Valletta

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    maltesisch: il-Belt Valetta;

    Valletta, Altstadt mit Kathedrale

    Valletta ist die Hauptstadt von Malta. Sie ist mit ca. 6400 Einwohnern sowohl nach Einwohnerzahl als auch mit ca. 0,84 km² nach Fläche die kleinste Hauptstadt eines EU-Staates. Valletta liegt an der Nordostküste der Insel Malta, auf der Landzunge Monte Sciberras. Die Stadt grenzt im Südwesten an die Nachbarstadt Floriana. Valletta ist seit 1980 UNESCO-Welterbe.

    Der Erzbischof von Malta hat seine Residenz in Valletta. Die Universität Malta in Valletta (Jesuitenkolleg seit 1592; Universität seit 1769) ist die älteste Universität des Commonwealth außerhalb Großbritanniens.

    Wichtigste Einnahmequelle Vallettas ist der Tourismus. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählt die Fischerei. Die Stadt besitzt zwei Naturhäfen: im Süden Grand Harbour, Maltas wichtigster und größter Hafen, im Norden Marsamxett Harbour.

    Kunst und Kultur

    Innenansicht der St. John's Co-Cathedral

    Zahlreiche Bauten aus der Zeit des Malteserordens (ab 1530) sind in Valletta erhalten geblieben. Die Stadt besitzt die größte erhaltene Festungsanlage Europas und wird von einem Ring aus Bastionen umgeben. Zur Zeit der Ritterherrschaft auf der Insel war jeweils eine der Nationalitäten (sogenannte Zungen) des Malteserordens für deren Verteidigung zuständig. Jede einzelne dieser Zungen besaß eine eigene "Auberge", d. h. einen eigenen Palast. In einigen der noch erhaltenen Paläste sind heute Ministerien angesiedelt.

    Der Großmeisterpalast (Grand Master's Palace) aus dem Jahr 1571 ist das prunkvollste Gebäude Maltas. Die St. John's Co-Cathedral (1573 bis 1577) wird als einer der innen am schönsten ausgestalteten Kirchenbauten des Mittelmeerraumes angesehen.

    In Valletta gibt es zahlreiche Museen, von denen die meisten die Geschichte der Insel Malta darstellen. Das Manoel Theatre in der Old Theatre Street ist eine seit 1732 aufführende Bühne und gehört zu Europas ältesten Theatern. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt durch deutsch-italienische Luftangriffe stark verwüstet, so wurde u. a. die Königliche Oper zerstört.

    Geschichte

    1530 wurde dem Orden der Johanniter die Insel Malta von Kaiser Karl V. als Lehen übertragen. 1565 mussten die Johanniter ihr Lehen in einem Kampf gegen die Osmanen verteidigen. Trotz großer Übermacht der Angreifer gelang es den Christen, Malta zu halten und die Türken zum Abzug zu zwingen. Zum Dank für die "Retter des christlichen Abendlandes" half Papst Pius IV., den Felsen zu befestigen, und so legte Großmeister Jean Parisot de la Valette am 28. März 1566 den Grundstein für die spätere Stadt Valletta. Die Stadt wurde von dem berühmten Architekten Francesco Laparelli entworfen, einem Assistenten Michelangelos. Laparellis Entwurf stellte eine signifikante Abweichung von der herkömmlichen Bauweise mittelalterlicher Städte dar, da er die Stadt in einem Raster gliederte. Nach seiner Abreise führte der maltesische Architekt Girolamo Cassar den Bau der Stadt fort.

    1798 wurde Malta durch die Franzosen besetzt, 1814 erfolgte die Vertreibung des Johanniterordens aufgrund des Vertrags von Paris. Malta wurde britische Kronkolonie. Valletta hatte von 1940 bis 1943 im Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Afrika-Feldzuges eine wichtige strategische Rolle inne. Am 15. April 1942 wurden insgesamt 6700 Tonnen Bomben auf Valletta und den Grand Harbour abgeworfen. Seit 21. September 1964 ist Valletta Hauptstadt der Republik Malta.