Wandern mit Hund in den Dolomiten

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    Die Grundvoraussetzung für einen Wanderurlaub mit Hund ist schnell erklärt: Hund und Herrchen müssen gewillt sein, sich zu bewegen und die Dolomiten zu erkunden. Verfolgen hier Zwei- und Vierbeiner dasselbe Ziel, gilt es die folgenden Tipps zu berücksichtigen, damit der Wanderurlaub mit Hund in den Dolomiten zur Entspannung für Hund und Herrchen wird.

    Tipp 1: Rechtliche Rahmenbedingungen im Vorfeld klären

    Wer mit dem Vierbeiner nach Südtirol reisen möchte, muss im Vorfeld die rechtlichen Rahmenbedingungen klären, denn für Vierbeiner gelten bestimmte Einreisebestimmungen. Der EU-Heimtierpass ist wie der Reisepass für den Menschen – und Pflicht für alle Vierbeiner, die in den Dolomiten Urlaub machen möchten. Ein leerer Ausweis, den übrigens der Tierarzt ausstellt, nützt nur wenig. Stattdessen muss der Nachweis einer Tollwutimpfung eingetragen sein.

    An dieser Stelle erklärt sich auch, warum eine rechtzeitige Urlaubsplanung gut und wichtig ist, denn die Tollwutimpfung sollte zwischen einem und 12 Monaten alt sein. Erst 21 Tage nach der Impfung gilt die Impfung im Zuge einer Reise; nach einem Jahr verliert sie ihre Gültigkeit. Ein Mikrochip ist vor allem für jüngere Hunde Pflicht. Bei Tieren, die vor 2011 auf die Welt gekommen sind, reicht eine Tätowierung, die das Tier eindeutig identifizierbar macht. Eine Haftpflichtversicherung ist ratsam. Zudem besteht im Land eine Leinenpflicht, die hier und da durch eine Maulkorbpflicht ergänzt wird.

    Tipp 2: Naturnahe, tierfreundliche Unterkunft wählen

    Da es unendlich schade wäre, nur für eine Tagestour in die Dolomiten zu fahren, braucht es für Hund und Herrchen natürlich eine Unterkunft für die Zeit in den Dolomiten. Während es in der Vergangenheit oft nur wenig Auswahl an Unterkünften gab, in denen Hunde erlaubt waren, haben mittlerweile auch Hundebesitzer die große Auswahl. Ideal ist eine naturnah gelegene Unterkunft. Dort können Hund und Herrchen direkt nach dem Frühstück ihre Wandertour aufnehmen.

    Hundehalter sollten darauf achten, ob Hunde „erlaubt“ sind oder ob die Vierbeiner „willkommen“ sind. Im Artnatur Dolomites werden die Vierbeiner mit Begrüßungsleckerli willkommen geheißen. Im Zimmer, das mit Balkon oder Terrasse ausgestattet ist, warten Polster, Decke und Napf auf den Hund. Hundetoiletten und Auslaufzonen sowie die Erlaubnis, zum Frühstück und zum Abendessen in die Stube zu dürfen, runden das Angebot ab, das zeigt: Hier sind Hunde wirklich willkommen. Auch mit Blick auf die Lage ist das Artnatur Dolomites ideal. Dieses Wanderhotel liegt in Seis am Schlern, dem Tor zu den Dolomiten.

    Tipp 3: Spaziergang oder Höhentour – wie ist es um die Kondition bestellt?

    Südtirol ist der Landstrich Italiens, in dem es schier unbegrenzten Möglichkeiten gibt, wenn es um etwaige Wanderziele geht. Dabei gibt es wahrlich für jedes Fitnesslevel die passende Route. Wer sich für einen Urlaub in Seis am Schlern und damit für die Dolomitenregion Seiser Alm entschieden hat, könnte beispielsweise eine Wanderung mit mystischem Touch unternehmen.

    Die Tour „Die Hexenstühle und die Marinzen Alm“ startet in Kastelruth und führt – quasi auf den Spuren der Schlernhexen – zu deren Hexenstühlen. Sechs Kilometer lang ist die Route; Auf- und Abstieg sind mit 305 Höhenmetern gut machbar. Diese Route eignet sich auch gut zum Eingewöhnen für Hund und Herrchen – an die neue Umgebung, die gemeinsame Zeit und die Luft der Dolomiten.

    Etwas länger und auch etwas steiler ist die Tour „Die Hexenbänke auf dem Puflatsch“ angelegt. Die Route erstreckt sich auf 8,4 Kilometern. 413 Höhenmeter sind zurückzulegen. Wer mit der Seiser-Alm-Bahn zur Bergstation Compatsch fahren möchte, muss an Leine und Maulkorb denken. Diese sind dort sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht.

    Wer sich an die Umgebung gewöhnt hat oder ohnehin bereits eine gute Kondition aufweist, kann auch größere Touren wagen, wie etwa die Seiser-Alm-Panorama-Wandertour, die eine Route von 16 Kilometern umfasst. 625 Höhenmeter sind auf dieser Tour zu überwinden. Liebt der Hund das Toben im Wasser, kann die Tour von Völs zur Tuffalm und zum Hoferalpl eine gute Wahl sein. Zur etwa neun Kilometer umfassenden Route gehören auch der Völser Weiher und der Huberweiher. Im Völser Weiher können gut erzogene Hunde auch von der Leine gelassen werden. Vor allem unter der Woche und außerhalb der Hochsaison ist am Völser Weiher nur wenig los – und Hund und Herrchen können die Zeit gemeinsam genießen.

    Tipp 4: Die passende Saison wählen

    Wer die perfekte Saison für eine Reise in die Dolomiten wählen möchte, tut sich vergleichsweise schwer, denn gerade im Gebirge ist das Wetter oft unvorhersehbar. Von Mai bis September herrschen im Schnitt etwa 20 Grad Celsius, was auch für einen Vierbeiner eine angenehme Temperatur ist. Für die individuelle Wanderrouten-Planung ist es dennoch ratsam, in den Morgenstunden zu starten und die heiße Mittagshitze im Schatten oder nahe eines Weihers zu verbringen, in dem sich Hund und Herrchen abkühlen können. Wer nicht auf eine Reise in der Hochsaison, also im August, angewiesen ist, weicht idealerweise auf kühlere Monate aus. Denn gerade im August können die Temperaturen sogar auf 30 Grad steigen. Wer vor dem Hochsommer anreist, sollte eine Jacke im Gepäck haben; im Herbst erstrahlt die Region in einem besonders hübschen Farbenmeer.