Vatikanstadt

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Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Staat Vatikanstadt (lateinisch: Status Civitatis Vaticanae; italienisch: Stato della Città del Vaticano) liegt im westlichen Teil der italienischen Hauptstadt Rom und ist mit einer Fläche von 0,44 km² der kleinste Staat der Welt. Es handelt sich um den Rest des früheren Kirchenstaates auf italienischem Boden, der 1929 durch die Lateranverträge mit der italienischen Staatsführung die volle staatliche Souveränität erhielt.

Die Vatikanstadt liegt am Westufer des Flusses Tiber auf einem Hügel (Mons Vaticanus). Zentrum des Staatsgebietes ist die Peterskirche, die Grabkirche des Apostel Petrus und die zweitgrößte Kirche der Welt. An ihrer Nordseite liegen die Sixtinische Kapelle und der Vatikanpalast, in der der Papst, das Oberhaupt der katholischen Kirche, residiert. Weiter zum Staatsgebiet gehören die Vatikanischen Museen und Gärten, der Gouverneurspalast und die Päpstliche Akademie. Der Vatikanstaat verfügt über einen eigenen Radiosender (Radio Vaticano), Post, Telegrafenamt, Bahnhof und Druckerei. Außerhalb des abgegrenzten Territoriums westlich des Tiber gehören weitere Gebäude in und um Rom zum Staatsgebiet des Vatikan. Dazu gehören z.B. die Kirchen San Giovanni in Laterano, San Paolo fuori le mura sowie die Sommerresidenz des Papstes (Castel Gandolfo), die etwa 20 km südöstlich von Rom liegt.

Klima

Im Vatikanstaat herrscht mediterranes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern. Die mittleren Juliwerte liegen bei rund 25 °C, im Januar werden durchschnittlich 7 °C gemessen. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei rund 750 mm.

Bevölkerung

Fassade der Peterskirche in Rom

Der Vatikan als Amtssitz des Papstes ist der geistige und verwaltungsmäßige Mittelpunkt der römisch-katholischen Kirche. Entsprechend setzt sich die Bevölkerung zum Großteil aus Geistlichen zusammen. Bei den rund 550 Staatsbürgern (Bevölkerung gesamt: ca. 700) handelt es sich um Kardinäle, Prälaten, die Angehörigen der Schweizer Garde (die im Rahmen ihrer Dienstzeit Staatsbürger sind) und rund 50 Laien. Die Staatsbürgerschaft der Vatikanstadt wird "nach Bedarf" auf Zeit vergeben und zusätzlich zur regulären Staatsbürgerschaft getragen. Der Großteil der insgesamt rund 3 000 Beschäftigten des Vatikan wohnt nicht auf dem Staatsgebiet und besitzt auch nicht die Staatsbürgerschaft.

Die soziale und gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung ist sehr gut ausgebaut. Die Amtssprachen sind Latein (bei offiziellen Verlautbarungen), Italienisch und Französisch.

Politisches System

Loggia im Vatikan, Vatikanische Museen

Die Vatikanstadt ist seit 1929 ein souveräner, unabhängiger Staat, der dem Heiligen Stuhl, der obersten Instanz der katholischen Weltkirche, untergeordnet ist. Es gilt das 2001 in Kraft getretene Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Papst (seit März 2013 Jorge Mario Bergoglio als Franziskus), der Inhaber der höchsten legislativen, exekutiven und judikativen Gewalt ist. Der Papst wird vom Kardinalskollegium auf Lebenszeit gewählt (umfasst alle Kardinäle, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben). Der Kardinalstaatssekretär (seit Oktober 2013 Pietro Parolin) ist als ständige Vertretung des Papstes mit der weltlichen Leitung des Vatikanstaats beauftragt. In Abwesenheit des Papstes übernimmt das Kardinalskollegium die päpstlichen Vollmachten. Die Legislative liegt bei der Päpstlichen Kommission (sofern sich der Papst die Entscheidung nicht vorenthält), die alle fünf Jahre vom Papst ernannt wird. Die exekutive Gewalt wird vom Governatorat der Vatikanstadt ausgeübt.

Die Vatikanstadt unterhält keine eigene Armee. Die Schweizer Garde wird für den Wachdienst im Vatikan eingesetzt.

Wirtschaft

Soldaten der Schweizergarde im Vatikan, Rom

Die Vatikanstadt ist ein wohlhabender Staat. 1929 erhielt er von Italien als Entschädigung für die Auflösung des Kirchenstaates eine Summe von rund 1,75 Milliarden Lire, die Gewinn bringend angelegt wurde und heute hohe jährliche Ausschüttungen bringt. Der Staat besitzt Immobilien, Anteile an ausländischen Firmen und Aktienkapital. Weitere Staatseinnahmen werden über den Verkauf von Briefmarken, Telefonkarten und Münzen und aus dem Fremdenverkehr erzielt (Verkauf von Devotionalien, Eintrittsgelder). Spenden machen ebenfalls einen wesentlichen Anteil an den Staatseinnahmen aus.

Die Vatikanstadt ist an das italienische Eisenbahnnetz angeschlossen und besitzt einen eigenen Bahnhof.

Währung ist der Euro.

Weblinks

Der heilige Stuhl

The World Fact Book (CIA)

Vatikan Museum

Vatikan: der heilige Stuhl

Musei Vaticani


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