Vereinigte Staaten von Amerika

Aus Länder-Lexikon.de

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Mit einer Fläche von insgesamt 9 772 614 km² sind die Vereinigten Staaten von Amerika (United States of America, USA) das drittgrößte Land der Erde (nach Russland und Kanada). Die USA erstrecken sich in Nordamerika vom Atlantik im Osten bis zum Pazifik im Westen (4 800 km), im Norden grenzen sie an Kanada, im Süden an Mexiko (Nord-Süd-Ausdehnung: 2 600 km). Neben dem Kerngebiet (48 zusammenhängende Bundesstaaten) sind Alaska im Nordwesten des Kontinents (1 530 700 km², rund 650 000 Einwohner) und die Hawaii-Inseln (16 759 km² und etwa 1,26 Millionen) ebenfalls amerikanische Bundesstaaten. Der US-Regierung unterstellt bzw. durch Assoziierungsabkommen verbunden sind Guam und Amerikanisch-Samoa im Pazifik, Puerto Rico und einige der Jungfern-Inseln.

Das Kerngebiet der 48 Bundesstaaten ist mit einer Fläche von rund 7,8 Millionen Quadratkilometer etwa 22-mal so groß wie Deutschland.

Grob lassen sich die USA in vier Großlandschaften unterteilen: die Küstenebenen am Atlantik im Osten, der sie begrenzende Gebirgszug der Appalachen, im Westen die Nordamerikanische Kordillere, dazwischen die Inneren Ebenen.

Zur Küstenebene im Osten der USA wird auch die Halbinsel Florida im Südosten und die im Süden liegende Küste am Golf von Mexiko gerechnet. Während im Nordosten die Ausläufer der Appalachen teilweise bis an den Atlantik heranreichen, wird die stark gegliederte Küste in Richtung Süden immer breiter. Im südlichen Teil herrschen Lagunen und Sumpfgebiete vor (z.B. Everglades in Florida). Die Halbinsel Florida stellt Anschwemmungsland dar, das sich nur wenige Meter über dem Meeresspiegel befindet. Die Küstenebene am Golf von Mexiko ist bis zu 320 km breit und durch Nehrungen und Lagunen geprägt. Etwa in der Mitte der Golfküste befindet sich das Mississippi-Delta, hier verschiebt sich die Landgrenze durch Ablagerungen des Flusses immer weiter hinein in den Golf.

Die Appalachen im Osten der USA reichen vom Bundesstaat Alabama im Süden bis zu den Neuenglandstaaten im Norden (und setzen sich in Kanada bis nach Neufundland fort). Der Gebirgszug ist über 300 km lang und bis maximal 600 km breit, seine höchste Erhebung ist der Mount Mitchell mit 2 039 m. Der Mount Mitchell gehört zur südlich gelegenen Gipfelkette der Blue Ridge, die sich steil aus dem Flachland erhebt. Westlich davon folgt die Ridge-and-Valley-Province, eine durch Täler stark zergliederte Gebirgslandschaft, und die Allegheny Mountains, die im Westen in Schichtstufen zu den Inneren Ebenen abfallen.

Die Inneren Ebenen, die im Süden von der Golfküstenebene begrenzt sind und im Norden bis nach Kanada hineinreichen, sind zwischen 700 und 1 200 km breit. Im Westen bilden die Nordamerikanischen Kordilleren eine natürliche Grenze. Im Wesentlichen bestehen die Inneren Ebenen aus drei großen Regionen: dem Zentralen Tiefland, dem Mississippi-Tiefland (beide im Osten) und den Great Plains im Westen. Im zentralen Tiefland liegen die fünf riesigen, durch Eiszeitgletscher geformten Seen, die teilweise auf kanadischem, teilweise auf US-amerikanischem Gebiet liegen und insgesamt eine Fläche von rund 250 000 km² einnehmen (Oberer See, Michigan-, Huron-, Erie- und Ontariosee, siehe Große Seen). Durch Flüsse und Wasserfälle sind die Seen miteinander verbunden und bilden die größte zusammenhängende Süßwasserfläche der Erde. Zu den bekanntesten der Wasserfälle gehören die rund 50 m hohen Niagarafälle. Im Süden schließt sich das Mississippi-Tiefland an. Die Great Plains steigen westlich davon allmählich von 200 m auf Höhen bis zu rund 1 600 m an, einzelne Höhenzüge wie die Black Hills erreichen auch über 2 000 m (Harney Peak, 2 207 m).

