Dominica Geschichte

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    Anfänge

    Schon bevor Christoph Kolumbus auf seiner zweiten "Westindien"-Reise die Insel entdeckte, lebten hier Angehörige der Aruak-Indianer (Arawak), die dann vom kriegerischen Stamm der Kariben verdrängt worden waren. Ihren Namen erhielt die Insel durch den Wochentag, an dem sie von Kolumbus gesichtet worden war (einem Sonntag).

    Kolonialzeit

    Auch nach ihrer Entdeckung Ende des 15. Jh.s durch die Spanier wurde die Insel lange nicht besiedelt, da die ansässigen Kariben gegen die Siedlungsversuche heftigen Widerstand leisteten. Etwa ab 1632 versuchten sowohl Franzosen als auch Briten, Niederländer und Dänen, erste Niederlassungen auf der Insel zu gründen. Zunächst einigten sich Frankreich und Großbritannien aufgrund der feindseligen Haltung der kriegerischen Kariben darauf, die Insel als neutral zu behandeln (1648, 1660), doch nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-63) wurde die Insel Großbritannien zugesprochen. Infolge versuchte Frankreich mehrmals erfolglos, die Insel zu erobern (1783, 1795, 1805), konnte sich aber gegen die Briten auf Dauer nicht durchsetzen. 1815 wurde im Frieden von Paris der Anspruch Großbritanniens auf die Insel erneut bestätigt.

    Während die einheimischen Kariben von der Insel vertrieben wurden (heute leben auf Dominica in einem Reservat im Norden der Insel noch Nachkommen dieses Volkes), wurden aus Afrika schwarze Sklaven zur Arbeit auf den Plantagen durch Großbritannien auf die Insel geholt.

    1854 wurde Dominica zur britischen Kronkolonie erklärt. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jh.s nahm der wirtschaftliche Einfluss der USA auf die Insel zu. 1883 wurde Dominica der Föderation der Leeward Islands angegliedert, zu denen der Teil der Kleinen Antillen von den Jungfern-Inseln bis zur Insel Marie Galante gezählt wurde. 1940 schloss Großbritannien Dominica den Windward Islands an, dazu gehören bis heute die Inseln von Dominica bis Grenada.

    1958 wurde die Insel Mitglied der Westindischen Föderation, die bis 1962 Bestand hatte. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre erhielt Dominica den Status eines mit Großbritannien assoziierten Staates mit innerer Autonomie. Die außen- und verteidigungspolitischen Interessen wurden weiterhin durch Großbritannien vertreten. Wirtschaftlich war die Insel in hohem Maße von den USA abhängig. Im Jahr 1974 wurde das Land Mitglied des Karibischen Gemeinsamen Marktes (CARICOM - Carribean Community and Common Market). Zwei Jahre später kam es zur Unterzeichnung eines Assoziierungsvertrages mit der Europäischen Gemeinschaft.

    Unabhängiger Staat

    Im November 1978 erhielt Dominica als parlamentarische Republik im Rahmen des britischen Commonwealth die volle Souveränität. Bei den ersten Wahlen konnte sich die Labour Party of Dominica gegen die konservative Dominica Freedom Party durchsetzen, Patrick R. John wurde für kurze Zeit Premierminister des Landes. Noch im gleichen Jahr verwüstete der Hurrikan "David" einen Großteil der Insel und fügte der Wirtschaft schwere Schäden zu. Rund 75 % der Bevölkerung wurden obdachlos. Nach einer schweren innenpolitischen Krise aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage und Korruptionsvorwürfen gegen den Premier wurde J. Oliver Seraphine im Juni 1979 Johns Nachfolger, neuer Staatspräsident wurde Jenner Armour.

    Ein erneuter Regierungswechsel im Juli 1980 bracht die Rechtsanwältin Mary Eugenia Charles, die Vorsitzende der Dominica Freedom Party, an die Spitze des Staates (bis 1995). Charles war der erste weibliche Premierminister in der gesamten Karibik. Nachdem sie zweimal im Amt bestätigt worden war (sie bekam den Beinamen "Eiserne Lady der Karibik"), übernahm im Juni 1995 Edison James von der linksorientierten Dominica United Workers' Party (UWP) das Amt des Premierministers. Gegen ihn wurden binnen kurzer Zeit Korruptionsvorwürfe laut. Nach den Wahlen vom Januar 2000 regierte eine Koalition zwischen der Dominica Labour Party (DLP) und der Dominica Freedom Party (DFP), neuer Premier wurde Roosevelt Douglas von der DLP, nach dessen Tod im Oktober übernahm Pierre Charles das Amt. Nachdem er im Januar 2004 ebenfalls verstarb, wurde der vorherige Erziehungsminister Roosevelt Skerrit als neuer Premier vereidigt. Ziele seiner Regierung sind vor allem die Belebung der stagnierenden Wirtschaft und Armutsbekämpfung.