Spanien Geschichte

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Inhaltsverzeichnis

Vor- und Frühgeschichte

Schon in der jüngeren Altsteinzeit war die Iberische Halbinsel besiedelt. Höhlen wie die in Altamira, die Tiermalereien zeigen, stammen aus einer Zeit um 12 000 v.Chr.

Die folgenden Jahrtausende waren durch die unterschiedlichsten Zuwanderungen geprägt. Etwa vor 5000 Jahren wanderten Iberer von Afrika und Ligurer über die Pyrenäen ein, vor rund 4000 Jahren entstanden befestigte Städte. Vor etwa 3100 Jahren gründeten Phönizier, ein semitisches Seefahrervolk von der östlichen Mittelmeerküste, an der Südwestküste Handelsniederlassungen. Wenig später siedelten Kelten aus Frankreich kommend im Norden des Landes. Etwa 300 Jahre nach den Phöniziern und 100 Jahre nach den Kelten siedelten sich auch Griechen an den Küsten an.

Antike

Ab dem 5. Jahrhundert v.Chr. kamen große Teile sowohl der griechischen als auch der phönizischen Ansiedlungen unter karthagische Herrschaft. Karthago dehnte in den folgenden Jahrhunderten seine Herrschaft zielstrebig nach Norden aus und 226 v.Chr. einigten sich Römer und Karthager auf den Ebro als Grenze zwischen den beiden Großreichen. Nachdem Hannibal den Ebro überschritten hatte, löste er damit den Zweiten Punischen Krieg aus (218-201 v.Chr.), in dem die Karthager den römischen Legionen unterlagen. Im Frieden von 201 mussten die Karthager ihre spanischen Besitzungen aufgeben. In der Folgezeit dehnten die Römer ihre Herrschaft über die Iberische Halbinsel aus und romanisierten weite Teile des Landes. Der Kantabrische Krieg um den Beginn der christlichen Zeitrechnung brachte schließlich die gesamte Halbinsel unter römische Herrschaft (Hispania). In der Pax Romana, dem römischen Frieden des Kaisers Augustus (30 v.Chr. bis 14. n.Chr.), wurden Rechtsnormen und Grundrechte für das ganze Römische Reich festgeschrieben, Latein wurde zur Amtsprache. Das Christentum verbreitete sich bis ins 4. Jahrhundert n.Chr. auch in den spanischen Provinzen.

Als im 5. Jahrhundert das Weströmische Reich zerfiel, fielen germanische Stämme (Sueben, Vandalen, Alanen und Westgoten) ins Land ein. 475 musste Rom mangels militärischer Mittel die Unabhängigkeit des westgotischen Tolosanischen Reiches und dessen spanische Besitzungen anerkennen. 507 kam das Tolosanische Reich der Westgoten unter die Herrschaft der Franken. Die spanischen Besitzungen allerdings konnten als Reich von Toledo bis zum Arabereinfall 711 selbstständig weiter existieren. Unter der Herrschaft der Westgoten wurde die Iberische Halbinsel erstmals unter einem Reich geeint. In den folgenden Jahrhunderten kam es zur Annäherung zwischen Westgoten und hispano-romanischer Bevölkerung. Versuche aber, die Hispano-Romanen zum Arianismus zu bekehren, misslangen. Daraufhin schlugen die Herrscher von Toledo einen anderen Weg ein, der größeren Erfolg hatte: Die politische und geistliche Elite trat geschlossen zum katholischen Bekenntnis über. Das enge Bündnis zwischen Krone und katholischer Kirche hatte hier ihren Ausgangspunkt.

Mittelalter

711 schlug Tarik Ibn Sijad, Gouverneur von Tanger, die Westgoten vernichtend und binnen weniger Jahre war fast ganz Spanien durch die muslimischen Mauren besetzt. Eine Ausnahme bildeten christliche Kleinreiche im Bergland von Asturien im Nordwesten Spaniens, die ihre Unabhängigkeit wahren konnten. Von 714 bis 756 wurde Spanien ein abhängiges Emirat des Kalifats der Omaijaden von Damaskus. 756 übernahmen die Abbasiden dort die Herrschaft und richteten das politisch selbstständige Emirat von Córdoba in Spanien ein. Dieses wurde 929 zum Kalifat ernannt. Ab 1030 zerfiel es und in Folge konnte die vorrückende christliche Reconquista die spanischen Regionen zurückerobern. Letzte maurische Siedlung in Europa blieb bis zur Kapitulation 1492 das Königreich von Granada.

