Türkei (Wirtschaft)

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Seit den 1980er Jahren bemühen sich die wechselnden türkischen Regierungen um eine Liberalisierung und Marktorientierung der Wirtschaft. Das Wirtschaftswachstum war in den 1980er und 1990er Jahren leicht zurückgegangen. 2001 kam es zu einer tief greifenden Wirtschafts- und Finanzkrise, die jedoch durch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützte Reformen wieder aufgefangen wurde. Der positive Trend setzte sich auch 2006 und - etwas abgeschwächt - 2007 fort. Das Pro-Kopf-Einkommen stieg 2007 auf über 9 300 US-Dollar. Die extrem hohe Inflationsrate, die jahrelang eines der Hauptprobleme der türkischen Wirtschaft darstellte, war durch ein entsprechendes Anpassungsprogramm des IWF war 1999 rückläufig, erreichte aber 2006 wieder eine Höhe von 9,8 %.

In der Türkei herrscht ein deutliches Einkommensgefälle zwischen dem inzwischen industriell stark entwickelten Westen und dem wenig entwickelten Osten und Südosten, der überwiegend noch Agrargebiet ist. Problematisch bleiben weiterhin die Arbeitslosenquote von 9,9 %, der rege Schwarzmarkt und die Tatsache, dass noch immer ein Fünftel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Rund 35 % aller Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, hier werden rund 12 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwirtschaftet. Etwa ein Drittel der Staatsfläche wird als Ackerland verwendet, angebaut werden je nach Region Getreide (Mais, Gerste, Weizen), Baumwolle, Tee, Haselnüsse (hier ist die Türkei weltweit größter Exporteur), Tabak (fünftgrößter Exporteur), Weintrauben, Oliven und Feigen. In der Viehwirtschaft werden vor allem Ziegen und Schafe gehalten, etwa ein Drittel der Landesfläche dient als Weideland.

Die Türkei ist reich an Bodenschätzen. Dazu gehören unter anderem Braun- und Steinkohle, Eisenerze, Chromerze, weitere Erze (wie z.B. Kupfer, Mangan, Wolfram, Nickel, Quecksilber) und Erdöl. Überwiegend im Nordwesten Anatoliens ist die darauf basierende Eisen- und Stahlindustrie angesiedelt. Bedeutendste Zweige der Industrie (insgesamt 30% des BIP) sind die Nahrungs-, Genussmittel- und Textilindustrie, deren Produkte etwa ein Fünftel des gesamten Exportvolumens ausmachen. Industrielle Zentren (auch Maschinenbau, chemische Industrie, Elektroindustrie) sind Istanbul, Bursa, Ankara und Izmir.

Weiterer bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Türkei ist der Fremdenverkehr. Kulturhistorische Stätten sind ebenso Anziehungspunkte wie die Küstengebiete am Mittelmeer (z.B. Antalya), der Ägäis und am Marmarameer.

Trotz des kontinuierlich anwachsenden Exportvolumens besteht nach wie vor ein Handelsbilanzdefizit. Die bedeutendsten Handelspartner der Türkei sind die EU-Länder, angeführt von Deutschland, und Russland. Beim Export folgen auf Deutschland Großbritannien und die USA.

Das Straßennetz in der Türkei wird weiter ausgebaut. Rund ein Drittel der insgesamt 427 000 km Straße sind asphaltiert, es stehen ca. 8 700 km Schiene zur Verfügung. In mehreren Städten gibt es internationale Flughäfen.

Währung ist seit Januar 2005 die Neue Türkische Lira (TRY) (= 100 Yeni Kurus).


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