Singapur

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Inhaltsverzeichnis

Geographie

Singapur, seit 1965 unabhängiger Staat, ist mit rund 682,7 km² und über 4,42 Millionen Einwohnern ein kleines, sehr dicht besiedeltes Land. Es besteht aus 55 Inseln, die vor der Südspitze der malaiischen Halbinsel (Malakka) liegen. 90 % der gesamten Landesfläche fallen auf die größte der Inseln, Singapur. Ein 1,2 km langer Damm führt über die Meerenge "Straße von Johor" und verbindet die Insel mit dem Festland von Malaysia. Der höchste Punkt Singapurs ist der Timah Hill (Bukit Timah) im Zentrum der Hauptinsel mit rund 177 m. Die Landschaft ist flachwellig und von vielen kleineren Gewässern durchzogen. Die größten Flüsse sind der Singapur, der Seletar und der Rochor. Die Landesfläche nimmt durch Aufschüttungen an den Küsten ständig zu.

Klima

In Singapur herrscht tropisches Klima: Das ganze Jahr über unterliegen die hohen Temperaturen keinen großen Schwankungen, in der Hauptstadt werden im Januar und im Juli etwa 27 °C Durchschnittstemperatur gemessen. Die häufigen Niederschläge sind über das ganze Jahr verteilt (etwa 2 400 mm) mit einer leichten Zunahme in den Monaten November bis Januar und sorgen für eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Flora und Fauna

Die Wälder, die es heute auf Singapur gibt, wurden alle gepflanzt, nachdem der Regenwald, der die Insel einst bedeckte, komplett gerodet war. Auf Grund der Besiedlungsdichte gibt es nur noch wenig ursprüngliche Vegetation, außer den Mangrovenwäldern an den Küstenlandstrichen.

Auf Grund des nur spärlich vorhandenen Lebensraums ist auch die Tierwelt sehr eingegrenzt. In den Mangrovenwäldern finden sich eine Vielzahl von verschiedenen Vogel- und Schlangenarten (wie z.B. die Kobra). Größere wild lebende Säugetiere sind vor allem verschiedene Affenarten wie z.B. der Plumplori, der zu den Lemuren gehört.

Bevölkerung

In der Republik Singapur leben 6 474 Menschen auf einem Quadratkilometer, in einigen Stadtteilen ist die Bevölkerungsdichte durch die Bebauung mit Hochhäusern wesentlich höher. Das Bevölkerungswachstum liegt bei etwa 1,5 %. Über drei Viertel der Einwohner sind Chinesen, deren Vorfahren während der britischen Kolonialzeit auf die Inseln einwanderten. Mit rund 15 % bilden die Malaien die größte Minderheit, die überwiegend im Hinterland der Hauptinsel oder auf den kleineren Inseln leben. Angehörige indischer Völker (rund 7 %) leben hauptsächlich in der Hauptstadt Singapur in einem eigenen Viertel (Serangoon Road).

Die am weitesten verbreitete Religion mit etwa 43 % ist in Singapur der Buddhismus. Rund 15 % der Bevölkerung, meist Malaien, sind Anhänger des Islam. Drittgrößte Glaubensgemeinschaft mit rund 13 % sind die Christen, gefolgt von Taoisten (9 %) und Hindus. Die offiziellen Amtssprachen in Singapur spiegeln die Zusammensetzung der Bevölkerung wider: Gleichberechtigt werden Chinesisch (Mandarin sowie die Dialekte Hokkien, Kantonesisch u.a.), Malaiisch, Tamil und Englisch gesprochen.

Die Lebenserwartung in Singapur beträgt 82 Jahre. Es besteht keine Schulpflicht für Kinder, jedoch ein Anrecht auf eine kostenlose Ausbildung. Die Analphabetenquote liegt bei etwa 7 %.

Politisches System

Singapur ist eine parlamentarische Republik (im Commonwealth), die Verfassung ist von 1959. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident (seit September 2011 Tony Tan Keng Yam), der vom Volk direkt für sechs Jahre gewählt wird. Er ernennt die Minister, die wiederum dem Parlament verantwortlich sind. Regierungschef ist der Premierminister (seit August 2004 Lee Hsien Loong).

Das Einkammer-Parlament hat 87 Sitze, die Mitglieder werden für fünf Jahre gewählt. Bis zu neun Abgeordnete können zusätzlich ernannt werden. Das Parlament wird seit der Unabhängigkeit von der People's Action Party (PAP) dominiert. Durch das reine Mehrheitswahlrecht sind die Chancen der Opposition auf Mandate eingeschränkt. In Singapur ist jeder Staatsbürger ab 20 Jahren zur Teilnahme an Wahlen verpflichtet.

Das Rechtssystem beruht auf dem britischen Common Law.

Singapur ist in fünf Bezirke aufgeteilt.

Wirtschaft

Singapur gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt und wird zu den Industrienationen gezählt. Grundlage für diesen Wohlstand war in den letzten Jahrhunderten die strategisch günstige Lage des Stadtstaates, heute ist der Hafen von Singapur ein großer Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Auch als Banken- und Finanzzentrum ist das Land weltweit mit an der Spitze. In Singapur gibt es weit über 100 Banken, fast 90 % davon sind Filialen ausländischer Häuser. Korruption ist praktisch unbekannt.

Die Landwirtschaft ist in Singapur so gut wie ohne Bedeutung. Nur rund 1 % der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Alle Nahrungsmittel müssen importiert werden, das betrifft z.B. auch das Trinkwasser, das von Malaysia über eine Pipeline ins Land kommt.

Auch Rohstoffe müssen importiert werden, außer Granit verfügt Singapur über keine Vorkommen. Dennoch erwirtschaftet die Industrie mehr als ein Viertel des Bruttoinlandproduktes (u. a. Elektronikindustrie, ölverarbeitende Industrie, Maschinen und Ausrüstungsgegenstände, Schiffsreparatur und zunehmend Biotechnologie/Pharmazie). Auch der Tourismus spielt eine bedeutende Rolle. Die wichtigsten Handelspartner sind Malaysien, China, Indonesien und die USA. Währung ist der Singapur-Dollar.


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Republik Singapura (malai.)

Republic of Singapore (engl.)

Ciŋakappūr Kudiyarasu (Tamil)

Amtssprache

Malaiisch, Chinesisch, Tamilisch, Englisch

Hauptstadt

Singapur

Staatsform parlamentarische Republik (im Commonwealth)
Fläche 683 km²
Einwohner 4.420.000
Währung Singapur-Dollar
Zeitzone UTC + 8
KFZ-Kennzeichen SGP
Internet-TLD .sg
Telefonvorwahl 0065