Spanien (Wirtschaft)
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Spanien gehört unter den Volkswirtschaften zu den zehn größten. Aus dem ehemaligen Agrarland ist durch Strukturwandel ein modernes, konkurrenzfähiges Industrieland geworden. Die seit Jahren sehr hohen Wachstumsraten (2007: 3,7 %) sind jedoch von einer relativ hohen Inflationsrate und einer hohen Arbeitslosenquote begleitet. Für die nächsten Jahre wird mit einem Rückgang des Wachstums gerechnet. Gründe sind das Überschreiten des Gipfels des aktuellen Wachstumszyklus, aber auch wachsende Unsicherheiten infolge der US-Immobilienkrise und der ebenfalls aus der Immobilienkrise resultierende Einbruch im Wohnungsbau.
Die Aufteilung der spanischen Wirtschaft entspricht europäischen Standards. Zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts wird im Bereich der Dienstleistungen erwirtschaftet. Der Anteil der Landwirtschaft ist im Sinken begriffen und beträgt derzeit rund 4 %. Ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Flächen liegt heute brach. Getreide- und Weinbau wird hauptsächlich auf den Hochflächen betrieben, im Süden befindet sich das Zentrum der Olivenkulturen, die Spanien zum weltweiten Marktführer in der Olivenölerzeugung machen. Im Nordwesten werden unter anderem Mais und Kartoffeln angebaut, im Osten und Südosten Obst, Gemüse, Baumwolle, Tabak, Zitronen, Nüsse und Mandeln. Schafzucht findet sich vor allem auf den Hochflächen. Eine immer noch große Rolle spielt der Fischfang, insbesondere Tunfisch und Sardinen. Die Hauptfischereihäfen liegen in Galizien, wo auch Austern und Muscheln gezüchtet werden.
Der Bergbau hat seinen Schwerpunkt in der Förderung von Quecksilber, Blei, Kupfer, Stein- und Braunkohle, Eisenerz und Schwefelkies.
Spanien ist weltweit sechstgrößter Kfz-Produzent. Weitere industrielle Kernbereiche sind der Schiffsbau, der Maschinenbau sowie der Kommunikations- und Informatikbereich. Der Tourismus hat für die spanische Staatsökonomie einen hohen Stellenwert, die Einnahmen waren aber 2008 rückläufig.
Bedeutendste Handelspartner sind die EU-Mitgliedsländer, allen voran Frankreich und Deutschland. Wichtigste Exportartikel sind Automobile, landwirtschaftliche Produkte (hier vor allem Obst, Gemüse, Olivenöl und Weizen), chemische Erzeugnisse und Ausrüstungsgüter. Importiert werden insbesondere Energieträger, Automobile, Elektronik, Maschinen und chemische Erzeugnisse.
Haupthäfen Spaniens sind Barcelona, Bilbao, Valencia, Gijón, Sevilla, Avilés und Las Palmas. Die wichtigsten internationalen Flughäfen finden sich bei Madrid, in Barcelona und (auf Grund des Tourismus) in Palma de Mallorca.
Währung ist der Euro.