Türkei (Bevölkerung)

Aus Länder-Lexikon.de

Ein Wasserträger in Ankara

Insgesamt leben rund 70,3 Millionen Menschen in der Türkei, die meisten von ihnen sind Muslime (99 %). Es sind verschiedene muslimische Richtungen vertreten, darunter die Hanefiten und Aleviten. Neben den über 85 % Türken bildet das Volk der Kurden die größte Minderheit mit über 10 % Anteil an der Gesamtbevölkerung. Die genaue Anzahl der vor allem in Ostanatolien lebenden Kurden, die im Land unterdrückt und mit Waffengewalt bekämpft werden, kann nur geschätzt werden, denn in offiziellen türkischen Statistiken tauchen die Kurden nicht auf. Daneben gibt es kleinere Gruppen an Arabern, Armeniern, Georgiern und Griechen im Land. Durch die anhaltende Landflucht leben inzwischen zwei Drittel der Gesamtbevölkerung in Städten, die größte Stadt ist das am Marmarameer gelegene Istanbul (Großraum ca. 10,12 Millionen), gefolgt von der Hauptstadt Ankara (Großraum 3,56 Millionen) im Inneranatolischen Hochland und Izmir an der ägäischen Küste (Großraum 2,52 Millionen). Der Südosten des Landes sowie das Ostanatolische Hochland sind die am dünnsten besiedelten Regionen der Türkei. Nach Schätzungen leben über zwei Millionen Türken im Ausland.

Die Amtssprache im Land ist Türkisch, von den Minderheiten werden jeweils die eigenen Sprachen verwendet. Der Lebensstandard ist im Vergleich zu europäischen Ländern niedrig, das Sozial- und Gesundheitswesen erfasst nur einen Teil der Bevölkerung. Die Lebenserwartung liegt bei rund 72 Jahren. Das Bevölkerungswachstum beträgt rund 1,1 %. Für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren besteht Schulpflicht, der Schulbesuch ist kostenlos, dennoch liegt die Alphabetisierung im Durchschnitt bei nur etwa 86 %, regional wahrscheinlich deutlich niedriger.


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