Vereinigte Staaten von Amerika (Wirtschaft)
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Die USA sind die führende internationale Wirtschaftsmacht. Die Grundlagen dafür bilden das große, gut erschlossene Staatsgebiet mit großen Rohstoffvorkommen, sehr guten Böden und vielen verschiedenen Klimazonen (Anbau vielfältiger Kulturpflanzen), der große Binnenmarkt und das Wirtschafts- und Finanzsystem, das auf freiem Handel und unternehmerischer Initiative aufbaut. Ein Viertel des Weltsozialproduktes (Summe des Wertes aller Güter, Produkte und Dienstleistungen weltweit) entfällt auf die USA. Rund 79 % des Bruttoinlandsproduktes werden im Dienstleistungssektor erwirtschaftet, die Industrie trägt ca. 20 % bei.
Die im Frühjahr 2007 entstandene Immobilienkrise (davon waren im US-Immobilienbereich in erster Linie Subprime-Kredite betroffen, also Kredite, die überwiegend an Kreditnehmer mit geringer Bonität vergeben wurden - deswegen auch "Subprime-Krise") hat sich zu einer weltweiten Finanzmarkt- und Vertrauenskrise ausgeweitet. Die Wachstumsrate in den USA lag 2007 bei (geschätzten) 2,2 %. Die Wirtschaftsentwicklung wird 2008 wohl deutlich schwächer ausfallen. Die Finanz- und Immobilienkrise belastet die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt weiter (vgl. Vereinigte Staaten von Amerika, Geschichte).
In der Landwirtschaft ist nur ca. ein Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Durch weiter zunehmende Mechanisierung und Konzentration der landwirtschaftlichen Betriebe zu so genannten Commercial Farms (Großfarmen) wird die Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten weiter abnehmen. Die Produkte aus der Landwirtschaft decken fast den gesamten Eigenbedarf der Bevölkerung, nur wenige Waren wie z.B. Kaffee, Tee und Bananen müssen importiert werden. Die USA befinden sich unter den führenden Nationen bei der Erzeugung von Baumwolle, Rind- und Schweinefleisch, Butter, Getreide (Weizen, Mais), Kartoffeln, Tabak, Weintrauben und Zitrusfrüchten. Die Gliederung der früher an den Klimazonen orientierten Anbaugebiete (so genannte Gürtel, englisch: belts) wurden im Verlauf des 20. Jahrhunderts weitgehend gelockert bzw. die Monokulturen aufgegeben, so dass heute in traditionellen Weizenanbaugebieten z.B. auch Rinderzucht betrieben wird. In den Neuenglandstaaten und an den großen Seen im Norden des Landes wird schwerpunktmäßig Milchviehhaltung betrieben und Futtermais angebaut. Des Weiteren ist der Anbau von Kartoffeln, Tomaten, Tabak, Kohl, Sojabohnen, Zuckerrüben und Zuckermais von Bedeutung. Die Bundesstaaten Ohio, Indiana, Illinois, Iowa und Missouri, die im Süden der Großen Seen liegen, bildeten den traditionellen Mais-Gürtel, noch heute stammen mehr als die Hälfte des angebauten Mais aus diesem Gebiet. Daneben werden vor allem Sojabohnen angebaut und Viehzucht betrieben. Die Staaten im Süden des Landes sind vielseitig in der Landwirtschaft, neben Baumwolle als Hauptprodukt gibt es große Rinderfarmen, außerdem werden Soja, Hirse, Reis, Mais und Erdnüsse angebaut. Aus diesem Bereich stammt auch ein Großteil des Sägeholzes und der Zellulose. Im Westen der Inneren Ebenen dominiert die Rinderhaltung, im feuchteren Osten der Anbau von Weizen. Mit Hilfe von Bewässerungsfeldbau wird im südlichen Bereich der Great Plains Baumwolle angebaut. Hier gibt es Großbetriebe, die mehr als 1 000 Hektar umfassen (Texas, Montana). In Kalifornien werden Zitrusfrüchte und Weintrauben angebaut, über 80 % des amerikanischen Weins stammt aus diesem Bundesstaat. Fisch wird zusätzlich zu den eigenen Fangerträgen aus Kanada importiert.