Die Maurenherrschaft stellte eine Blütezeit Spaniens dar: Wissenschaft, Literatur und Architektur gediehen, eine effektive Verwaltung war auf sozialen Ausgleich bedacht. Zudem zeigten die Machthaber eine hohe Toleranz gegenüber dem christlichen Glauben. Das gleiche galt für die im Land lebenden Juden.

Bereits Mitte des 8. Jahrhunderts waren mit den christlichen Bergreichen in Asturien die Ansatzpunkte für die Reconquista, die "Rückeroberung" der Iberischen Halbinsel durch christliche Heere, entstanden. Die Reconquista selbst begann mit der Gründung der Königreiche Navarra (905), Asturien (910) sowie Kastilien und Aragon (1035). Die Wiedereroberung zog sich über die folgenden Jahrhunderte hin und Ende des 13. Jahrhunderts waren nur noch Granada, Malaga und teilweise Cádiz und Almeria unter maurischer Herrschaft. 1492 endete die muslimische Präsenz in Europa, als der letzte Herrscher von Granada, Abu Abdallah Muhammad kapitulierte und sich mit seinem Gefolge ins afrikanische Fez absetzte. Die Juden der Stadt, die über viele Jahrhunderte ihre Religion frei ausüben konnten, wurden gezwungen, zum Christentum zu konvertieren. Wer sich weigerte, wurde vertrieben.

1474 heiratete Ferdinand von Aragón Isabella von Kastilien, sie herrschten gemeinsam über beide Reiche und eine absolute Monarchie ersetzte das bis dato bestehende Feudalsystem sowie die Rechte der Stände.

1478 entstand auf Grund einer päpstlichen Bulle Sixtus' IV. in Spanien die staatlich geleitete Inquisition, der Tausende zum Opfer fielen und mit der (durch Vertreibung und brutalen Glaubenszwang) sowohl die religiöse als auch die staatliche Einheit vorangetrieben wurde. Außenpolitisch wurde durch die Seereisen des Genuesen Christoph Kolumbus, der im Auftrag des Katholischen Königspaars im Jahr 1486 den westlichen Seeweg zum indischen Subkontinent suchen sollte, die Grundlage für die überseeischen Reiche der Krone Kastiliens geschaffen. 1492 entdeckte Kolumbus Amerika.

Die Versuche, über dynastische Heiraten Portugal und Spanien zu vereinen, misslangen jedoch. Portugal und Spanien teilten in den Verträgen von Tordesillas (1494) und Saragossa (1529) ihre kolonialen Interessenssphären auf, wobei zu diesem Zeitpunkt die wahre Bedeutung der Entdeckung Kolumbus‘ noch nicht erkannt worden war. Alle Gebiete westlich einer in den Verträgen festgeschriebenen Demarkationslinie, die knapp 400 km westlich der Azoren verlief, wurde fortan Spanien zugeschrieben. Spaniens Aufstieg zur ersten globalen Weltmacht begann.

Neuzeit

Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Karl I. von Habsburg auch König von Spanien. Spanien wurde bis 1700 zum Kernland der politischen Herrschaft der Habsburgischen Kaiser. 1561 wurde Madrid zum festen Regierungssitz. Während auf dem amerikanischen Kontinent die spanischen Konquistadoren die Reiche der Azteken und Inkas zerstörten, wurde auf dem spanischen Festland die Verfolgung der Juden, Muslime und neuerdings auch der Protestanten fortgesetzt. Die Mehrheit der Bevölkerung war arm, was im starken Gegensatz zum Reichtum einer kleinen reichen Schicht des höheren Adels stand. 1580 wurde Portugal annektiert und Spanien übernahm die überseeischen Kolonien des einstigen Konkurrenten. Hauptgegner wurde nun England.

