Uganda

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Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Republik Uganda liegt in Ostafrika und grenzt im Norden an den Sudan, im Osten an Kenia, im Süden an Ruanda und Tansania und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. Im Südosten hat das Land Anteil am Victoriasee. Mit einer Fläche von rund 240 000 km² ist das Land etwa so groß wie Großbritannien.

Den größten Teil des Landes bildet eine Hochebene (rund 1 000 bis 1 500 m über dem Meeresspiegel), die nach Nordwesten hin leicht abfällt. Im Westen ist die Hochebene durch den Zentralafrikanischen Grabenbruch begrenzt. Hier liegt die Kette der Edward-, George- und Albertseen. Im Ruwenzori-Gebirge ist der Margherita-Gipfel mit 5 109 m die höchste Erhebung. Im Osten liegt das Mount-Elgon-Massiv (mit Höhen bis ca. 4 300 m), im Süden das ruandische Bergland mit den Virunga-Vulkanen, die bis zu 4 100 m aufragen.

Bedeutendster Fluss Ugandas ist der Victoria-Nil, der bei Jinja aus dem Victoriasee entspringt und diesen mit dem Kyogasee und dem Albertsee verbindet. Der Victoriasee ist mit einer Fläche von rund 68 800 km² der größte See in Afrika, an dem auch die Nachbarländer Tansania und Kenia Anteil haben. Die Hauptstadt Kampala (seit 1962) im Süden des Landes ist mit rund 1,34 Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes, mit großem Abstand gefolgt von Gulu (140 000 Einwohner) und Lira (113 000).

Klima

Trotz der Äquatornähe hat Uganda ein gemäßigtes tropisches Klima. Die Durchschnittstemperaturen in Entebbe im Süden des Landes (rund 1 150 m über dem Meeresspiegel) liegen im Januar bei ca. 22 °C, im Juli bei ca. 21 °C, die Niederschlagsmenge bei über 1 500 mm, im Norden des Landes bei ca. 760 mm. Die Regenzeit dauert von April bis September.

Flora und Fauna

Der überwiegende Teil Ugandas besteht aus Feuchtsavanne, die durch hohes Gras, Baumgruppen und so genannte Galeriewälder (äußerst artenreiche und fruchtbare Vegetationsstreifen, die an Flüssen oder Seen liegen) gekennzeichnet ist. In den unteren Höhenlagen geht die Feuchtsavanne in dichten tropischen Bergwald über. Hier finden sich unter anderem Riesenlobelien und Riesensenec, die bis zu 3 m hoch aus dem feuchten Boden herausragen. Im Zentrum Ugandas liegt ein verzweigtes Sumpf- und Seengebiet, das zum Oberlauf des Nil gehört. Der trockenere Norden und Nordosten wird bestimmt von Trockensavanne, zum Teil auch von Halbwüsten.

Die Tierwelt Ugandas ist ebenso artenreich wie die Pflanzenwelt. In den 1970er und 1980er Jahren wurden die Großwildbestände (z.B. Nashörner, Elefanten, Kaffernbüffel, Flusspferde) durch Wilderei stark dezimiert, ein Teil ist dabei, sich wieder zu erholen. Das gilt aber z.B. nicht für Spitz- und Breitmaulnashörner, die als so gut wie ausgestorben gelten. In Uganda finden sich unter anderem eine Vielzahl von verschiedenen Antilopenarten (z.B. Topis, Kuhantilopen), Großkatzen wie Löwen, Leoparden und Geparde, Zebras und verschiedene Affenarten wie Paviane, Schimpansen und Meerkatzen. Zu den äußerst seltenen Affenarten gehören z.B. die Stummelaffen im Ruwenzori-Gebirge; hier leben auch die Berggorillas, die durch die Verhaltensforscherin Dian Fossey weltweit bekannt wurden. Zum Schutz der teilweise stark bedrohten Tierwelt wurden in Uganda Nationalparks und Reservate eingerichtet, der bekannteste unter ihnen ist der Queen-Elizabeth-Nationalpark, der berühmt ist für seine Naturschönheiten und seine Artenvielfalt. Doch es hat sich gezeigt, dass die Schutzmaßnahmen oft nicht ausreichend sind: Immer mehr Land, das eigentlich zum Schutzgebiet gehört, wird von der Bevölkerung vereinnahmt und für deren Zwecke verwendet. Ebenso scheinen die Maßnahmen gegen die Wilderei nicht auszureichen.

