Vereinigte Staaten von Amerika (Flora und Fauna)
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Entsprechend der Größe des Landes gibt es in den USA mehrere verschiedene Vegetationszonen. Ursprünglich waren rund 50 % der Staatsfläche bewaldet, heute ist es nur noch ein Drittel. In vielen Gebieten an der Ostküste der USA findet sich Mischwald, im nördlichen Teil vor allem Tannen, Fichten, Kiefern, Birken und Ahorn, weiter im Süden sommergrüne Laubwälder mit Eichen, Kastanien, Buchen und dem Hickorybaum, der zu den Walnussgewächsen gehört. In den Hochlagen der Appalachen gehen die Mischwälder in Nadelwald über. Im äußersten Süden der Halbinsel Florida wachsen Farne, Lorbeergewächse, Sumpfzypressen und Mangroven in den Sumpfgebieten. Entlang der Golfküste findet sich annähernd tropische Vegetation mit Sumpfzypressen und Lianen. In den Inneren Ebenen breiten sich weite Grasländer (Prärien) aus: Im Bereich des Mississippi wachsen vor allem Hoch- oder Langgräser, westlich davon beginnt die Kurzgrassteppe, die in den trockenen Gebieten am Fuß der Rocky Mountains in Zwerg- und Dornstrauchsteppe übergeht. In den Rocky Mountains finden sich ab einer Höhe von rund 2 000 m zunächst Büsche und Zwergformen von Bäumen, ab 2 300 m tritt Mischwald mit Tannen, Douglaskiefern und Amerikanischen Zitterpappeln auf, ab 2 900 m Nadelwald mit verschiedenen Kiefern, Douglasie, Wacholder und Sequoia, der in Tundrenvegetation und alpine Matten übergeht.
In der Sierra Nevada wächst der Mammutbaum (Sierrasequoia), der bis zu 135 m hoch wird und einen Durchmesser von 12 m erreichen kann. In Richtung Süden wird die Vegetation immer spärlicher bis hin zu Halbwüsten und Salzsteppen. Hier finden sich Sukkulenten und immergrüne Hartlaubsträucher, Chaparral genannt, die auf abgeholzten Flächen entstehen (ähnlich der Macchie im Mittelmeerraum). Weiter südlich finden sich reine Wüsten mit Sanddünen und Salzkrusten (Great Salt Lake Desert, Death Valley, Llano Estacado).
Die Vegetation in Alaska ist von borealem Nadelwald bestimmt (Taiga), der in Richtung Norden in die Tundra, die Übergangszone zwischen Taiga und dem ewigen Eis der Polarzone übergeht. Hier wachsen Zwergsträucher, Moose, Flechten und Gräser. Auf den Inseln von Hawaii findet sich in den niederschlagsreichen Zonen tropischer Regenwald, in den trockeneren Gebieten Steppenlandschaft.
Dank großer Schutzgebiete, deren Fläche zusammengerechnet mehr als 10 % der Staatsfläche ausmacht, blieb der Artenreichtum der Tierwelt in den USA erhalten. Zu den bedeutendsten Nationalparks gehören z.B. der 1864 gegründete Yosemite Nationalpark, der in der Sierra Nevada liegt und 3 075 km² umfasst, der Yellowstone Nationalpark (nördliche Rocky Mountains, 8 855 km²), die Everglades (Florida), Mammoth Cave (Kentucky), der Glacier Nationalpark (Montana), der Grand Canyon and Petrified Forest (Arizona) und der Mount McKinley (Alaska). Dennoch wurden viele der ursprünglich vorhandenen Tierarten durch den Menschen aus ihren Lebensräumen verdrängt oder ausgerottet. In den Prärien der Inneren Ebenen lebten in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch an die 50 Millionen Bisons. In wenigen Jahrzehnten wurden sie fast ausgerottet, heute sind Bisons nur noch in Reservaten zu finden, größere Bestände sind in Kanada anzutreffen. Weitere typische Präriebewohner sind der Gabelbock, der Präriehund und der Präriewolf (oder Kojote). In den Wüsten und Halbwüsten des Südwestens finden sich besonders viele Reptilien, z.B. verschiedene Klapperschlangenarten (die größte ist die Diamant-Klapperschlange mit bis zu 2,5 m), die nur in Nordamerika vorkommen.
Größere Säugetiere wie Schwarz- und Grizzlybären, Kodiakbären, Pumas, Elche und Dickhornschafe leben heute fast ausschließlich in Schutzgebieten. Vor allem im dichter besiedelten Ostteil des Landes wurde z.B. der Schwarzbär so gut wie ausgerottet, während sich kleinere Säugetierarten wie z.B. Waschbären und Opossums (eines der wenigen Beuteltiere in Nordamerika) gut an die neuen Lebensbedingungen anpassen konnten. Der Grizzlybär und der bis zu 1,5 m (Schulterhöhe) große Kodiakbär leben vor allem in den nordwestlichen Regionen der USA. Oberhalb der Baumgrenze lebt hier auch das Dickhornschaf. Der Bestand des Weißkopfseeadlers, des Wappentiers der USA, gilt als gesichert.