Die spanische Vorherrschaft währte nicht lange. Bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde Spanien nach einer verheerenden Niederlage der Armada im Ärmelkanal von England als bedeutendste Seemacht abgelöst (1588). Ab Mitte des 17. Jahrhunderts erlitt Spanien erste Territorialverluste, Niederländer, Engländer und Franzosen übernahmen zahlreiche überseeische Besitzungen. Auch innenpolitisch war Spanien Mitte des 17. Jahrhunderts durch Aufstände und einen politischen und ökonomischen Niedergang geschwächt, der im Kontrast zur kulturellen Blüte des Landes stand. Ab 1684 vertrieben die Alawiten die Briten aus Tanger und befreiten nahezu sämtliche afrikanischen Küstenstädte an Atlantik und Mittelmeer von den Spaniern und Portugiesen. Nur Melilla, Sidn Ifni und Ceuta blieben in der Hand der Spanier

1700 führte der Tod Karls II. zum Aussterben der spanischen Habsburger und nach dem Spanischen Erbfolgekrieg (1700-1713/14) konnte sich der Bourbone Philipp V., der von Karl II. zum Nachfolger bestimmt worden war, zwar behaupten, verlor aber weitere Besitzungen in Italien, die bis dahin spanischen südlichen Niederlande an Österreich sowie Gibraltar und Menorca an Großbritannien. Spanien wurde im 18. Jahrhundert von den Bourbonen regiert, der Einfluss Frankreichs nahm zu. Insbesondere Karl III. bemühte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts um innere Reformen im Geiste der Aufklärung, die katholische Kirche verlor an Macht und Einfluss.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts geriet Spanien zunehmend unter den Einfluss Frankreichs unter Napoléon Bonaparte, bis 1814 stand das Land unter französischer Fremdherrschaft. Zeitgleich begann der spanische Unabhängigkeitskrieg. 1812 wurde in Cadiz von aufständischen Volksvertretern eine liberale Verfassung verabschiedet, die eine konstitutionelle Monarchie nach britischem Vorbild vorsah. Nachdem 1813 die Franzosen mithilfe der Engländer besiegt worden waren, kehrte der Bourbone Ferdinand VII. auf den Thron zurück. Er lehnte diese Verfassung ab und verfolgte die Liberalen mit großer Härte. Den 1820 ausbrechenden Bürgerkrieg, in dessen Verlauf Ferdinand gefangen genommen wurde, beendeten französische Truppen als Vertreter der so genannten "Heiligen Allianz", eines konservativ-monarchischen Bündnisses zwischen Russland, Österreich und Preußen und setzten den Monarchen wieder ein. Ferdinand VII. musste aber die erfolgreichen Revolutionen der spanischen Kolonien in Amerika hinnehmen, die innerhalb von wenigen Jahren ihre Unabhängigkeit erlangten.

19. Jahrhundert

Nach Ferdinands Tod 1833 kam seine Tochter Isabella II. an die Macht. Ihre Herrschaft war von heftigen Parteikämpfen gekennzeichnet (u.a. gegen ihren eigenen Onkel Don Carlos und dessen ultra-konservative Anhänger, die so genannten Karlisten), bis sie 1868 von liberalen Kräften gestürzt wurde. Ihr Nachfolger Amadeus I. von Savoyen konnte sich nicht lange an der Macht halten und verzichtete 1873 auf den Thron. Für zwei Jahre wurde Spanien zur Republik, bevor Alfons XII., der älteste Sohn der Königin Isabella II., die Monarchie wieder aufleben ließ, die 1876 in einer Verfassung festgeschrieben wurde.

Außenpolitisch brachte die Folgezeit die Unabhängigkeit der letzen spanischen Kolonien in Kuba, Puerto Rico und den Philippinen. Innenpolitisch war die Situation von einer relativen Stabilität und steigendem Lebensstandard geprägt. Trotzdem blieben die sozialen Probleme des Landes ungelöst. Dazu gehörte trotz der Einführung des allgemeinen Wahlrechts 1893 die ungelöste Landfrage und die Nichtberücksichtigung der Interessen der entstandenen Industriearbeiterschaft, was zum Erstarken einer sozialistischen und anarchistischen Bewegung führte, die sich gegen das bestehende Gesellschaftssystem in Spanien auflehnte.

Ein weiteres Problem stellte der katalanische Regionalismus dar. Katalonien erlangte im Lauf des 19. Jahrhunderts durch seine weit fortgeschrittene Industrialisierung eine Sonderrolle, die sich auch in einem wachsenden Bedürfnis nach Selbstbestimmung ausdrückte. Die Versuche der konservativen spanischen Regierung, diese Bestrebungen zu unterbinden, fanden ihren Höhepunkt in der "semana trágica". In dieser "tragische Woche" im Jahr 1909 wurden die katalanischen Autonomiebestrebungen blutig niedergeschlagen. Danach blieb das Verhältnis Kataloniens zum Gesamtstaat von Ablehnung und Misstrauen geprägt und eine starke regionalistische Bewegung verfolgte weiter das Ziel der Selbstbestimmung.

