Reiseführer Albanien

    Aus Länder-Lexikon.de

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    Entgegen vieler Vorurteile ist das kleine Land an der Adria nicht nur ein faszinierendes, sondern auch ein sicheres Reiseland, das einiges zu bieten hat. Eindrucksvolle Küsten, lange Sandstrände, erhabene Bergregionen sowie zahlreiche Burgruinen und antike Ausgrabungen ergeben den idealen Urlaubs-Mix. Gerade weil Albanien touristisch noch nicht so erschlossen ist, können Sie hier fernab des Trubels die Ruhe der Natur genießen und mit den Einheimischen in Kontakt treten. Dabei bietet vor allem das einfache Landleben einen spannenden Kontrast zum Aufbruch der Städte in eine moderne Zeit.

    Sightseeing und Highlights

    UNESCO-Weltkulturerbe in Albanien: Butrint und Gjirokastra

    Gjirokastra

    Albanien ist touristisch bislang kaum erschlossen. Mit Butrint und Gjirokastra verfügt das Land aber über zwei sehr sehenswerte Kulturstätten, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Ganz im Süden Albaniens liegt Gjirokastra, dessen historische Altstadt byzantinischen Ursprungs heute unter Denkmalschutz steht und deren viele enge, verwinkelte Gassen stilgerecht restauriert wurden. Daneben beherbergt die Stadt ein Militärmuseum, in dem alte Waffen und Rüstungen besichtigt werden können. Von der mächtigen Festung aus dem 13. Jahrhundert hat man außerdem eine wunderschöne Aussicht auf das umliegende Land.

    Ruinen von Butrint

    Die Ruinenstätte Butrint war circa seit dem 6. Jahrhundert eine griechisch-illyrische Siedlung. Seit 167 v. Chr. gehörte sie zum Römischen Reich und nach Überlieferungen hielt sich sogar Julius Caesar einmal in der Stadt auf. Später war die Stadt unter der Herrschaft von Byzanz, Venetien und den Osmanen. Die Ruinen waren lange Zeit verschüttet und wurden erst 1928 wiederentdeckt. Seit 2000 ist die Ausgrabungsstätte von einem Nationalpark umgeben. Zu den wichtigsten Baudenkmälern gehören das Löwentor aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. und ein Asklepios-Tempel. Ferner gibt es ein antikes Theater, ein Gymnasion und ein frühchristliches Baptisterium aus dem 5. Jahrhundert.

    Die Hauptstadt Tirana und Umgebung

    Die Hauptstadt Tirana mit ihren kunterbunt bemalten Häuserfronten ist nicht nur die bevölkerungsreichste Stadt des Landes, sondern bildet zugleich auch das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Albaniens. Heutiges Wahrzeichen der Stadt ist die eindrucksvolle Ethem-Bey-Moschee aus dem 18. Jahrhundert mit einem später angebauten, 35 Meter hohen Turm. Vieles in Tirana erinnert noch an seine kommunistische Zeit, insbesondere der Kulturpalast, in dem die Oper, das Ballett und das Landestheater untergebracht sind. Daneben befinden sich in der Hauptstadt die bedeutendsten nationalen Museen für Archäologie, Geschichte und Bildende Künste, weshalb die Stadt gerade für Kulturliebhaber ein Muss ist. Vom „Friedhof der Märtyrer“ mit dem Denkmal der „Mutter Albanien“ hat man einen herrlichen Blick auf die Adria und die Dajti-Berge. Ein kleines Stück südlich von Tirana – an der Landstraße in Richtung Elbasan – befindet sich die mittelalterliche Pertrela-Festung.

    Das Amphitheater in Durres

    Ein Besuch der Hafenstadt Durres sollte zum Programm einer jeden Albanienreise gehören. Besonders sehenswert ist das große Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., in dem seltene Wandmosaike aus der frühchristlichen Zeit bewundert werden können. Bei einem gemütlichen Drink in einer der vielen Bars kann man das Stadtleben ganz besonders gut auf sich wirken lassen. Ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist auch das nahe der Stadt gelegene Strandbad Durrs Plazh.

    Kruja – der „Balkon der Adria“ – thront rund 600 Meter über dem Meeresspiegel auf einem Bergmassiv im Norden Tiranas. Der Aufstieg zur restaurierten Burg, in der heute das Skanderbeg Museum, benannt nach einem albanischen Nationalheld, untergebracht ist, erfolgt durch die rekonstruierte Basarstraße. Zu besichtigen gibt es auf dem Burggelände außerdem ein wieder aufgebautes Stadthaus, das ein Café beherbergt, den Glockenturm, Ausgrabungen und ein intaktes Stadtviertel mit Kirche und einem alten Friedhof.