Die Nordamerikanische Kordillere im Westen der USA stellt einen Teil des Gebirgssystems dar, das sich von Feuerland an der Südspitze des südamerikanischen Kontinents bis nach Alaska erstreckt. Der Teil der Kordillere auf dem Staatsgebiet der USA ist bis zu 1 700 km breit. Im Osten liegen die Rocky Mountains, die steil aus den Great Plains aufsteigen, höchster Gipfel ist mit 4 396 m der Mount Elbert. Zwischen den Rocky Mountains und den Gebirgen am Pazifik, die dort steil zur Küste abfallen, liegt eine Region mit Tafelländern bzw. Beckenlandschaften (Columbia Plateau, Great Basin, Colorado Plateau, Hochland von Arizona und New Mexico) und tief eingegrabenen Tälern bzw. Gräben (Great Valley, Death Valley). Der weltberühmte Grand Canyon durchschneidet das Colorado Plateau im Süden. Zu den pazifischen Gebirgen gehört unter anderem die Sierra Nevada (hier liegt mit 4 421 m der Mount Whitney als höchste Erhebung im Kerngebiet der USA). Die Nordamerikanische Kordillere ist ein erdgeschichtlich junges Gebiet, vor allem im westlichen Teil im Großraum Los Angeles und San Francisco kommt es durch das Aufeinandertreffen der Amerikanischen und der Pazifischen Platte zu erhöhter Erdbebentätigkeit und noch aktiven Vulkanen (z.B. Mount Saint Helens).

Auch Alaska an der Südwestspitze des nordamerikanischen Kontinents wird durch die Nordamerikanische Kordillere geprägt. Hier findet sich die höchste Erhebung der USA, der Mount McKinley mit 6 194 m. Das Landesinnere Alaskas wird durch Bergländer, Plateaus und Becken (z.B. des Yukon) bestimmt. Vor Alaska liegt die Inselkette der Alëuten.

Die Inseln Hawaiis liegen im Pazifik und bilden eine ca. 2 400 km lange Kette. Die acht Hauptinseln sind Hawaii (10 433 km²), Maui (1 884 km²), Oahu, Jauai, Molokai, Lanai, Kahoolawe und Niihau.

Der längste Fluss der USA ist mit 3 778 km der Mississippi, gefolgt von einem seiner Nebenflüsse, dem Missouri (3 725 km). Der Colorado (2 334 km) durchfließt die Kordilleren und mündet auf mexikanischem Staatsgebiet in den Golf von Mexiko. Im Nordwesten des Landes spielt der wasserreiche Columbia (1 953 km), der ein starkes Gefälle aufweist, für die Stromgewinnung eine bedeutende Rolle. Im Osten sind unter anderem der Susquehanna (715 km), der Delaware (650 km) und der Hudson (510 km) von Bedeutung.

Kilma

Entsprechend der Größe des Landes gibt es in den USA verschiedene Klimazonen. Im Kerngebiet der USA folgen von Norden in Richtung Süden kühl gemäßigtes, gemäßigtes, subtropisches und randtropisches Klima. In Alaska herrscht subarktisches bzw. arktisches Klima mit Dauerfrostböden, auf Hawaii tropisches Klima mit vielen Niederschlägen und durchgängig hohen Temperaturen von rund 24 °C.