Bevölkerung

In der Bevölkerung Ugandas gibt es über 50 verschiedene Völker und Volksgruppen. Mehr als die Hälfte von ihnen gehört zu den Bantuvölkern, hier sind die Baganda mit etwa 18 % das zahlenmäßig stärkste Volk (neben Basoga mit ca. 8 %, Bagisu mit ca. 7 % u.a.). Vor allem im Norden des Landes leben die nilotischen Völker (unter ihnen die Teso mit ca. 9 %, Karamojong und Lango). Es finden sich kleine Gruppen von Europäern und Asiaten.

Rund zwei Drittel der Bevölkerung gehören christlichen Religionen an, neben einer muslimischen Minderheit von 16 % sind knappe 18 % der Bevölkerung Anhänger von Naturreligionen. Offizielle Landessprachen sind Englisch und Suaheli, wobei jede Volksgruppe eigene Sprachen und Dialekte verwendet. Gut zwei Drittel der Bevölkerung können lesen und schreiben.

Die geschätzte Bevölkerungszahl beträgt 27,3 Millionen Menschen. Mit rund 113 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Uganda relativ dicht besiedelt, der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt in Streusiedlungen auf dem Land. Die Angaben über Bevölkerungszahl und -zusammensetzung variieren jedoch stark aufgrund der vielen Flüchtlinge, die vor allem aus dem Sudan, aber auch aus der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda kommen. Derzeit liegt das Bevölkerungswachstum bei hohen 3,2 %, die Lebenserwartung bei 52 Jahren.

Die Zahl der HIV-Infizierten wird auf 6,7 % (Stand 2005) der Gesamtbevölkerung geschätzt und steigt trotz Aufklärungskampagnen weiter an. Eine zusätzliche Bedrohung ist das wiederholte Auftauchen des tödlichen Ebola-Virus, gegen das es bisher keine wirksamen Medikamente gibt.

Politisches System

Uganda ist eine Präsidialrepublik, die aktuelle Verfassung stammt von 1995. Der Staatspräsident (seit Januar 1986 Yoweri Kaguta Museveni) wird für fünf Jahre vom Volk gewählt. Der Premierminister (seit September 2014 Ruhakana Rugunda) unterstützt den Präsidenten lediglich bei der Führung des Kabinetts.

Das Parlament hat 375 Mitglieder, die für fünf Jahre gewählt werden (350 direkt, 25 indirekt).

Uganda ist in vier Regionen mit 112 Distrikten untergliedert.

Wirtschaft

Seit Anfang der 1990er Jahre hat Uganda eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage erzielt. Das Land verfügt über große Rohstoffreserven und fruchtbare Böden. Ein Viertel der Bevölkerung lebt noch unterhalb der Armutsgrenze; 1992 war es über die Hälfte.

Über 80 % aller Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Angebaut werden vor allem Kaffee, Tabak, Tee und Baumwolle für den Export, außerdem Hirse, Maniok, Bananen, Süßkartoffeln, Zuckerrohr, Mais und Erdnüsse für den Eigenbedarf (ein großer Teil der Bevölkerung betreibt Subsistenzwirtschaft). Hier spielt auch die Viehwirtschaft (Rinder, Ziegen, Geflügel) eine Rolle. Die Forstwirtschaft hat Bedeutung durch den Export von Edelhölzern wie z.B. Mahagoni.

In den Ruwenzori-Bergen wird Kupfer für den Export gefördert, außerdem wird Kobalt abgebaut. Weitere Vorkommen an Bodenschätzen (z.B. große Erdöl- und Erdgasreserven, außerdem Phosphate, Zinn, Gold) werden noch nicht gefördert. Die Industrie ist nur schwach entwickelt (vor allem in der Nähe von Jinja und Kampala), es gibt z.B. Zementwerke, nahrungsmittel- und textilverarbeitende Betriebe sowie Brauereien.

Exportiert wird nach Kenia, Kongo, Ruanda und in die Schweiz. Uganda muss Industriegüter, Brennstoffe, Maschinen und Fahrzeuge importieren und bezieht diese vor allem aus Indien, China und Kenia. Den Energiebedarf kann das Land fast vollständig durch eigene Wasserkraftwerke decken.

Seit sich die innenpolitische Lage stabilisiert hat, verzeichnet die Tourismusbranche wieder hohe Zuwachsraten. Anziehungspunkte sind vor allem die Nationalparks des Landes.

Währung ist der ugandische Schilling.


Fl uganda.jpg Wappen uganda.svg
Republic of Uganda
Amtssprache

Englisch, Swahili

Hauptstadt

Kampala

Staatsform Präsidialrepublik
Fläche 240.000 km²
Einwohner 27.300.000
Währung Uganda-Schilling
Zeitzone UTC+3
KFZ-Kennzeichen EAU
Internet-TLD .ug
Telefonvorwahl 00256