Besucheransturm - Mallorca am Limit

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    Seit Jahrzehnten zählt Mallorca zu den beliebtesten Reisezielen innerhalb Europas. Jahr für Jahr zieht es rund 14 Mio. Touristen auf die spanische Insel - Tendenz steigend. Der anhaltende Zuwachs geht an der Insel nicht spurlos vorbei, er bereitet zunehmende Schwierigkeiten.

    Großer Urlauberansturm im Sommer 2016

    Besonders gut wurden die Schwierigkeiten im Sommer 2016 ersichtlich, als die Insel noch stärker von Touristen frequentiert wurde. Als Grund für den sprunghaften Anstieg der Besucherzahlen gilt die schwierige politische Lage in der Türkei. Viele Urlauber waren verunsichert und sind deshalb auf andere Reiseländer ausgewichen.

    Die meisten Besucher auf Mallorca wurden im August gezählt, bis zu 2,1 Mio. Besucher sollen sich gleichzeitig auf der Insel aufgehalten haben. Aufgrund des Ansturms kam die Insel gleich in mehreren Bereichen an ihre Grenzen. So sollen unter anderem bis zu 90.000 Pkws vermietet gewesen sein. Die Folge war und ist ein dichtes Drängen im Straßenverkehr, über das sich die Einheimischen inzwischen sehr ärgern. Zugleich gilt auch der Flughafen als überlastet, zunehmend mehr Flugzeuge können während der Hauptreisezeit nur noch mit Verspätung landen und abfliegen.

    Wasserknappheit auf der Insel

    Doch nicht nur im Straßenverkehr machen sich die zahlreichen Touristen bemerkbar. Ein großes Thema ist der Wasserverbrauch. Mallorca ist eine Insel, auf der es seit jeher erforderlich ist, mit der Ressource Trinkwasser sparsam umzugehen. Die begrenzte Verfügbarkeit an Wasser ist ein wesentlicher Grund dafür, weshalb begrünte Gartenanlagen auf der Insel nur selten anzutreffen sind. Es mangelt an Wasser, um solche Flächen anzulegen und sie dauerhaft zu bewässern.

    Durch den großen Besucheransturm im Sommer 2016 zog der Wasserverbrauch deutlich an. Ein Tourist verbraucht im Durchschnitt 274 Liter Wasser pro Tag. Natürlich wird das Wasser nicht nur beim Duschen verbraucht. In Anbetracht der Tatsache, dass fast 60% der Ferienhäusern und Ferienwohnungen mit einem Pool ausgestattet sind (Quelle: Holidu.de), überrascht der hohe Verbrauch nicht.

    Aufgrund der Wasserknappheit sah sich die Provinzregierung dazu gezwungen, den Wasserverbrauch in einigen Bereichen zu untersagen. So wurden unter anderem die Strandduschen vom Netz genommen.

    Trotzdem bleibt Mallorca ein tolles Reiseziel

    So mach begeisterter Mallorca Urlauber könnte sich nun die Frage stellen, ob es im Hinblick auf Aspekte der Nachhaltigkeit weiterhin sinnvoll ist, die Insel zu besuchen. Allerdings braucht niemand verunsichert zu sein, denn jeder einzelne Tourist kann einen Beitrag zur Schonung der Ressourcen leisten.

    Eine gute Möglichkeit besteht zum Beispiel darin, nicht während der unmittelbaren Hauptsaison anzureisen. Wer seinen Urlaub ein wenig früher oder später auf der Baleareninsel verbringt, profitiert dadurch in vielerlei Hinsicht. Unter anderem bereitet das Erkunden der Insel mehr Freude, weil weniger Touristen anzutreffen sind.

    Des Weiteren bietet es sich an, auf einen bewusst nachhaltigen Urlaub zu setzen. Es sind vor allem kleinere Anbieter im Feld der Hotels, Ferienimmobilien und Pensionen, die sich dem Öko-Tourismus verschrieben haben und spannende Lösungen anbieten. Auf diesem Weg ist es möglich, einen tollen Urlaub auf der Insel zu verbringen und gleichzeitig einen erheblichen Beitrag zur Schonung der Ressourcen zu leisten.