Europa

Aus Länder-Lexikon.de

Europa ist der zweitkleinste Kontinent und der westlicher Teil der eurasischen Landmasse. Ethnisch und politisch ist Europa in eine Vielzahl von Völkern und Staaten gegliedert (siehe Länder Europas).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Mitternachtssonne in Nordnorwegen

Die Fläche Europas beträgt 10 532 000 km². Der Kontinent ist umgeben vom Atlantik und dessen Nebenmeeren. Er liegt ganz auf der nördlichen Halbkugel. Die Grenze zu Asien verläuft am Ostfuß des Urals und der Mugodsharen über Emba, die Nordküste des Kaspischen Meeres und die Kuma-Manytsch-Senke zum Asowschen Meer und an dessen Ostküste bis zur Straße von Kertsch, durch das Schwarze Meer, den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen. Es gibt zahlreiche Halbinseln (Skandinavien, Italien, Iberische Halbinsel, Balkanhalbinsel) und Inseln (Britannien, Irland, Sizilien).

Die geologischen Räume ziehen sich in West-Ost-Richtung über den Kontinent: Gebirge in Schottland und Skandinavien; von Nordfrankreich bis nach Russland hinein Tiefländer; vom Kantabrischen Gebirge in Spanien bis zum Balkan einzelne Hochgebirgsketten (Pyrenäen, Alpen, Karpaten); in Südeuropa Mittelgebirgslandschaften mit großen Becken in Flussniederungen. Europa ist von zahlreichen Flüssen durchzogen. Die größten sind Wolga, Dnjepr, Donau, Rhein und Rhône.

Klima

Satellitenbild

Europa liegt vorwiegend in der gemäßigten Klimazone, der Norden hat Anteil an der subpolaren, der Süden an der subtropischen Zone. Mitteleuropa ist ein Übergangsgebiet zum kontinentalen Klimabereich, in dem öfter trockene kontinentale Luftmassen im Winter trocken-kaltes, im Sommer trocken-heißes Wetter bringen können. Ost- und Nordeuropa haben kontinentales Klima, wobei unter dem Einfluss des asiatischen Hochdruckbereiches die Winter kälter und die Sommer wärmer als in Westeuropa sind. In Südeuropa herrscht weitgehend Mittelmeerklima mit passatartigen Winden im Sommer und Winterregen. Die Hochgebirge Europas bilden wirkungsvolle Barrieren für Regenwolken. Sie sind wichtige Klima- und Wasserscheiden. So trennen die Alpen etwa das mediterrane Klima Südeuropas vom kontinentalen Mitteleuropas.

Vegetation

Südtiroler Berge

Im Norden erstreckt sich von Island über das Skandinavische Gebirge und weiter nach Osten ein immer breiter werdender Küstenstreifen von baumloser Tundra, an den sich südlich eine Übergangszone aus lockerer Baum- und Strauchvegetation anschließt. Sie geht in den großen Nadelwaldgürtel über, der fast ganz Skandinavien, Finnland und den Norden Russlands (Taiga) umfasst. Auch in den höheren Lagen der Gebirge Mittel- und Südeuropas dominieren noch Nadelwälder. Nach Süden und in den tieferen Gebirgslagen schließt sich eine bereits stark gerodete Mischwaldzone an, die schließlich in eine sehr lückenhaft gewordene Laubwaldzone übergeht. Im südlichen Osteuropa geht das Steppengebiet am Schwarzen Meer nach Osten zum Kaspischen Meer hin in Salz- und Wüstensteppen über. Zum mediterranen Florenreich gehören die Küstengebiete und Inseln des Mittelmeeres und die südliche Krim, wo nach frühzeitiger Vernichtung großer Waldgebiete heute Hartlaubgehölze und Macchia (immergrünes Buschwerk) vorherrschen. Eine alpine Flora bedeckt oberhalb der Baumgrenze die besonnten Flächen und Hänge der Hochgebirgsregionen.

Bewohner der Tundra sind Ren, Polarfuchs, Vielfraß, Lemming sowie zahlreiche Nagetier- und Vogelarten. Typisch für die Waldzone sind Elch, Hirsch, Reh, Wildschwein, Fuchs, Dachs, Marder, Iltis, Nagetiere, Sing- und Greifvögel. Größere Raubtiere wie Bär, Wolf und Luchs sind sehr selten geworden: In den Hochgebirgsregionen leben Gämse, Steinbock, Murmeltier, Steinadler und Lämmergeier.

Bevölkerung

Das Brandenburger Tor in Berlin; Baumeister Carl Gotthard Langhans

Mit 730 Millionen Menschen ist Europa verhältnismäßig dicht besiedelt. Der sehr viel größere Kontinent Afrika hat nur eine geringfügig höhere Bevölkerungszahl. Vorherrschende Religion ist das Christentum mit seinen verschiedenen Konfessionen (Protestantismus, katholische Kirche, orthodoxe Kirche). Die europäischen Sprachfamilien (slawische, germanische und romanische Sprachen) sind so genannte indoeuropäische Sprachen. Ausnahmen bilden die finnische, estnische und ungarische Sprache, die nicht zum Indoeuropäischen gehören (finnougrische Sprachen) sowie die baskische Sprache.

Geschichte

siehe Europa (Geschichte)