Der äußerste Süden Floridas und die Golfküste gehören zu den randtropischen Gebieten, in Miami betragen die mittleren Temperaturen im Juli 27,5 °C, im Januar 19 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei rund 1 510 mm. Durch das Fehlen einer Nord-Süd-Barriere kann es zu Kälteeinbrüchen durch polare Luftmassen kommen, die aus den Inneren Ebenen stammen.

An der Atlantikküste sorgt der kalte Labradorstrom vor allem im Winterhalbjahr dafür, dass kalte Wassermassen bis weit in den Süden transportiert werden. In New York, das auf dem selben Breitengrad liegt wie die Stadt Neapel in Italien, liegen die mittleren Januarwerte mit 0 °C weit unter denen Neapels (9 °C), die Julitemperaturen dagegen sind in beiden Städten gleich (25 °C). Für die Ostküste sind große Mengen an Schnee im Winter typisch und sehr kalte Tage mit unter -10 °C, denen wieder deutlich wärmere Tage folgen. Demgegenüber sorgt an der Pazifikküste im Westen der USA die Kuro-Schio-Drift, eine warme Meeresströmung, für ein Januarmittel von 5 °C in Seattle (Juli 19 °C). Die Niederschlagsmenge liegt hier bei rund 850 mm. In Los Angeles weiter im Süden an der Pazifikküste liegen die Mittelwerte im Januar bei 13 °C, im Juli bei 23 °C (Niederschlagsmenge: 370 mm).

In den Inneren Ebenen herrscht kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern, wobei die Temperaturen von Norden nach Süden hin ansteigen. An der Grenze zu Kanada beträgt die mittlere Julitemperatur 22 °C, es werden teilweise Temperaturen von bis zu 46 °C erreicht. Im Januar liegt der Mittelwert bei -13 °C, das Thermometer kann bis auf -43 °C fallen. Im Süden dagegen (Oklahoma City) liegen die Mittelwerte bei 28 °C im Juli und 3 °C im Januar, auch hier können aber sehr hohe bzw. niedrige Extremwerte erreicht werden.

Generell nehmen die Niederschlagsmengen von der Atlantikküste (1 000 bis 2 500 mm) zum Landesinneren hin kontinuierlich ab. Westlich des Mississippi im Bereich der Great Plains werden nur noch rund 500 mm erreicht, noch niedriger ist die Niederschlagsmenge in den Längstälern und Becken der Nordamerikanischen Kordillere (100 bis 250 mm). Hier liegen einige der trockensten und heißesten Gebiete der Welt, z.B. im Death Valley (bis 56 °C). Im Gegensatz dazu liegen die Niederschlagsmengen an der Westseite der Nordamerikanischen Kordillere (Pazifikküste) bei durchschnittlich 3 000 mm im Norden. In den südlichen Gebieten der Pazifikküste findet sich nahezu mediterranes Klima mit trockenen Sommern (Los Angeles 23 °C) und milden Wintern (13 °C). Die jährliche Niederschlagsmenge liegt hier bei ca. 370 mm.

Vor allem im Süden und Südosten der USA treten häufiger Hurrikans (tropische Wirbelstürme) auf und führen zu schweren Schäden. Im mittleren Westen bilden sich so genannte Tornados, die durch das Aufeinandertreffen kalter und warmer Luftmassen entstehen.

