ESTA Verfahren: Was Sie über die Einreise in die USA wissen müssen

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    Je nach Reisepass (im Sinne der Staatsangehörigkeit) besteht die Möglichkeit, ganz unkompliziert ohne Visum in die USA einzureisen. Die Digitalisierung hat die Einreise nochmals beschleunigt, im Vorfeld müssen Reisende lediglich einen ESTA Antrag stellen und dessen Genehmigung abwarten. Nachfolgend wird erläutert, was es mit dem Verfahren auf sich hat und wie es zu meistern ist.

    Was ist das US-ESTA Verfahren?

    ESTA steht für "Electronic System for Travel Authorization." Die USA haben das System im Jahr 2009 eingeführt, um damit die Einreise in ihr Land besser kontrollieren zu können und sie außerdem effizienter zu machen.

    Das Grundprinzip ist simpel. Wer in die USA einreisen möchten und zur Teilnahme am Verfahren berechtigt ist, hat im Vorfeld einen ESTA Antrag zu stellen. Der Antrag wird elektronisch verarbeitet und u.a. mit verschiedenen Datenbanken abgeglichen. Auf diese Weise soll es gelingen, potenzielle Terroristen, bestimmte Gruppen verurteilter Straftäter und andere ungewünschte Einreisende frühzeitig zu erkennen und ihnen die Einreise zu verweigern.

    Einreisende profitieren im Gegenzug von schnelleren Abläufen. Sofern keine Einwände bestehen, wird die Einreise bereits im Vorfeld genehmigt. Dementsprechend ist es möglich, die Immigration an den Grenzposten innerhalb kürzester Zeit zu durchlaufen. Hierfür gilt es den Reisepass vorzulegen, der bereits mit dem System verknüpft wurde. Die Grenzbeamten erkennen somit auf Anhieb mit wem sie es zu tun haben und können ihre endgültige Erlaubnis zur Einreise erteilen.

    Sofern die Einreise im Rahmen des unkomplizierten ESTA Verfahrens erfolgt, darf die Aufenthaltsdauer maximal 90 Tage betragen. Das Verfahren kann sowohl von Touristen als auch von Geschäftsreisenden genutzt werden. Die Erlaubnis zur Einreise ist für den Zeitraum von zwei Jahren gültig.

    Der Weg zur Einreiseerlaubnis in die USA

    Wie einleitend angedeutet, ist das ESTA Verfahren nur bei entsprechender Staatsbürgerschaft nutzbar. Angebunden sind Länder, die am sogenannten Visa Waiver Program teilnehmen. Viele Mitgliedsstaaten der EU gehören dazu, sowie einige andere Länder, wie z.B. Australien, Neuseeland oder Singapur. Wer via ESTA in die USA einreisen möchte, sollte also zunächst prüfen, ob dies aufgrund seines Reisepasses möglich ist.

    Außerdem ist es entscheidend, den Antrag rechtzeitig zu stellen. Sofern alles glatt läuft, wird eine vorläufige Einreiseerlaubnis meist innerhalb weniger Stunden via E-Mail versendet. Dennoch empfiehlt es sich, den Antrag mindestens 72 Stunden vor Ankunft zu stellen.

    Einreiseantrag online stellen

    Sämtliche Daten werden digital verarbeitet, weshalb es zwingend erforderlich ist, den Einreiseantrag online zu stellen - alternative Wege stehen nicht offen. Der direkte Weg führt über die Official ESTA Application Website: https://esta.cbp.dhs.gov/esta/application.html

    Im Rahmen des Antrags sind zahlreiche Angaben zu machen. Die US Behörden interessieren sich für Personendaten, Art der Anreise und Grund der Reise. Im Wesentlichen sind folgende Informationen mitzuteilen:

    • Personendaten / Kontaktdaten
    • Nummer des Reisepasses
    • Informationen zur beruflichen Tätigkeit
    • Adresse der Unterkunft

    In den Anfangsjahren war das Verfahren noch kostenlos. Inzwischen fällt eine Bearbeitungsgebühr an, die sich auf 14 US-Dollar beläuft. Die Gebühr ist sofort per Kreditkarte zu bezahlen. Da es sich um eine Zahlung in Fremdwährung handelt, kann eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr seitens der Kreditkartengesellschaft anfallen.

    Hinweise zum Antrag

    Im Rahmen des Antrags sind verschiedene Fragen zu beantworten. Es ist entscheidend, sich für das Stellen des Antrags ausreichend Zeit zu nehmen und auf jede Frage korrekt und gewissenhaft zu antworten. Die Fragen sind u.a. auf der Website von estaregistrierung.org in deutscher Sprache einsehbar.

    Einige Fragen mögen aus deutscher Sicht geradezu skurril klingen, wie z.B: "Haben Sie geplant, sich an terroristischen Aktivitäten, Spionage, Sabotage oder Völkermord zu beteiligen bzw. haben Sie sich jemals daran beteiligt?"

    Wer meint, hier scherzhaft mit einem „ja“ antworten zu können, irrt sich gewaltig. Derartige Antworten führen zu einer unmittelbaren Ablehnung des Antrags. Zugleich müssen Antragsteller davon ausgehen, dass solch eine Ablehnung gespeichert wird und damit eine Einreise in die USA - auch zu einem späteren Zeitpunkt - womöglich nie mehr möglich ist.

    Einreise abgelehnt - was tun?

    Sollte die Einreiseerlaubnis nicht erteilt werden, wird der Grund der Verweigerung zumindest genannt. So ist es möglich, Dinge im Anschluss klarzustellen und doch noch eine Erlaubnis zu erhalten. Allerdings ist der Aufwand vergleichsweise hoch bemessen, ein persönliches Vorstellen bei einer US-Botschaft ist mit hoher Wahrscheinlichkeit notwendig.