Griechenland

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    Geografie

    Die Republik Griechenland (Hellenische Republik; amtlich griechisch: Ellinikí Dimokratía) liegt in Südosteuropa und bildet den Süden der Balkanhalbinsel. Im Westen, Süden und Osten ist das Land vom Mittelmeer umgeben. Die Festlandsgrenze im Norden ist rund 1 170 km lang, hier grenzt Griechenland an Albanien, Makedonien, Bulgarien und die Türkei. Zum Staatsgebiet gehören zahlreiche Inseln: Im Süden liegt Kreta, im Osten liegen die Ägäischen, im Westen die Ionischen Inseln. Insgesamt beträgt die Küstenlinie Griechenlands über 15 000 km.

    Die Staatsfläche beträgt insgesamt 131 957 km², etwa 80 % davon entfallen auf den zum Festland gehörenden Teil Griechenlands. Dieser lässt sich in einen nördlichen, einen mittleren und einen südlichen Teil untergliedern. Durch alle drei Teile zieht sich von Norden nach Süden das dinarisch-hellenische Faltengebirgssystem, das parallel zur Küste des Ionischen Meeres verläuft und sich über die Inseln Kreta und Rhodos in Richtung Kleinasien fortsetzt.

    Im nördlichen Teil Griechenlands erhebt sich das stark zerklüftete Pindos-Gebirge bis zu einer Höhe von 2 637 m (Smólikas). Im Westen des Gebirgszugs liegt das Hügelland von Epirus, im Nordosten das makedonische Bergland. Östlich des Pindos befindet sich der höchste Berg Griechenlands, der Olymp mit 2 917 m, südlich des Olymp liegt die Beckenlandschaft Thessaliens. Die Halbinsel Chalkidiki reicht mit ihren drei fingerartigen Ausläufern Kassandra, Sithonia und Magion Oros weit in die Ägäis hinein. An ihrem Nordende liegt in einem Tiefland die Stadt Saloniki (mit ca. 384 000 Einwohnern). Im äußersten Nordosten liegt Thrakien, hier hat das Land Anteil am Gebirgszug der Rhodopen, der hauptsächlich auf bulgarischem Staatsgebiet liegt.

    Der mittlere Teil Griechenlands reicht in Richtung Süden bis zum Golf von Patras und zum Golf von Korinth, die die Halbinsel Peloponnes abtrennen. In Mittelgriechenland sind die Gebirgszüge Giona (bis 2 510 m) und Parnass (bis 2 457 m) die Fortsetzung des Pindos-Gebirges. In Richtung Osten gehen die Gebirge in die weite Ebene Böotiens über. Auf der Halbinsel Attika und der Insel Euböa ist die gebirgige Landschaft durch viele Täler gegliedert.

    Die ehemalige Halbinsel Peloponnes (21 439 km²) bildet den südlichen Teil Griechenlands. Durch den 1893 eröffneten Kanal von Korinth wurde dieser Teil vom Festland getrennt. Zentral auf der Peloponnes liegt das Hochland von Arkadien, im Nordwesten eine weite Küstenebene, im Nordosten mehrere Gebirge. Im Süden teilt sich die Peloponnes durch den Argolischen, den Lakonischen und den Messenischen Golf in vier Halbinseln auf.

    Zu den Ionischen Inseln, die vor der Westküste des griechischen Festlandes liegen, gehören u.a. Korfu (Kerkyra), Lefkas (Leukas), Ithaka, Kefallinia und Zakynthos. In der Ägäis östlich des Festlandes liegen die Nördlichen und Südlichen Sporaden, die Dodekanes und die Kykladen. Vor der türkischen Küste liegen u.a. die Inseln Samothraki, Lesbos, Chios, Samos und Kos. Die größte griechische Insel ist Kreta, das im Süden Griechenlands liegt, mit einer Fläche von rund 8 261 km² (mit einigen kleinen Nebeninseln).

