Törggelen: Tipps

Aus Länder-Lexikon.de

Wie man definitiv nicht versuchen sollte, das traditionelle Törggelen zu erleben, ist via einer organisierten Busreise. Meist starten die Reiseveranstalter ihre Touren bereits im September und kutschieren dann ihre Gäste in charakterlose Großgaststätten, um ihnen dort schwindelerregend süßen Wein, der höchstwahrscheinlich gar nichts mit dem echten "Nuien" zu tun hat, vorzusetzen und sie zum Schunkeln zu animieren.

Villnösser Eisacktal

Wer am traditionellen Törggelen teilhaben möchte, begebe sich im farbenfrohen Südtiroler Spätherbst auf eine Wanderung und kehre überall dort ein, wo es nach deftigen Speisen duftet: Weinhöfe, Weinkeller, Buschenschanken und bäuerliche Jausenstationen. Dort röstet mit Sicherheit ein Bauer mit rußschwarzen Händen über dem offenen Feuer die "Keschtn", die sogleich ein tolles Aroma verbreiten, während die Bäuerin Wein, Suppe und Wurst serviert. Das "echte" Törggelen ist nämlich eine gemütliche Sache, kein Groß-Event: Meist treffen sich die Einheimischen auch im kleinen Freundeskreis. Die traditionelle Weinverkostung findet erst um Martini, den 11. November, statt. Dazu gibt es eine deftige "Marende" mit Speck, Käse und Schüttelbrot.

Einige traditionelle Geheimtipps in Sachen Törggel-Lokale:

Eisacktal

Die Wiege des Törggelen ist noch immer der Spitzenreiter des gemütlichen Herbstbrauchs. Besonders in den höher gelegenen Dörfern wie Feldthurns, Villanders, Lajen und Barbian gibt es eine Menge zu erleben.

  • Hubenbauer, Vahrn

Romantische Stimmung kommt bereits seit 1614 im steinernen Keller oder auf der weinumrankten Terrasse des Hubenbauer Hofs auf. Die angebotenen Leckereien sind allesamt von Familie Stolz selbst hergestellt, weshalb der Hof zu den beliebtesten Törggelen-Zielen gehört.

  • Moar zu Viersch, Feldthurns

Am Eisacktaler Kerschtnweg gelegen, ist dies ein urtypischer Hof. Nach einer Wanderung auf dem Eisacktaler Themenweg kehrt der durstige Törggeler dort ein, um eigens angebauten und hergestellten Wein zu genießen.

Süden Südtirols

Das beinahe mediterrane Flair ist trügerisch: Auch hier befindet sich eine Törggelen-Hochburg.

  • Föhrner Hof, Bozen

Nach der etwa 40-minütigen Wanderung von Bozen auf dem Ochsenweg kann man sich auf einige kulinarische Leckerbissen freuen: Terlaner Spargelsuppe, Leberknödel, Kaminwurzen und Kalbskopf sind nur einige davon.

  • Haidgerberhof, Ritten
Tisch mit Wein, Kastanien und Speck

Obwohl man hier auf den selbst produzierten Wein verzichten muss, lohnt sich eine Wanderung auf den Hausberg von Bozen: Köstlicher Holunder-, Himbeer-, Johannisbeer- und Apfelsaft löschen den Durst, selbst gebackenes Bauernbrot, Bauernschöpsernes, Knödel und Kniakiachln stellen den knurrenden Magen wieder zufrieden.

Meran und Umgebung

Das Zusammenspiel der Natur rund um die Kurstadt Meran hat schon so manchen Törggeler begeistert: Hoch oben die verschneiten Gipfel und unten die sanften Weinberge und Obstwiesen bilden ein außergewöhnliches Gesamtbild.

  • Wirtshaus Thurnerhof, Schenna

Das Highlight dieses Hofs ist die "Schwarze Küche", eine ehemalige Selchküche, die heute als Stube dient: Die Wände sind noch immer schwarz und auch das eine oder andere Küchenutensil ist noch vorzufinden.