    Der Süden und das Landesinnere

    Ein weiteres bedeutendes Städtchen im Süden Albaniens, in dem der Tourismus bereits bescheidenen Einzug gehalten hat, ist Saranda. Im Gegensatz zur wilden Natur in den Bergen herrschen hier Neubauten vor. Bekannt ist die Stadt vor allem durch die Ausgrabungsstätte Butrint. Daneben hat sie allerdings noch einiges mehr zu bieten, wie etwa die Ruinen der antiken Stadt Onhezmi, den antiken Tempel Foinike und das Schlösschen von Ali Pasha. Reizvoll ist auch die Küstenstraße nach Sarranda. Sie führt durch die Albanische Riviera mit den kleinen verschlafenen Orten Dhrmi, Himara und Borsh sowie durch die Zitrusplantagen von Lukova. Zudem gibt es von Saranda aus eine Fährverbindung zur gegenüberliegenden griechischen Insel Korfu, die sich perfekt für einen Tagesausflug eignet.

    Aber auch das Landesinnere hat einiges zu bieten. Nahe der mazedonischen Grenze, am tiefen und deshalb kühlen Ohrid-See mit seinen reichen Fischgründen, liegt der bezaubernde Urlaubsort Pogradec. Etwa fünf Kilometer weiter östlich befindet sich der Touristenort Drilon. Besonders schön ist es hier im Mai oder Juni, wenn die Blumen der ausgedehnten Parkanlagen in voller Blüte stehen. Auch ein Abstecher zur Klosteranlage Sveti Naum jenseits der Grenze ist von dort aus möglich.

    Tradition und Kultur

    Gjirokastra

    In Albanien wird der Folklore noch ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt. Das bedeutendste Folklore-Festival Albaniens wird alle vier bis fünf Jahre in Gjirokastra abgehalten, ein farbenfrohes Ereignis voll albanischer Musik, Tanz und Tracht, bei dem man beispielsweise so exotische Instrumente wie die „Lahuta“ hören kann, eine einsaitige traditionelle Kniegeige, oder die „Sharki“, eine dreisaitige Langhalslaute. Dieses größte kulturelle Fest sollte man sich bei einem Albanienurlaub nach Möglichkeit auf keinen Fall entgehen lassen.

    Kulinarisch ist Albanien durch die lange Vorherrschaft der Türken geprägt, so findet sich zum Beispiel in der traditionell albanischen Küche Fladenbrot, das einst über türkische Eroberung seinen Weg nach Albanien gefunden hat. Generell ist die albanische Küche mediterran geprägt, Hauptbestandteil ist viel Gemüse und Lamm- oder Kalbsfleisch. Ein beliebtes Hauptgericht ist dementsprechend Musaka, ein würziger Hackfleischauflauf mit Kartoffeln.

    Beste Reisezeit

    Albanien liegt in der mediterranen, also subtropischen Klimazone. Das Klima unterscheidet sich allerdings von Gebirgs- zu Küstenregion erheblich. Der Sommer ist auch in den Bergen mit angenehmen Temperaturen verbunden, diese erreichen aber kaum die gleichen hohen Werte von gut über 30 Grad wie an der Küste. Der Winter in den Bergen ist geprägt von tiefen Minusgraden, klirrender Kälte und ausdauernden Schneefällen.

    An der Küste dagegen herrscht typisch mediterranes Klima vor, so dass man im Winter mit milden Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt rechnen kann und die Sommer herrliches Badewetter ohne die Gefahr langanhaltender Niederschläge mit sich bringen. Für Badeurlaube sind die Sommermonate daher ideal, wer seinen Urlaub lieber aktiver verbringt, sollte besser auf den Frühling oder Spätsommer ausweichen.

    Praktische Hinweise und Vorbereitung

    Feiertage und Öffnungszeiten

    An folgenden Feiertagen müssen Sie mit geschlossenen Banken und Geschäften oder zumindest mit eingeschränkten Öffnungszeiten rechnen: Neujahr (1. Jan), Orthodoxe Weihnachten (7. Jan), Ostern, Tag der Arbeit (1. Mai), Kleiner Bajram (Ende des Ramadan), Großer Bajram (Opferfest) Unabhängigkeitstag und Tag der Befreiung (28./29. Nov), Weihnachten.

    Geschäfte haben Mo-Fr von 8.00-16.00 Uhr geöffnet, Behörden und Banken bis 12.00 Uhr. Mittags werden die Geschäfte oft für längere Zeit geschlossen.