20. und 21. Jahrhundert

In der Zeit des Ersten Weltkriegs blieb Spanien neutral, doch 1917 führten Aktionen unzufriedener Offiziere zu einer Staatskrise, der 1923 mit Einverständnis des Königs Alfons XIII. eine Militärdiktatur unter Führung des Generals Miguel Primo de Rivera folgte. Aufgrund wachsender Gegnerschaft im Volk trat der General 1930 zurück und nach dem Wahlsieg der Republikanischen Partei setzte sich Alfons XIII. ins Ausland ab. Die Zweite Republik Spaniens wurde ausgerufen und dauerte von 1931 bis 1936. Die Ziele der politischen Kräfte im Land, die von Katholiken, Großbürgertum, Großgrundbesitzern und Bürgerlichen bis hin zu Sozialisten, Marxisten und Anarchisten reichten, waren jedoch nicht miteinander vereinbar und führten 1936 zum Bürgerkrieg.

Ausgangspunkt der Bürgerkriegs war eine Revolte in Marokko, die auf das Mutterland übergriff. General Francisco Franco Bahamonde als Führer des rechten Lagers rief sich zum Chef einer nationalspanischen Regierung aus. Noch im gleichen Jahr (1936) erkannten die faschistischen Staaten Deutschland und Italien Franco an und unterstützten ihn militärisch, während die republikanischen Kräfte Hilfe von der UdSSR und Mexiko erhielten. Zeitgleich kam es im republikanischen Herrschaftsbereich zu einer sozialrevolutionären Umwälzung, deren Ziele eine Kollektivierung der Wirtschaft und die Einführung einer sozialistischen Markt- und Wirtschaftsordnung waren. 1939 brach die Republik zusammen und nationalspanische Truppen zogen in Madrid ein, die Diktatur unter dem "Caudillo" (Führer) Franco begann.

Im Zweiten Weltkrieg blieb Spanien neutral, sah sich aber nach Ende des Kriegs aufgrund der geäußerten politischen Sympathien für die Achsenmächte isoliert. Die Isolation wurde jedoch in den 1950er Jahren durch das Interesse der Westmächte an einem antikommunistischen Spanien gelockert. Die USA, aber auch die unmittelbaren Nachbarländer Portugal und Frankreich näherten sich dem Regime an und in den 60er Jahren begann eine allmähliche Lockerung der Diktatur (z.B. Bündnisvertrag mit den USA 1953, Aufnahme in die UNO 1955).

Außerdem sah sich das Regime zunehmenden Protesten und Widerstandsbewegungen vor allem in Katalonien und dem Baskenland ausgesetzt, die selbst mithilfe massiver Polizeipräsenz nicht eingedämmt werden konnten. Auch die katholische Kirche - vormals diktaturnah - ging ab Ende der 50er Jahre zunehmend auf Distanz.

1969 wurde dem Bourbonen Juan Carlos, Enkel des Königs Alfons XIII., nach langem Zögern durch Franco die politische Nachfolge zugesichert (bereits 1947 hatte Franco Spanien offiziell zur Monarchie erklärt, wenn auch vorerst mit vakantem Thron). Zwei Tage nach seinem Tod im November 1975 wurde Juan Carlos I. als spanischer König ausgerufen. Die Ernennung des Königs erwies sich als positiv für die demokratische Entwicklung des Landes. Noch 1975 wurden Baskisch, Katalanisch und Galizisch, nachdem sie in der Franco-Ära unterdrückt worden waren, offizielle Staatssprachen. Bereits 1976 wurden wieder Parteien und politische Versammlungen zugelassen und Adolfo Suárez als Ministerpräsident kam an die Macht (bis 1981). Bei freien allgemeinen Wahlen wurde er im Amt bestätigt und noch im gleichen Jahr beantragte seine Regierung den Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft und wurde Mitglied im Europarat.