Flora und Fauna

Entsprechend der Größe des Landes gibt es in den USA mehrere verschiedene Vegetationszonen. Ursprünglich waren rund 50 % der Staatsfläche bewaldet, heute ist es nur noch ein Drittel. In vielen Gebieten an der Ostküste der USA findet sich Mischwald, im nördlichen Teil vor allem Tannen, Fichten, Kiefern, Birken und Ahorn, weiter im Süden sommergrüne Laubwälder mit Eichen, Kastanien, Buchen und dem Hickorybaum, der zu den Walnussgewächsen gehört. In den Hochlagen der Appalachen gehen die Mischwälder in Nadelwald über. Im äußersten Süden der Halbinsel Florida wachsen Farne, Lorbeergewächse, Sumpfzypressen und Mangroven in den Sumpfgebieten. Entlang der Golfküste findet sich annähernd tropische Vegetation mit Sumpfzypressen und Lianen. In den Inneren Ebenen breiten sich weite Grasländer (Prärien) aus: Im Bereich des Mississippi wachsen vor allem Hoch- oder Langgräser, westlich davon beginnt die Kurzgrassteppe, die in den trockenen Gebieten am Fuß der Rocky Mountains in Zwerg- und Dornstrauchsteppe übergeht. In den Rocky Mountains finden sich ab einer Höhe von rund 2 000 m zunächst Büsche und Zwergformen von Bäumen, ab 2 300 m tritt Mischwald mit Tannen, Douglaskiefern und Amerikanischen Zitterpappeln auf, ab 2 900 m Nadelwald mit verschiedenen Kiefern, Douglasie, Wacholder und Sequoia, der in Tundrenvegetation und alpine Matten übergeht.

In der Sierra Nevada wächst der Mammutbaum (Sierrasequoia), der bis zu 135 m hoch wird und einen Durchmesser von 12 m erreichen kann. In Richtung Süden wird die Vegetation immer spärlicher bis hin zu Halbwüsten und Salzsteppen. Hier finden sich Sukkulenten und immergrüne Hartlaubsträucher, Chaparral genannt, die auf abgeholzten Flächen entstehen (ähnlich der Macchie im Mittelmeerraum). Weiter südlich finden sich reine Wüsten mit Sanddünen und Salzkrusten (Great Salt Lake Desert, Death Valley, Llano Estacado).

Die Vegetation in Alaska ist von borealem Nadelwald bestimmt (Taiga), der in Richtung Norden in die Tundra, die Übergangszone zwischen Taiga und dem ewigen Eis der Polarzone übergeht. Hier wachsen Zwergsträucher, Moose, Flechten und Gräser. Auf den Inseln von Hawaii findet sich in den niederschlagsreichen Zonen tropischer Regenwald, in den trockeneren Gebieten Steppenlandschaft.

Dank großer Schutzgebiete, deren Fläche zusammengerechnet mehr als 10 % der Staatsfläche ausmacht, blieb der Artenreichtum der Tierwelt in den USA erhalten. Zu den bedeutendsten Nationalparks gehören z.B. der 1864 gegründete Yosemite Nationalpark, der in der Sierra Nevada liegt und 3 075 km² umfasst, der Yellowstone Nationalpark (nördliche Rocky Mountains, 8 855 km²), die Everglades (Florida), Mammoth Cave (Kentucky), der Glacier Nationalpark (Montana), der Grand Canyon and Petrified Forest (Arizona) und der Mount McKinley (Alaska). Dennoch wurden viele der ursprünglich vorhandenen Tierarten durch den Menschen aus ihren Lebensräumen verdrängt oder ausgerottet. In den Prärien der Inneren Ebenen lebten in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch an die 50 Millionen Bisons. In wenigen Jahrzehnten wurden sie fast ausgerottet, heute sind Bisons nur noch in Reservaten zu finden, größere Bestände sind in Kanada anzutreffen. Weitere typische Präriebewohner sind der Gabelbock, der Präriehund und der Präriewolf (oder Kojote). In den Wüsten und Halbwüsten des Südwestens finden sich besonders viele Reptilien, z.B. verschiedene Klapperschlangenarten (die größte ist die Diamant-Klapperschlange mit bis zu 2,5 m), die nur in Nordamerika vorkommen.

Größere Säugetiere wie Schwarz- und Grizzlybären, Kodiakbären, Pumas, Elche und Dickhornschafe leben heute fast ausschließlich in Schutzgebieten. Vor allem im dichter besiedelten Ostteil des Landes wurde z.B. der Schwarzbär so gut wie ausgerottet, während sich kleinere Säugetierarten wie z.B. Waschbären und Opossums (eines der wenigen Beuteltiere in Nordamerika) gut an die neuen Lebensbedingungen anpassen konnten. Der Grizzlybär und der bis zu 1,5 m (Schulterhöhe) große Kodiakbär leben vor allem in den nordwestlichen Regionen der USA. Oberhalb der Baumgrenze lebt hier auch das Dickhornschaf. Der Bestand des Weißkopfseeadlers, des Wappentiers der USA, gilt als gesichert.

