Spanien (Flora und Fauna)
Aus Länder-Lexikon.de
Die Vegetation Spaniens gestaltet sich entsprechend der unterschiedlichen Niederschlagsmengen und Temperaturen. An der regenreichen Atlantikküste stehen Laubwälder. Einst fast ganz von Wäldern bedeckt, wachsen an den gerodeten Stellen, die sich selbst überlassen wurden, nun Heideflächen mit Ginster und Erikagräsern. In den den regenreichen Westwinden zugewandten Bergregionen der nördlichen Meseta und der Iberischen und Betischen Kordilleren treten sommergrüne Eichen und Buchen sowie submediterrane Gehölze wie die Edelkastanie auf. Die wenigen luftigen Wälder der sommertrockenen Zonen werden oftmals aus Steineichen gebildet, etwas regenreichere Areale sind von Korkeichen bewachsen. In größeren Höhen gehen die Eichenwälder in Buchen- und Kieferwälder über, so etwa in den Pyrenäen und den Gebirgsketten im Zentrum des Landes. Der übrige Teil des Landes, etwa 50 %, wird von mediterraner Vegetation eingenommen. Dabei zeigen sich im Ebro-Becken mit seinen Grassteppen, aber auch im trockenen Südosten des Landes erste Parallelen zu den weiten Steppengebieten Nordafrikas. Kermeseichen und Lavendel sind häufig vorkommende Pflanzen in diesem Bereich. Die mediterrane Vegetation in Spanien hat zwei Erscheinungsformen, die beide durch den über Jahrhunderte bestehenden Einfluss der Menschen entstanden sind. Macchie nennt sich die Vegetationsform, die anstelle von abgerodeten immergrünen Wäldern getreten ist, typische Pflanzen sind die Myrte, Echter Lorbeer und Erdbeerbaum. Auf noch trockeneren Böden entsteht Garigue-Vegetation, die noch lichteren Bewuchs aufweist als die Macchie und aus knie- bis mannshohen Gebüschformationen mit Zistrosen, Mastixarten und Hartlaubzwergsträuchern besteht.
Die vulkanischen Böden der Kanarischen Inseln lassen eine große Bandbreite von Pflanzen gedeihen, im Flachland insbesondere solche Arten, die an heißes und trockenes Klima gewöhnt sind. In einer Höhe ab 400 m gedeiht eine mediterran anmutende Pflanzenwelt und in größeren Höhen mit niedrigeren Temperaturen finden sich Stechpalmen, Lorbeer, Myrte und andere Bäume. Die Balearen weisen eine typische mediterrane Vegetation auf.
Nicht nur kulturell, auch in seiner Tierwelt ist Spanien in besonderem Maße von Afrika beeinflusst worden. Zudem stellten die Pyrenäen eine wirksame Sperre zum übrigen Europa dar. Dadurch finden sich in Spanien in den naturbelassenen Zonen des Nordens (wie z.B. in den Pyrenäen) noch europäische Wölfe und Braunbären, Tiere, die in anderen westeuropäischen Ländern inzwischen ausgerottet sind. Dagegen ist die Ginsterkatze mit ihrem dunkelfleckigen Fell ein schon früh aus Afrika zugewandertes Raubtier.
Neben diesen außergewöhnlichen Tieren finden sich Wildeber, Steinböcke und Wildziegen sowie Rotwild im Land. Zudem ist Spanien ein wichtiges Durchzugs- und Nistgebiet für zahlreiche Vogelarten. Insbesondere in der Region Guadalquivir, aber auch über ganz Spanien verteilt sind unter anderem Adler, Eulen, Bussarde und Fasane anzutreffen. Eine weitere Besonderheit bilden die von Zeit zu Zeit einfliegenden Heuschreckenschwärme, die von Nordafrika über das Mittelmeer nach Südspanien getragen werden.