Wien

Aus Länder-Lexikon.de

Hauptstadt von Österreich. Wien ist wie z.B. Berlin in Deutschland ein selbstständiges Bundesland in Österreich. Die an der Donau gelegene Metropole umfasst eine Fläche von 414,5 km² und hat 1,61 Millionen Einwohner.

Wien ist Sitz der Regierung, von zahlreichen Instituten und internationalen Organisationen. Mehrere Universitäten, Akademien und wissenschaftliche Einrichtungen sind hier angesiedelt. In Wien gibt es verschiedene Industrien (z.B. Fahrzeugindustrie, chemische Industrie, Nahrungs-, Genussmittel-, Textilherstellung); Kongress- und Messestadt, bedeutender Fremdenverkehr.

Kunst und Kultur

Nach der Türkenbelagerung und der Entsatzschlacht vor Wien 1683 erfolgte ein glanzvoller Aufstieg der Stadt als Kaiserresidenz und europäisches Kulturzentrum. 1858 wurde die Stadtbefestigung abgebrochen, an ihrer Stelle entstand die Ringstraße mit Pracht- und Repräsentationsgebäuden, Plätzen und großen Grünanlagen. Der Kern der Stadt ist von barocken Bauten geprägt, mittelalterliche Bauwerke finden sich nur vereinzelt, darunter der Stephansdom, die Kirche Maria am Gestade (1330 bis 1414) und die Michaelerkirche (13./14. Jh., mit klassizistischer Fassade).

Schloss Schönbrunn in Wien

Barocke Sakralbauten sind die ehemalige Jesuitenkirche (spätgotischer Bau, 1607 bis 1610 erweitert und barockisiert), die Kapuzinerkirche (1622 bis 1632) mit der Kapuzinergruft, in der die Habsburger bestattet sind, die Karlskirche (1716 bis 1739, Johann Bernhard Fischer von Erlach) und die Peterskirche (ab 1702).

Wien besitzt eine Reihe von bemerkenswerten Profanbauten: Hofburg (13. bis 19. Jh.), Schloss Schönbrunn (ab 1695/96, Pläne von Fischer von Erlach, Umbau 1744 bis 1749), Schloss Belvedere sowie zahlreiche Adelspaläste des 17. und 18. Jh.s. In der Schatzkammer der Hofburg werden die Reichsinsignien des Deutschen Reiches aufbewahrt.

Unter den Bauten der Moderne ragen die Stadthalle (1953 bis 1958), das ORF-Zentrum (ab 1968) und die UN-City (ab 1973) heraus.

Wien ist eine der bedeutendsten Museumsstädte der Welt. Das Kunsthistorische Museum, gegründet 1863, ist eines der reichsten und bedeutendsten Museen der Welt (alte Malerei Deutschlands, der Niederlande, Italiens, Spaniens). Ein anderes von den vielen bedeutenden Museen der Stadt ist die grafische Sammlung Albertina.

In Wien gibt es auch eine lange und große Theater- und Musiktradition. Hier haben einige der größten Komponisten der Welt gewirkt (unter anderem: Mozart, Beethoven, Brahms). Das Burgtheater ist eine der wichtigsten Bühnen Europas. Die Wiener Philharmoniker und die Wiener Symphoniker sind weltweit renommiert.

Geschichte

Die Hofburg in Wien, Michaelertrakt

Bereits in vorrömischer Zeit gab es im Gebiet des heutigen Wiens eine Keltensiedlung. Der Name der Stadt geht auf das von den Römern im ersten nachchristlichen Jahrhundert errichtete Standlager "Vindobona" zurück. 1221 erhielt Wien das Stadtrecht. Seit Mitte des 12. Jh.s ist Wien Residenzstadt. Zunächst herrschte hier das Geschlecht der Babenberger, seit 1282 das der Habsburger. 1529 und 1683 wurde die Stadt von den Türken belagert, konnte jedoch entsetzt werden. 1679 gab es eine Pestepidemie. Wien wurde in der Zeit nach der zweiten Türkenbelagerung von den Habsburgern zu einer prachtvollen Residenzstadt ausgebaut und wurde so zu einem wichtigen kulturellen Zentrum in Europa. Nach den Napoleonischen Kriegen fand hier der Wiener Kongress statt, auf dem die alte europäische Ordnung wiederhergestellt werden sollte. Der Aufstand, der 1848 gegen die Restaurationspolitik Metternichs stattfand, scheiterte. Nach dem Zerfall des Kaiserreiches wurde Wien Hauptstadt der österreichischen Republik. 1938 kam Österreich und damit Wien unter deutsche Herrschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt wie Berlin von den Alliierten in Besatzungszonen aufgeteilt. 1955 wurde Wien wieder Hauptstadt der Republik Österreich.