Bevölkerung

Rund 296,5 Millionen Menschen leben in den USA, nach China und Indien gehört das Land damit zu den bevölkerungsreichsten Staaten der Erde.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts kamen mehr als 50 Millionen Einwanderer in die Vereinigten Staaten, unter ihnen Deutsche, Italiener, Briten, Iren, Franzosen, Polen, Russen und Skandinavier, später vermehrt Menschen aus Mittelamerika und Asien. (Bis heute sind jedoch rund drei Viertel aller Amerikaner europäischer Abstammung.) Diese ethnische Vielfalt spiegelt sich auch heute noch in der amerikanischen Bevölkerung wider, da spezifische Traditionen bewahrt und gepflegt wurden. Dennoch gibt es ein einheitliches Nationalgefühl der Amerikaner. Fast drei Viertel der Gesamtbevölkerung sind Weiße, ca. 13 % sind Schwarze. Diese sind zum Großteil Nachfahren der nach Nordamerika verschleppten Sklaven. Trotz der gesetzlich verankerten Gleichstellung aller Staatsbürger gibt es nach wie vor ein Sozialgefälle und Spannungen zwischen Weiß und Schwarz. Das gilt auch für weitere Bevölkerungsgruppen wie z.B. Puertoricaner, Mexikaner (der Anteil der Hispano-Amerikaner an der Bevölkerung beträgt etwa 8 %) und Asiaten (rund 3 %). Eine der sozial schwächsten Gruppen sind die Nachfahren der indianischen Urbevölkerung, mehr als die Hälfte von ihnen leben in einem der knapp 300 Reservate. Ihre genaue Zahl kann nur geschätzt werden und wird mit knapp 2 Millionen angegeben. In Alaska macht der Bevölkerungsanteil der Indianer und Eskimos rund 16 % aus, der Rest sind Weiße. Auf Hawaii bilden Weiße ein Drittel der Bevölkerung, der Rest setzt sich aus Japanern und Bewohnern polynesischer Abstammung zusammen. Auf Hawaii leben auch Gruppen von Chinesen, Koreanern, Schwarzen und Filipinos.

Landessprache in den USA ist das Amerikanische Englisch. Im Bundesstaat New Mexiko ist Spanisch zweite offizielle Sprache. Viele der über hundert Indianersprachen sind vom Aussterben bedroht.

Knapp 80 % der Amerikaner bekennen sich zum Christentum. Gut die Hälfte der Gesamtbevölkerung bekennt sich zu einer der über 240 protestantischen Kirchen (zahlenmäßig am stärksten sind hier die Baptisten, gefolgt von den Methodisten und den Lutheranern). Der Anteil der Katholiken nimmt durch die anhaltende Einwanderung aus Mittelamerika tendenziell zu. Weitere Glaubensgemeinschaften sind Anhänger der orthodoxen Kirche, Juden und Moslems.

Allgemein ist der Lebensstandard in den USA sehr hoch, doch ist die Verteilung sehr ungleich. Rund 12 % der Gesamtbevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, das trifft vor allem auf Schwarze und Indianer zu. Die Arbeitslosenquote lag 2006 bei 4,8 %, Arbeitslose haben ein halbes Jahr Anspruch auf Unterstützung, dann sind sie von der Unterstützung durch die öffentlichen Wohlfahrt (Public Assistance) abhängig. Aufbau und Struktur des Sozial- und Gesundheitswesens führen zu einer Benachteiligung der Einkommensschwachen, rund 20 % der Erwerbstätigen sind nicht krankenversichert, für Versicherte ist oft nur eine Grundversorgung vorgesehen. Die offizielle Lebenserwartung liegt bei 81 Jahren für Frauen und 75 Jahren für Männer, ist aber bei Angehörigen der indianischen Völker und der Eskimos wesentlich niedriger. Das Bevölkerungswachstum wird mit 0,9 % angegeben (davon resultiert fast die Hälfte aus Einwanderung).