Trotz umfangreicher Vorkommen an Erdöl und Erdgas importieren die USA Erdöl für die Deckung des sehr hohen Energiebedarfs. Zu den reichlichen und vielfältigen Bodenschätzen gehören außerdem Vorkommen an Braun- und Steinkohle, Erdgas, Molybdän, Eisenerz, Kupfer, Blei, Zink, Quecksilber, Gold, Silber, Uran, Bauxit und Schwefel. Neben Kohle, Erdöl und Erdgas wird vor allem mit Kernkraft (105 Kernkraftwerke) und Wasserkraft Energie erzeugt.
Im verarbeitenden Sektor arbeiten rund ein Viertel der Erwerbstätigen. Der traditionelle Manufacturing Belt erstreckte sich von den Neuenglandstaaten über die Großen Seen bis zum oberen Mississippi. Auch heute noch ist hier rund die Hälfte des Industriepotenzials der USA ansässig, vor allem Luft- und Raumfahrtindustrie, Eisen- und Stahlherstellung (Großraum Pittsburgh), Automobilherstellung (Detroit/Cleveland), petrochemische und chemische Industrie und Landmaschinenbau (Gebiet der Großen Seen). In New York, der bedeutendsten Industriestadt der USA, gibt es keine Spezialisierung auf eine Branche. Erst seit den 1970er Jahren sind bedeutende Industriestandorte auch in den Südstaaten zu finden (Chemie, Petrochemie, Aluminiumherstellung, Nahrungs- und Genussmittelindustrie). In Kalifornien gehört die Luft- und Raumfahrtindustrie zu den führenden Branchen. Zentrum der amerikanischen Filmindustrie ist Hollywood bei Los Angeles. Silicon Valley ist der Mittelpunkt der amerikanischen Computerindustrie, die die bedeutendste der Welt ist. Im Nordwesten der USA hat sich die größte Sägeindustrie der Welt etabliert.
Die USA sind vor Japan und Deutschland die führende Exportnation. Zu den Hauptausfuhrgütern gehören Kapitalgüter, Automobile, Maschinen, Rohstoffe, Konsumgüter und landwirtschaftliche Produkte. Exportpartner sind vor allem Kanada, Mexiko und Japan. Eingeführt werden hauptsächlich Erdöl, elektrische Maschinen und Geräte, Kraftfahrzeuge, Konsumgüter, Nahrungsmittel und Getränke. Die wichtigsten Importpartner sind Kanada, China und Mexiko. Daneben unterhalten die USA als weltgrößte Handelsnation mit vielen anderen Staaten Handelsbeziehungen. Ein Handelsboykott seitens der USA wurde mehrmals als politisches Druckmittel verwendet (z.B. in Kuba).
In den Bundesstaaten der USA stehen rund 6,4 Millionen Kilometer gut ausgebaute, asphaltierte Straße zur Verfügung. Der Eisenbahnverkehr hat für den Warentransport Bedeutung, nicht aber für den Personentransport, hier dominiert das Auto (80 % des Personenverkehrs werden mit dem PKW bewältigt). Eine große Rolle spielt der Flugverkehr, sechs der zehn größten Flughäfen der Welt liegen in den USA (z.B. in Chicago, Atlanta und Los Angeles). Rund 10 % aller Reisen im Land werden mit dem Flugzeug durchgeführt. Für die Binnenschifffahrt ist neben den Großen Seen, die durch Kanäle miteinander verbunden sind, vor allem der Mississippi von Bedeutung. Wichtige Handelshäfen am Pazifik sind Los Angeles und San Francisco, am Atlantik New York und Philadelphia, am Golf von Mexiko New Orleans und Corpus Christi.
Währung ist der US-Dollar (= 100 Cents).