    Kilima

    In Griechenland herrscht mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und feucht-kühlen Wintern. In Athen betragen die durchschnittlichen Julitemperaturen 28 °C (Januar: 9 °C), in Saloniki im Norden des Landes liegen diese bei 27 °C (Januar: 5 °C). Auf Kreta liegen die mittleren Januartemperaturen bei 12 °C. Der Großteil der Niederschläge fällt in den Monaten Oktober bis März, dabei nimmt die Niederschlagsmenge von Westen nach Osten deutlich ab (auf Korfu rund 1 300 mm, Athen rund 400 mm). In Gebieten, die von Gebirgszügen umgeben sind, kann die Niederschlagsmenge unter 100 mm jährlich sinken.

    Flora und Fauna

    Die ursprünglich vorhandenen Wälder, mit denen weite Teile Griechenlands bedeckt waren, wurden schon in der Antike abgeholzt. An ihre Stelle trat Macchie mit immergrünen Hartlaubgewächsen (Erdbeerbaum, Erica, Echter Lorbeer, Johannisbrotbaum) oder die Hänge wurden durch Bodenerosion ganz kahl. Für die heutige Vegetation in Griechenland sind vor allem die Ölbäume typisch, die bis zu einer Höhe von rund 600 m wachsen, sowie Pinien, Aleppokiefern und Zypressen. In höheren Lagen (um 1 000 m) kommen Kastanien, Ulmen und Eichen vor, bis 2 000 m Schwarzkiefern und Apollotannen. Oberhalb der Baumgrenze breiten sich alpine Matten aus.

    Für die Tierwelt Griechenlands sind die Geckos, Eidechsen (z.B. Smaragdeidechse) und die griechische Landschildkröte typisch. In abgelegeneren Landesteilen leben noch Rehe, Wildschweine und Füchse, vereinzelt sollen auch Wölfe und Bären vorkommen. Auf Kreta lebt die Bezoraziege, eine Stammform der Hausziege.

    Belölkerung

    Griechenland hat rund 10,67 Millionen Einwohner, etwa 98 % von ihnen sind Griechen. Größte Minderheit sind die rund 100 000 Türken, die überwiegend in Thrakien oder auf den Inseln vor der türkischen Küste leben. Weitere Minderheiten sind Bulgaren, Armenier, Albaner und Roma. Etwa 3 Millionen Griechen leben im Ausland.

    Rund zwei Drittel aller Griechen leben in Städten. Ballungszentren sind der Großraum Athen (ca. 3,23 Millionen Einwohner) und Saloniki (800 000 Einwohner im Großraum) mit den umliegenden Gegenden. Die nächstgrößten Städte sind Piräus (177 000) und Patras (162 000). Am dünnsten besiedelt sind weite Teile der Gebirgsregionen.

    98 % der Griechen gehören der griechisch-orthodoxen Kirche an, die seit 1864 Staatskirche ist und bedeutenden Einfluss auf das gesellschaftliche und politische Leben im Land hat.

    Amtssprache ist Neugriechisch, das es in zwei Formen gibt: zum einen die Hochsprache Katharewusa, die im 19. Jahrhundert geschaffen wurde und bis 1976 alleinige Amtssprache war, und zum anderen die Umgangssprache Dimotiki.

    Während sich Geburts- und Sterberate annähernd die Waage halten, resultiert das Bevölkerungswachstum von 0,4 % hauptsächlich aus der Rückwanderung von Griechen, die im Ausland gelebt haben. Die durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen liegt bei 82, für Männer bei 77 Jahren.

    Politisches System

    Laut Verfassung von 1975 ist Griechenland eine parlamentarisch-demokratische Republik. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der Staatspräsident (seit März 2005 Karolos Papoulias). Er wird vom Parlament für fünf Jahre gewählt (einmalige Wiederwahl möglich) und ernennt den Regierungschef (seit 2012 Antonis Samaras). Der Regierungschef empfiehlt die Mitglieder des Kabinetts.

