Millionen Einwohner. Sie stellt das Zentrum der Metropolregion Sudogwon dar, zu diesem Ballungsraum gehören u.a. die Millionenstädte Incheon und Suwon. Hier leben ca. 25,4 Millionen Menschen. Damit lebt etwa die Hälfte aller Südkoreaner in der Stadt Seoul oder in deren Satellitenstädten. Sudogwon ist nach Tokio-Yokohama der zweitgrößte Ballungsraum der Welt.

    Seoul ist im Nordwesten von Südkorea gelegen, in Grenznähe zu Nordkorea, am Fluss Hangang. Die Stadtmitte wird von zahlreichen Bergen umgeben. Auch aus der Stadtmitte selbst erhebt sich der Namsan.

    Gyeonbokgung-Palast in Seoul

    Die Stadt ist das Finanz-, Kultur- und Bildungszentrum von Südkorea. Sie ist katholischer Erzbischofssitz und beherbergt fünf Universitäten, ferner Hochschulen, Akademien und Colleges. Auf Grund der Dezentralisierungspolitik hat Seoul seine Stellung als bedeutendster Industriestandort des Landes eingebüßt, im Dienstleistungssektor seine Vorrangstellung jedoch unverändert beibehalten. Fast alle großen Konzerne, Banken, Handelsunternehmen und Versicherungsgesellschaften Südkoreas haben ihren Hauptsitz in Seoul. Wichtige Industriesparten sind der Maschinen-, Fahrzeug- und Gerätebau, Textil-, Metall-, elektrotechnische, elektronische, chemische u. a. Industrie; außerdem zahlreiche Druckereien und Verlage. Der Verkehrsknotenpunkt Seoul verfügt über einen internationalen Flughafen (Incheon International Airport) und einen nationalen Flughafen (Gimpo), außerdem über zwei große Bahnstationen.

    1988 war Seoul Austragungsort der Olympischen Sommerspiele.

    Kunst und Kultur

    Seoul ist ein Zentrum alter koreanischer Kultur. Der Jongmyo-Schrein der königlichen Ahnenverehrung ist seit 1995 UNESCO-Weltkulturerbe. Erwähnenswert sind die buddhistischen Tempel Jogyesa und Bongwonsa. Fünf Paläste in Seoul, wie der Gyeongbokgung, stammen aus der Joseon-Dynastie, die im 14. Jahrhundert gegründet wurde. Beeindruckend ist auch der Changdeokgung-Palast, der vor allem wegen des "Secret Garden" sehr beliebt ist. Er gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Audienzhalle des Changdeokgung-Palastes

    Zu den kulturellen Institutionen gehören das Koreanische Nationaltheater und die größte Bühne der Stadt, das Sejong Cultural Center. Das Koreanische Nationalmuseum ist vor einigen Jahren in ein neues Gebäude im Yongsan-Familien-Park gezogen. Als Erholungspark dient der Namsan. Am Fuß dieses zentralen Bergs liegen das Goethe-Museum und der Botanische Garten. Zum Fernsehturm N Seoul Tower auf dem Berg führt eine Seilbahn.

    Geschichte

    Die Geschichte von Seoul kann bis ins Jahr 18 v.Chr. zurückverfolgt werden. Ab 1393 war die Stadt Residenz der Yi-Dynastie. Von 1910 bis 1945 war Korea von Japan besetzt und hatte den Status einer Kolonie. Während dieser Zeit wurde Seoul der Hauptstadtstatus abgesprochen. Die Stadt entwickelte sich in dieser Zeit zu einem modernen Wirtschafts-, Finanz- und Verwaltungszentrum. 1945 wurde Seoul wieder zur Hauptstadt Koreas erklärt. Während des dreijährigen Koreakrieges (1950 bis 1953) wurde fast die Hälfte der bestehenden Gebäude zerstört. Nach Beendigung der Kämpfe im Jahre 1953 wurde Seoul Hauptstadt Südkoreas.

    Pläne der Regierung, im Rahmen der Dezentralisierung den Regierungssitz des Landes zu verlegen, scheiterten nach massiven Protesten und dem 2004 erfolgten Nein des koreanischen Verfassungsgerichts.