    Trinkgeld

    In Restaurants und für andere Dienstleistungen wird in der Regel Trinkgeld erwartet.

    Gesundheit

    Eine Impfung zumindest gegen Hepatitis A wird empfohlen, bei längeren Aufenthalten auch gegen Hepatitis B. In diesem Fall sollte aber eine Beratung durch einen Tropen- oder Reisemediziner erfolgen. Die medizinische Versorgung im Land selbst entspricht nicht deutschen Standards, besonders in ländlichen Gegenden. Benötigte Medikamente sollten Sie lieber selbst mitbringen.

    Geld

    Bezahlt wird in Albanien mit dem albanischen Lek (ALL). Getauscht werden kann Geld in Banken oder Wechselstuben. An Geldautomaten können Sie in größeren Städten mit der EC-Karte Geld abheben. Kreditkarten sind nur begrenzt in größeren Hotels und Banken verwendbar. Neben der offiziellen Währung werden aber auch US-Dollar und Euro allgemein akzeptiert. Die Mitnahme von Reiseschecks in US-Dollar und Euro ist also in jedem Fall empfehlenswert.

    Einreisebestimmungen

    Albanien ist weder Mitglied der EU noch des Schengenraumes, mit Grenzkontrollen bei der Einreise muss also in jedem Fall gerechnet werden. Zur Einreise genügt ein Reisepass oder Personalausweis, ein Visum ist nur bei Aufenthalten von mehr als 90 Tagen erforderlich.

    Verkehrsmittel

    Straßen und Verkehrswege in Albanien sind durchweg in sehr schlechtem Zustand und vor allem nach starken Regenfällen teils unpassierbar. Man sollte daher auch für kürzere Strecken eine längere Fahrtdauer einplanen. Das Zugnetz ist veraltet und Züge fahren nur sehr langsam.

    Sicherheit

    Es gibt Klein- und Straßenkriminalität unter Anwendung von Gewalt. Zu entsprechend erhöhter Wachsamkeit sowie vorsichtigem Verhalten wird geraten. Weitere Informationen erhalten Sie beim Auswärtigen Amt.

    Spezialisierte Reisebüros und Reiseveranstalter

    Sie sind ein Reisebüro oder Reiseveranstalter mit Schwerpunkt Albanien und möchten sich hier präsentieren? Wir freuen uns auf Ihre Mail.

    Reiseinfos von A-Z

    Feiertage: An folgenden Feiertagen müssen Sie mit geschlossenen Banken und Geschäften oder zumindest mit eingeschränkten Öffnungszeiten rechnen: Neujahr (1. Jan), Orthodoxe Weihnachten (7. Jan), Ostern, Tag der Arbeit (1. Mai), Kleiner Bajram (Ende des Ramadan), Großer Bajram (Opferfest) Unabhängigkeitstag und Tag der Befreiung (28./29. Nov), Weihnachten
    Geld: Bezahlt wird in Albanien mit dem albanischen Lek (ALL). Getauscht werden kann Geld in Banken oder Wechselstuben. An Geldautomaten können Sie in größeren Städten mit der EC-Karte Geld abheben. Kreditkarten sind nur begrenzt in größeren Hotels und Banken verwendbar.
    Medizinische Versorgung: Die Medizinische Versorgung entpricht nicht deutschen Standards, besonders nicht in ländlichen Gegenden. Benötigte Medikamente sollten Sie lieber selbst mitbringen.
    Notruf: Die Notrufnummern sind 17 (Notarzt), 18 (Feuerwehr) und 19 (Polizei)
    Öffnungszeiten: Geschäfte haben Mo-Fr von 8.00-16.00 Uhr geöffnet, Behörden und Banken bis 12.00 Uhr. Mittags werden die Geschäfte oft für längere Zeit geschlossen.
    Trinkgeld: In Restaurants und für andere Dienstleitungen wird in der Regel Trinkgeld erwartet.
    Verkehrsmittel: Straßen und Verkehrswege in Albanien sind durchweg in sehr schlechtem Zustand und vor allem nach starken Regenfällen teils unpassierbar. Man sollte daher auch für kürzere Strecken eine längere Fahrtdauer einplanen. Das Zugnetz ist veraltet und Züge fahren nur sehr langsam.
    Visum: Zur Einreise genügt ein Reisepass oder Personalausweis, ein Visum ist nur bei Aufenthalten von mehr als 90 Tagen erforderlich.
    Zeitverschiebung: Sommer: +2 Stunden, Winter: +1 Stunde