1978 nahm das Volk per Referendum eine neue Verfassung an, die den Regionen ein Recht auf Autonomie zugestand. Neuwahlen 1979 bestätigten die Regierung Adolfo Suárez. 1981 trat er zurück und ihm folgte L. Calvo Sotelo. Noch vor dessen Ernennung putschten rechte Kräfte. König Juan Carlos I. stellte sich jedoch öffentlich an die Seite der Demokratie, der Putschversuch konnte abgewehrt werden. Von 1982 bis 1993 regierten die Sozialisten unter Felipe González Marquez erneut mit absoluter Mehrheit, 1986 wurde Spanien Mitglied der EG und eine knappe Mehrheit votierte für den Verbleib in der NATO. 1988 wurde das Land Mitglied in der WEU.

Korruptionsskandale und eine schwierige wirtschaftliche Lage ließen 1993 die sozialistische Partei ihre absolute Mehrheit verlieren. Trotzdem trat die Regierung González erneut an, wurde aber in den nächsten Parlamentswahlen 1996 von der Regierung José María Aznar von der konservativen Volkspartei abgelöst. Ende 1999 begann die ETA, die Separatistenorganisation des Baskenlands (gegründet 1959, Waffenstillstand seit 1994) erneut mit politisch motivierten Morden, Entführungen und Erpressungen Spanien zu terrorisieren. 1998 ging die gemäßigt nationalistische Partido Nacional Vasco (PNV) aus den Wahlen zum baskischen Regionalparlament als Siegerin hervor, die ETA-nahe Partei "Euskal Herritarrok" erhielt knapp 18 %; bei den vorgezogenen Regionalwahlen 2001 ergab sich ein ähnliches Bild. Im März 2006 erklärte die ETA einen Waffenstillstand, den sie im Juni 2007 wieder aufhob. Ebenfalls im März 2006 billigte das spanische Parlament ein neues Autonomiestatut für Katalonien.

1999 wurden auch in Spanien die Wechselkurse zwischen nationaler Währung und Euro festgesetzt, der Anfang 2002 in elf europäischen Ländern zur Landeswährung wurde. Bei Parlamentswahlen im Jahr 2000 erhielt die konservative Volkspartei unter dem amtierenden Ministerpräsidenten José María Aznar erneut die Mehrheit. Der Kurs der Regierung stieß allerdings auf Widerstand von Seiten der Bevölkerung, die sich gegen eine spanische Unterstützung der USA im Krieg gegen den Irak aussprach. Spanien wurde im März 2004 Opfer islamischer Terroranschläge, als bei Bombenanschlägen in Madrid fast 200 Menschen ums Leben kamen. Die kurz nach den Anschlägen stattfindenden Parlamentswahlen blieben davon nicht unbeeinflusst: Die regierende konservative "Volkspartei" (PP), die eine Stationierung im Irak verteidigt hatte, wurde von der "Sozialistischen Arbeiterpartei" (PSOE) mit 42,6 % der Stimmen abgelöst. Der neue Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero begann im April 2004 mit dem Rückzug der spanischen Truppen aus dem Irak. Außerdem setzte er eine Reihe von umstrittenen Gesellschaftsreformen durch.

Nach dem erneuten Wahlsieg der PSOE im März 2008 stellte Zapatero für die zweite Legislaturperiode einen gemäßigteren Kurs in Aussicht. Kernthemen waren der wieder aufgelebte ETA-Terrorismus, die Lösung der regionalen Autonomiefragen und die Justizreform. Ein weiteres Problem war (und ist) ist die Konjunkturabschwächung durch die die Immobilienkrise (Subprime-Krise) in den USA: Die plötzliche Illiquidität des bisher stark wachsenden Marktes mit forderungsbesicherten Wertpapieren löste 2007/2008 eine weltweite Finanzkrise aus. Da die anfänglich beschlossenen Konjunkturprogramme keine Wirkung zeigten und die Staatsverschuldung in die Höhe trieben, wurden stattdessen drastische Kürzungen und Einsparungen beschlossen, gegen die es in der Bevölkerung immer wieder zu Massenprotesten kam. Im Zuge der Wirtschaftskrise stieg auch die Arbeitslosigkeit stark an, besonders unter jungen Spaniern (hier über 50 %).

Durch vorgezogene Neuwahlen im November 2011 konnte die PP eine absolute Mehrheit im Parlament erringen, Mariano Rajoy wurde Ministerpräsident. Auch er verfolgt weiterhin den strengen Sparkurs. Im Juli 2012 wurden dem Land von der Europäischen Union finanzielle Hilfen in Milliardenhöhe für seine maroden Banken zugesagt.