Das Bildungswesen ist in den einzelnen amerikanischen Bundesstaaten unterschiedlich. Allgemein besteht Schulpflicht ab dem 6. bzw. 7. Lebensjahr (Public School) bis zum 16. Lebensjahr. Über 3 000 Universitäten und Colleges stehen zur Verfügung, die Hälfte von ihnen befinden sich in privater Hand. Zu den bekanntesten Privatuniversitäten gehören Princeton, Harvard und Stanford. Hohe Studiengebühren führen auch hier zu einer Benachteiligung der Einkommensschwachen. Drei Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren können nicht lesen und schreiben.

Die Verteilung der Einwohner im Land ist sehr unterschiedlich. Am geringsten ist die Siedlungsdichte in Alaska (0,3 Bewohner pro Quadratkilometer), am höchsten in den Staaten der Ostküste (über 300 Bewohner pro Quadratkilometer). Das Band der Städte von Washington nach Boston ist das größte Ballungsgebiet der Welt. Insgesamt leben über drei Viertel der Amerikaner in Städten.

Die größte Stadt ist New York mit über 8 Millionen Einwohnern, im Großraum der Stadt leben rund 18,9 Millionen Menschen. New York wurde 1626 als Neu-Amsterdam von niederländischen Kolonisten gegründet und 1664 von den Engländern in New York umbenannt. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts war die damalige Hauptstadt der USA die größte Stadt, gefolgt von Philadelphia. Die Kernstadt besteht aus den Bezirken Bronx, Brooklyn, Manhattan, Queens und Richmond. Durch Zuwanderung entstanden ethnische Viertel wie Chinatown, Little Italy oder Harlem. In New York steht das Wahrzeichen der Vereinigten Staaten, die Freiheitsstatue (1886).

Weitere große Städte der Vereinigten Staaten sind Los Angeles (3,9 Millionen, Großraum 12,9 Millionen), Chicago (2,9 Mio. im Stadtgebiet), Houston (2,0 Mio.), Philadelphia (1,5 Mio.), San Diego (1,3 Mio.) und Phoenix (1,4 Mio.). Hauptstadt der USA ist Washington im District Columbia an der Ostküste mit rund 565 000 Einwohnern.

Politisches System

Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung

Die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika ist aus dem Jahr 1787 und das älteste noch gültige Dokument dieser Art. Sie wurde durch mehrere so genannte Amendments erweitert.

Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitmächte ist der amerikanische Präsident (seit Januar 2009 Barack Obama, Demokrat), der für vier Jahre indirekt vom Volk gewählt wird (vom Volk werden so genannte Wahlmänner gewählt, derzeit 538, die wiederum den Präsidenten wählen) und der weitreichende Vollmachten besitzt.

Die Legislative liegt beim Parlament (Congress), das aus zwei Kammern besteht: dem Senat mit 100 Senatoren (zwei aus jedem Bundesstaat) und dem Repräsentantenhaus (House of Representatives) mit derzeit 435 Sitzen. Die Senatoren werden für sechs Jahre gewählt, alle zwei Jahre wird ein Drittel der Senatsmitglieder neu gewählt. Die Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Der Präsident hat ein Vetorecht gegen Gesetzesvorlagen, eine Zwei-Drittel-Mehrheit beider Kammern kann das Veto aber zurückweisen.

