Welterbe - Taj Mahal

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Tadsch Mahal[Tadsch Mahal]

Ein stolzer Kuppelbau aus strahlend weißem Marmor, der sich prachtvoll in den symmetrisch angelegten Wasserbecken spiegelt, umgeben von vier schlanken Minaretten – dieser Anblick macht den Taj Mahal zu einem der bekanntesten Bauwerke indo-islamischer Art. Zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört dieses Kunstwerk seit 1983.

Der Taj Mahal befindet sich in der nordindischen Stadt Agra in der Provinz Uttar Pradesh, direkt am Fluss Yamuna gelegen.

Weltweit wird er als ein Symbol der Liebe angesehen – eine kuriose Tatsache, wenn man bedenkt, dass der Taj Mahal eigentlich ein Mausoleum ist. Die Romantik des Denkmals liegt vor allem in seiner Entstehungsgeschichte begründet: Erbaut wurde der Taj Mahal vom indischen Großmogul Shah Jahan als Andenken an seine Lieblingsfrau Arjumand Banu Begum (auch Mumtaz Mahal genannt, was soviel wie "geliebtes Juwel des Palastes" heißt), die bei der Geburt ihres 14. Kindes gestorben war. Nach einer gewissen Trauerzeit entschloss sich der Maharaja, ihr mit einem monumentalen Mausoleum ein Denkmal zu setzen. An der Erbauung des "zu Stein gewordenen Seufzers" waren zwischen 1631 und 1648 mehr als 20.000 Handwerker beteiligt.

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Das 58 Meter hohe Mausoleum mit seinen 22 Kuppeln aus weißem Marmor steht auf einem 100 mal 100 Meter großen Marmorfundament. Das Innere des Gebäudes ist mit 28 verschiedenen Edelsteinarten und kunstvollen Arabesken prachtvoll verziert. An den vier Ecken des Hauptgebäudes ragen 40 Meter hohe, schlanke Minarette in den Himmel. Der architektonische Clou bei diesen Türmen: Sie sind leicht geneigt aufgestellt worden, damit sie im Falle eines Erdbebens nicht auf das Hauptgebäude fallen und es beschädigen können. Das Mausoleum steht inmitten eines 18 Hektar großen Gartens mit Zypressen, Teichen und Wasserbecken, alle in strenger Symmetrie und Harmonie angeordnet. Westlich des Hauptgebäudes, in Richtung Mekka gerichtet, steht eine Moschee aus rotem Sandstein, östlich ein Gebäude mit identischem Grundriss, das als Gästehaus genutzt wird.

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Die Anordnung des Gartens entspricht fast vollständig einem "Charbagh"; so nennt man eine persische Art der Gartenanlage, die aus vier symmetrischen Gartenteilen besteht, in deren Mitte das Hauptgebäude steht. Da das Mausoleum des Taj Mahal als Hauptgebäude jedoch etwas nördlich versetzt liegt und somit die Symmetrie der Anlage durchbricht, wird vermutet, dass Shah Jahan ursprünglich geplant hatte, für sich selbst auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses ein baugleiches Mausoleum aus schwarzem Marmor mit entsprechender Gartenanlage errichten zu lassen. Das Gesamtareal zu beiden Seiten des Yamuna hätte dann in perfekter Harmonie wieder dem "Charbagh" entsprochen. Da der Großmogul jedoch 1658 von seinem Sohn Aurangzeb entmachtet und ins Gefängnis geworfen wurde, konnte er diese Vision einer eigenen Grabstätte nicht verwirklichen. Nun ruht er eben direkt neben seiner geliebten Frau in der Krypta des Taj Mahal, direkt unter den Kenotaphen (Leergräber) in der Zentralhalle des Mausoleums.

Aufgrund dieser Liebesgeschichte ist der Taj Mahal heute ein beliebtes Ziel für frisch vermählte Paare in Indien – der Besuch soll der Ehe ewige Beständigkeit verleihen. Die Substanz des nun schon 350 Jahre alten Gebäudes wird nicht nur durch diesen enormen Besucherandrang bedroht. Vor allem die Luftverschmutzung und der saure Regen setzen dem Bau zu und verfärben die Fassade gelblich. Als Schutzmaßnahme dürfen deswegen Fahrzeuge mittlerweile nicht mehr näher als 2.000 Meter an das Gebäude heranfahren. Aufgrund zahlreicher Bomben- und Terrordrohungen werden Besucher heute zudem strengstens kontrolliert und das Gebäude wird rund um die Uhr überwacht – was die Romantik eines Taj-Mahal-Besuchs für verliebte Paare hoffentlich nicht einschränkt.