Vereinigte Staaten von Amerika (Bevölkerung)
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Rund 296,5 Millionen Menschen leben in den USA, nach China und Indien gehört das Land damit zu den bevölkerungsreichsten Staaten der Erde.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts kamen mehr als 50 Millionen Einwanderer in die Vereinigten Staaten, unter ihnen Deutsche, Italiener, Briten, Iren, Franzosen, Polen, Russen und Skandinavier, später vermehrt Menschen aus Mittelamerika und Asien. (Bis heute sind jedoch rund drei Viertel aller Amerikaner europäischer Abstammung.) Diese ethnische Vielfalt spiegelt sich auch heute noch in der amerikanischen Bevölkerung wider, da spezifische Traditionen bewahrt und gepflegt wurden. Dennoch gibt es ein einheitliches Nationalgefühl der Amerikaner. Fast drei Viertel der Gesamtbevölkerung sind Weiße, ca. 13 % sind Schwarze. Diese sind zum Großteil Nachfahren der nach Nordamerika verschleppten Sklaven. Trotz der gesetzlich verankerten Gleichstellung aller Staatsbürger gibt es nach wie vor ein Sozialgefälle und Spannungen zwischen Weiß und Schwarz. Das gilt auch für weitere Bevölkerungsgruppen wie z.B. Puertoricaner, Mexikaner (der Anteil der Hispano-Amerikaner an der Bevölkerung beträgt etwa 8 %) und Asiaten (rund 3 %). Eine der sozial schwächsten Gruppen sind die Nachfahren der indianischen Urbevölkerung, mehr als die Hälfte von ihnen leben in einem der knapp 300 Reservate. Ihre genaue Zahl kann nur geschätzt werden und wird mit knapp 2 Millionen angegeben. In Alaska macht der Bevölkerungsanteil der Indianer und Eskimos rund 16 % aus, der Rest sind Weiße. Auf Hawaii bilden Weiße ein Drittel der Bevölkerung, der Rest setzt sich aus Japanern und Bewohnern polynesischer Abstammung zusammen. Auf Hawaii leben auch Gruppen von Chinesen, Koreanern, Schwarzen und Filipinos.
Landessprache in den USA ist das Amerikanische Englisch. Im Bundesstaat New Mexiko ist Spanisch zweite offizielle Sprache. Viele der über hundert Indianersprachen sind vom Aussterben bedroht.
Knapp 80 % der Amerikaner bekennen sich zum Christentum. Gut die Hälfte der Gesamtbevölkerung bekennt sich zu einer der über 240 protestantischen Kirchen (zahlenmäßig am stärksten sind hier die Baptisten, gefolgt von den Methodisten und den Lutheranern). Der Anteil der Katholiken nimmt durch die anhaltende Einwanderung aus Mittelamerika tendenziell zu. Weitere Glaubensgemeinschaften sind Anhänger der orthodoxen Kirche, Juden und Moslems.
Allgemein ist der Lebensstandard in den USA sehr hoch, doch ist die Verteilung sehr ungleich. Rund 12 % der Gesamtbevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, das trifft vor allem auf Schwarze und Indianer zu. Die Arbeitslosenquote lag 2006 bei 4,8 %, Arbeitslose haben ein halbes Jahr Anspruch auf Unterstützung, dann sind sie von der Unterstützung durch die öffentlichen Wohlfahrt (Public Assistance) abhängig. Aufbau und Struktur des Sozial- und Gesundheitswesens führen zu einer Benachteiligung der Einkommensschwachen, rund 20 % der Erwerbstätigen sind nicht krankenversichert, für Versicherte ist oft nur eine Grundversorgung vorgesehen. Die offizielle Lebenserwartung liegt bei 81 Jahren für Frauen und 75 Jahren für Männer, ist aber bei Angehörigen der indianischen Völker und der Eskimos wesentlich niedriger. Das Bevölkerungswachstum wird mit 0,9 % angegeben (davon resultiert fast die Hälfte aus Einwanderung).
Das Bildungswesen ist in den einzelnen amerikanischen Bundesstaaten unterschiedlich. Allgemein besteht Schulpflicht ab dem 6. bzw. 7. Lebensjahr (Public School) bis zum 16. Lebensjahr. Über 3 000 Universitäten und Colleges stehen zur Verfügung, die Hälfte von ihnen befinden sich in privater Hand. Zu den bekanntesten Privatuniversitäten gehören Princeton, Harvard und Stanford. Hohe Studiengebühren führen auch hier zu einer Benachteiligung der Einkommensschwachen. Drei Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren können nicht lesen und schreiben.
Die Verteilung der Einwohner im Land ist sehr unterschiedlich. Am geringsten ist die Siedlungsdichte in Alaska (0,3 Bewohner pro Quadratkilometer), am höchsten in den Staaten der Ostküste (über 300 Bewohner pro Quadratkilometer). Das Band der Städte von Washington nach Boston ist das größte Ballungsgebiet der Welt. Insgesamt leben über drei Viertel der Amerikaner in Städten.
Die größte Stadt ist New York mit über 8 Millionen Einwohnern, im Großraum der Stadt leben rund 18,9 Millionen Menschen. New York wurde 1626 als Neu-Amsterdam von niederländischen Kolonisten gegründet und 1664 von den Engländern in New York umbenannt. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts war die damalige Hauptstadt der USA die größte Stadt, gefolgt von Philadelphia. Die Kernstadt besteht aus den Bezirken Bronx, Brooklyn, Manhattan, Queens und Richmond. Durch Zuwanderung entstanden ethnische Viertel wie Chinatown, Little Italy oder Harlem. In New York steht das Wahrzeichen der Vereinigten Staaten, die Freiheitsstatue (1886).
Weitere große Städte der Vereinigten Staaten sind Los Angeles (3,9 Millionen, Großraum 12,9 Millionen), Chicago (2,9 Mio. im Stadtgebiet), Houston (2,0 Mio.), Philadelphia (1,5 Mio.), San Diego (1,3 Mio.) und Phoenix (1,4 Mio.). Hauptstadt der USA ist Washington im District Columbia an der Ostküste mit rund 565 000 Einwohnern.