Die USA bestehen aus 50 gleichberechtigten Bundesstaaten und dem "District of Columbia". An der Spitze jedes Bundesstaates (die alle ein eigenes Zwei-Kammern-Parlament haben; Ausnahme: Nebraska mit nur einer Kammer) steht ein für vier bzw. zwei Jahre gewählter Gouverneur. Die Bundesstaaten besitzen weitgehend Selbstverwaltung und eine eigene Gesetzgebung (so wurde z.B. in einer Vielzahl von Einzelstaaten die Todesstrafe wieder eingeführt, obwohl diese 1972 vom Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof, für verfassungswidrig erklärt worden war).

Wirtschaft

Die USA sind die führende internationale Wirtschaftsmacht. Die Grundlagen dafür bilden das große, gut erschlossene Staatsgebiet mit großen Rohstoffvorkommen, sehr guten Böden und vielen verschiedenen Klimazonen (Anbau vielfältiger Kulturpflanzen), der große Binnenmarkt und das Wirtschafts- und Finanzsystem, das auf freiem Handel und unternehmerischer Initiative aufbaut. Ein Fünftel des Weltsozialproduktes (Summe des Wertes aller Güter, Produkte und Dienstleistungen weltweit) entfällt auf die USA. Rund 77 % des Bruttoinlandsproduktes werden im Dienstleistungssektor erwirtschaftet, die Industrie trägt ca. 22 % bei.

In der Landwirtschaft sind nur ca. 2 % der Erwerbstätigen beschäftigt. Durch weiter zunehmende Mechanisierung und Konzentration der landwirtschaftlichen Betriebe zu so genannten Commercial Farms (Großfarmen) wird die Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten weiter abnehmen. Die Produkte aus der Landwirtschaft decken fast den gesamten Eigenbedarf der Bevölkerung, nur wenige Waren wie z.B. Kaffee, Tee und Bananen müssen importiert werden. Die USA befinden sich unter den führenden Nationen bei der Erzeugung von Baumwolle, Rind- und Schweinefleisch, Butter, Getreide (Weizen, Mais), Kartoffeln, Tabak, Weintrauben und Zitrusfrüchten. Die Gliederung der früher an den Klimazonen orientierten Anbaugebiete (so genannte Gürtel, englisch: belts) wurden im Verlauf des 20. Jahrhunderts weitgehend gelockert bzw. die Monokulturen aufgegeben, so dass heute in traditionellen Weizenanbaugebieten z.B. auch Rinderzucht betrieben wird. In den Neuenglandstaaten und an den großen Seen im Norden des Landes wird schwerpunktmäßig Milchviehhaltung betrieben und Futtermais angebaut. Des Weiteren ist der Anbau von Kartoffeln, Tomaten, Tabak, Kohl, Sojabohnen, Zuckerrüben und Zuckermais von Bedeutung. Die Bundesstaaten Ohio, Indiana, Illinois, Iowa und Missouri, die im Süden der Großen Seen liegen, bildeten den traditionellen Mais-Gürtel, noch heute stammen mehr als die Hälfte des angebauten Mais aus diesem Gebiet. Daneben werden vor allem Sojabohnen angebaut und Viehzucht betrieben. Die Staaten im Süden des Landes sind vielseitig in der Landwirtschaft, neben Baumwolle als Hauptprodukt gibt es große Rinderfarmen, außerdem werden Soja, Hirse, Reis, Mais und Erdnüsse angebaut. Aus diesem Bereich stammt auch ein Großteil des Sägeholzes und der Zellulose. Im Westen der Inneren Ebenen dominiert die Rinderhaltung, im feuchteren Osten der Anbau von Weizen. Mit Hilfe von Bewässerungsfeldbau wird im südlichen Bereich der Great Plains Baumwolle angebaut. Hier gibt es Großbetriebe, die mehr als 1 000 Hektar umfassen (Texas, Montana). In Kalifornien werden Zitrusfrüchte und Weintrauben angebaut, über 80 % des amerikanischen Weins stammt aus diesem Bundesstaat. Fisch wird zusätzlich zu den eigenen Fangerträgen aus Kanada importiert.