    Die Legislative liegt beim Parlament (Voulí ton Ellínon), dessen 300 Mitglieder direkt vom Volk für vier Jahre gewählt werden. Bei der Verabschiedung von Gesetzen hat der Staatspräsident ein aufschiebendes Vetorecht, das vom Parlament mit absoluter Mehrheit abgewiesen werden kann. Die wichtigsten politischen Parteien sind die Neue Demokratie (ND) und die Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK).

    Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen untergliedert, die seit 2011 mehr eigene Kompetenzen besitzen. Einen weitgehend autonomen Status besitzt die Mönchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki in Nordgriechenland, zu der nur erwachsene Männer Zutritt haben.

    Wirtschaft

    Im Herbst 2009 kam es zu einer massiven Schuldenkrise Griechenlands. Im Gegenzug zu Überbrückungskrediten der aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) bestehenden „Troika“ wurden daraufhin weitgehende Reformen vereinbart. Die griechische Wirtschaft schrumpft seit 2008 kontinuierlich. Die Arbeitslosigkeit beträgt 24 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit 55 Prozent.

    Fast ein Viertel der Landesfläche Griechenlands wird agrarisch genutzt, sowohl für den Eigenbedarf der Bevölkerung als auch für den Export (Nahrungs- und Genussmittel machen knapp ein Viertel des Exportvolumens aus). Hauptanbauprodukte sind Wein, Weizen und Oliven. Während Olivenhaine im ganzen Land verteilt sind, wird der Weizen überwiegend in den Beckenlandschaften Thessaliens, Makedoniens, Thrakiens und Böotiens angebaut. Die bedeutendsten Weinanbaugebiete liegen im mittleren Teil Griechenlands und auf den griechischen Inseln. Weitere Anbauprodukte sind Baumwolle, Tabak, Zuckerrüben und Obst (Pfirsiche, Nektarinen, Zitrusfrüchte). In den Bergregionen überwiegt die Viehhaltung, im Süden des Landes werden vor allem Ziegen und Schafe gehalten, im Norden Rinder, im ganzen Land Schweine und Geflügel. Durch Überfischung und die Folgen der Umweltverschmutzung sind die Fischbestände im Mittelmeer stark zurückgegangen, so dass Meeresfrüchte importiert werden müssen.

    Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet über drei Viertel des Bruttoinlandprodukts (davon ca. ein Fünftel durch den Fremdenverkehr, v.a. in der Küstenregion und auf den Inseln), der Industriebereich ein Fünftel. Die Industrie in Griechenland ist nur mäßig entwickelt, vor allem in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie handelt es sich meist um kleinere und mittlere Betriebe. An Bodenschätzen sind vor allem Braunkohle, Bauxit und Eisenerz von Bedeutung. In der Ägäis werden seit 1981 Erdölvorkommen ausgebeutet. Erze und Bauxit werden im Land in entsprechenden Betrieben weiterverarbeitet. Eine Rolle spielen auch die chemische Industrie und der Schiffsbau. Der Energiebedarf des Landes wird überwiegend durch Stein- und Braunkohle und durch Erdöl gedeckt, Kernkraftwerke gibt es nicht. Bedeutendstes Industriezentrum ist der Großraum Athen, gefolgt von Saloniki und Patras.

    Die wichtigsten Handelspartner sind Russland, Türkei, Deutschland und Italien.

    Währung ist der Euro (= 100 Cent).


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    Elliniki Dimokratía
    Amtssprache

    Griechisch

    Hauptstadt

    Athen

    Staatsform Republik
    Fläche 131.957 km²
    Einwohner 10.670.000
    Währung Euro
    Zeitzone UTC+2 OEZ

    UTC+3 OESZ (März - Oktober)

    KFZ-Kennzeichen GR
    Internet-TLD .gr
    Telefonvorwahl 0030