Alles außer Entspannung? Ihr gutes Recht im Urlaub

    Aus Länder-Lexikon.de

    Im Urlaub sollte sich eigentlich alles um die Entspannung drehen. Oft kommt es aber zu kleinen und größeren Ärgernissen, die die Entspannung - manchmal schon vor dem Abflug - trüben. Dann ist es gut zu wissen, welche Rechte man gegenüber dem Reiseveranstalter, dem Hotel oder der Fluggesellschaft hat und wie man sich sinnvoll absichern kann.


    Der Urlaubsflug ist überbucht

    Zwar wurden die EU-Richtlinien bezüglich der Überbuchung von Flugzeugen verschärft, es kann aber immer noch sein, dass der eigentlich reservierte Sitzplatz bereits anderweitig vergeben wurde. In der Regel erhalten die Betroffenen dann ein Ticket für den nächstmöglichen Flug. Die Reisenden haben darüber hinaus aber auch Anrecht auf Schadensersatz. Dieser beläuft sich, je nach Flugstrecke und Verspätung, auf 125 bis 600 Euro. Voraussetzung dafür ist, dass keine außergewöhnlichen Umstände für die Umbuchung vorliegen – also dass der Flug nicht aufgrund höherer Gewalt oder beispielsweise wegen eines Streiks ausfiel.

    Hohe Gebühren am ausländischen Geldautomaten

    Aus Gründen der Sicherheit ist das Mitführen größerer Geldbeträge im Urlaub nicht sinnvoll – und auch nicht erforderlich, da es überall Geldautomaten gibt. Wird eine deutsche Kreditkarte eingeschoben, erscheint automatisch die Frage, ob in der einheimischen Wärung oder in Euro abgerechnet werden soll. Wählt man nun „Euro“, können bis zu zehn Prozent Gebühren aufgeschlagen werden, wird in den Reisetipps der Bundesregierung (http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Infodienst/2015/07/2015-07-24-sommer-urlaubstipps/2015-07-24-urlaubstipps.html;jsessionid=D206B6749FD72E24689E22FD358A6C45.s1t1?nn=437032#group4) gewarnt. Und das ist durchaus legal. Die einzige Möglichkeit, dem zu entgehen, ist die konsequente Nutzung der Landeswährung bei Abhebungen.

    Im Hotel ist kein Zimmer mehr frei

    Nicht nur der Sitz im Flugzeug, auch das Zimmer im Hotel kann aufgrund von Überbuchung bereits belegt sein. Die Verlegung der Gäste in ein anderes Hotel ist dann zulässig – aber nur nach strengen Kriterien. Das Ersatzhotel muss in Lage, Ausstattung und Kategorie mindestens gleichwertig und generell zumutbar sein. Wer einen Strandurlaub plante und nun statt drei Meter drei Kilometer vom Meer entfernt nächtigt, muss das Ersatzhotel nicht tolerieren. Er kann selbsttätig eine Unterkunft suchen und entstehende Mehrkosten dem Reiseveranstalter in Rechnung stellen.

    Das Hotel stimmt nicht mit der Werbung überein

    Im Falle einer Ersatzunterkunft wie auch bei Mängeln im gebuchten Hotel ist es jedoch erforderlich, den Reiseveranstalter umgehend zu informieren. Er muss die Möglichkeit erhalten, die genannten Mängel zu beseitigen. Unterbreitet er stattdessen ein Ersatzangebot, besteht keine Verpflichtung, es anzunehmen. Die Urlauber können auch im gebuchten mangelhaften Hotel bleiben und später – innerhalb eines Monats nach der Rückkehr – einen Teil des Reisepreises zurückverlangen.

    Aber Achtung: Nicht jeder gefühlte Mangel ist auch einer. Nur wenn eine zugesicherte Leistung nicht oder unvollständig erbracht wird, kann von einem wertmindernden Mangel gesprochen werden. Empfehlenswert ist es daher, den Reiseprospekt mit in den Urlaub zu nehmen. Und in jedem Fall sollten per Foto oder Videoaufnahmen alle Mängel präzise dokumentiert werden.

    Gepäckverlust beim Flug oder Diebstahl am Urlaubsort

    Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als im Urlaub plötzlich ohne Gepäck dazustehen. In solchen Fällen ist eine zuverlässige Reisegepäckversicherung Gold wert. Sie ersetzt den Wert des von der Airline verlorenen oder im Bus gestohlenen Gepäcks. Zwar kommen die Lieblingsohrringe und das gemütliche T-Shirt dadurch auch nicht zurück – aber zumindest kann man sich am Urlaubsort einen neuen Koffer und die wichtigsten Kleidungsstücke nachkaufen. So besteht immer noch die Chance auf einen entspannten Urlaub.

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