Trotz umfangreicher Vorkommen an Erdöl und Erdgas importieren die USA Erdöl für die Deckung des sehr hohen Energiebedarfs. Zu den reichlichen und vielfältigen Bodenschätzen gehören außerdem Vorkommen an Braun- und Steinkohle, Erdgas, Molybdän, Eisenerz, Kupfer, Blei, Zink, Quecksilber, Gold, Silber, Uran, Bauxit und Schwefel. Neben Kohle, Erdöl und Erdgas wird vor allem mit Kernkraft und Wasserkraft Energie erzeugt.

Im verarbeitenden Sektor arbeiten rund 16 % der Erwerbstätigen. Der traditionelle Manufacturing Belt erstreckte sich von den Neuenglandstaaten über die Großen Seen bis zum oberen Mississippi. Auch heute noch ist hier rund die Hälfte des Industriepotenzials der USA ansässig, vor allem Luft- und Raumfahrtindustrie, Eisen- und Stahlherstellung (Großraum Pittsburgh), Automobilherstellung (Detroit/Cleveland), petrochemische und chemische Industrie und Landmaschinenbau (Gebiet der Großen Seen). In New York, der bedeutendsten Industriestadt der USA, gibt es keine Spezialisierung auf eine Branche. Erst seit den 1970er Jahren sind bedeutende Industriestandorte auch in den Südstaaten zu finden (Chemie, Petrochemie, Aluminiumherstellung, Nahrungs- und Genussmittelindustrie). In Kalifornien gehört die Luft- und Raumfahrtindustrie zu den führenden Branchen. Zentrum der amerikanischen Filmindustrie ist Hollywood bei Los Angeles. Silicon Valley ist der Mittelpunkt der amerikanischen Computerindustrie, die die bedeutendste der Welt ist. Im Nordwesten der USA hat sich die größte Sägeindustrie der Welt etabliert.

Die USA sind hinter China die zweitgrößte Exportnation. Zu den Hauptausfuhrgütern gehören Kapitalgüter, Automobile, Maschinen, Rohstoffe, Konsumgüter und landwirtschaftliche Produkte. Exportpartner sind vor allem Kanada, Mexiko und China. Eingeführt werden hauptsächlich Erdöl, elektrische Maschinen und Geräte, Kraftfahrzeuge, Konsumgüter, Nahrungsmittel und Getränke. Die wichtigsten Importpartner sind ebenfalls (in dieser Reihenfolge) – China, Kanada und Mexiko. Daneben unterhalten die USA als weltgrößte Handelsnation mit vielen anderen Staaten Handelsbeziehungen. Ein Handelsboykott seitens den USA wurde mehrmals als politisches Druckmittel verwendet (z.B. in Kuba).

In den Bundesstaaten der USA stehen rund 6,4 Millionen Kilometer gut ausgebaute, asphaltierte Straße zur Verfügung. Der Eisenbahnverkehr hat für den Warentransport Bedeutung, nicht aber für den Personentransport, hier dominiert das Auto. Eine große Rolle spielt der Flugverkehr, einige der größten Flughäfen der Welt liegen in den USA (z.B. in Chicago, Atlanta und Los Angeles). Für die Binnenschifffahrt ist neben den Großen Seen, die durch Kanäle miteinander verbunden sind, vor allem der Mississippi von Bedeutung. Wichtige Handelshäfen am Pazifik sind Los Angeles und San Francisco, am Atlantik New York und Philadelphia, am Golf von Mexiko New Orleans und Corpus Christi.

Währung ist der US-Dollar (= 100 Cents).


Fl usa.jpg Wappen usa.svg
United States of America
Amtssprache

Englisch

Hauptstadt

Washington D. C.

Staatsform Präsidiale Bundesrepublik
Fläche 9.772.614 km²
Einwohner 296.500.000
Währung US-Dollar
Zeitzone UTC-5 bis UTC-10
KFZ-Kennzeichen USA
Internet-TLD .us, .gov, .mil, .edu
Telefonvorwahl 001