Hongkong Reiseführer

    Aus Länder-Lexikon.de

    Top Hongkong.jpg

    Sightseeing und Highlights

    Hongkong bei Nacht

    Gerade die kontrastreiche Eigenart der Millionenstadt macht ihren Reiz aus: Sie bildet einen Schmelztiegel von östlicher und westlicher Lebensart, deren Gegensätze man nirgends sonst so intensiv verspüren kann. Modernste Wolkenkratzer, Relikte aus der Kolonialzeit, Berge - Hongkong hat sowohl für Architektur- als auch für Naturbegeisterte viel zu bieten.

    Moderne Stadt mit vielen spannenden Sehenswürdigkeiten

    Sightseeing teaser.jpg

    Die in Hongkong vorherrschende Architektur ist die der Moderne. Geprägt von der Notwendigkeit, möglichst schnell Wohnraum für viele Zuwanderer zur Verfügung zu stellen, zeichnen sich an Hongkongs Skyline etliche Wolkenkratzer ab. Inmitten der gläsernen Riesen finden sich hier und da noch koloniale Bauten, Relikte einer anderen Zeit, die den Sprung ins neue Jahrtausend vereinzelt überlebt haben.

    Die St. John's Kathedrale

    Nichts deutet auf den ersten Blick darauf hin, dass man sich in einer chinesischen Stadt befindet, könnten die St. John’s Cathedral oder der Peak Tower doch auch irgendwo in Europa stehen. Der Victoria Harbour ist weltweit einer der beeindruckendsten und geschäftigsten Häfen, der eine grandiose Sicht auf Hongkong bietet und bei Nacht mit einer spektakulären Lichtershow aufwartet. Und doch erinnert das bunte Treiben auf den verschiedenen Märkten oder die chinesischen Tempel daran, dass man sich im Fernen Osten befindet.

    Die Peak Tram

    Unbedingtes Muss eines Hongkong-Urlaubes ist der Peak, eine Aussichtsplattform auf einem kleinen Berg im Westen der Metropole, die in knapp 400 Metern Höhe einen atemberaubenden Blick auf Hongkong bietet. Als besonderes Highlight kann die Peak Tram gelten, eine Trambahn, die sich mit abenteuerlichem Streckenverlauf den Weg zur Spitze erkämpft.

    Natur in und um Hongkong

    Hongkong zeigt sich in seinen Parks aber auch von seiner natürlichen Seite, obwohl der Natur durchweg Gärtner unter die Arme greifen. Obendrein verfügen fast alle Grünanlagen über Swimmingpools, Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten. Unberührte Natur findet sich in den Ballungszentren Hongkongs also kaum.

    Botanischer Garten in Hongkong

    Abseits der Ballungszentren dagegen bietet Hongkong auch für Naturbegeisterte und Wanderfreudige genau das Richtige. Das bergige Umland lässt sich auf Wanderrouten unterschiedlicher Längen und Schwierigkeitsgrade erkunden. Dabei begleitet einen stets die sagenhafte Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Inseln. Diese beherbergen wiederum ganz eigene Sehenswürdigkeiten: Nördlich der Insel Lantau beispielsweise lassen sich die seltenen rosa Delfine bestaunen, die frei im Ozean schwimmen, aber auch in verschiedenen Marine Parks Hongkongs zu besichtigen sind.

    Tradition und Kultur

    Der Buddha des Po Lin Klosters

    Nicht nur nahezu alle Weltreligionen sind in Hongkong anzutreffen, auch bei den kulinarischen Genüssen werden viele Nuancen asiatischer Küche mit westlichen Delikatessen vermischt.

    Ein Treffpunkt der Religionen

    Durch europäische, nahöstliche und asiatische Einflüsse kann man in Hongkong auf nahezu alle Weltreligionen und deren Abspaltungen treffen. Der Kreis der Buddhisten bildet die größte religiöse Gemeinschaft, vor allem unter den Chinesen. Als fundamentalstes Bauwerk des Buddhismus gilt der in einen Hang eingelassene Tempel der Zehntausend Buddhas in Shatin. Beeindruckend dokumentieren die über 12.000 goldenen Statuen das Leben des Buddha. Dem weltweit größten sitzenden, bronzenen Buddha im Freien begegnet man im Po Lin Kloster auf Lantau. Die Statue besteht aus mehr als 200 Bronzeplatten, wiegt 202 Tonnen und ragt 26 Meter in die Höhe. Insgesamt gibt es über 600 buddhistische Tempel, die alle ihre Besonderheiten haben.

    Mindestens genauso verbreitet wie der Buddhismus ist der Taoismus, ähnlich den Lehren des Konfuzius nicht nur als Religion, sondern als Lebenseinstellung und -wegweiser verstanden - eine Mischung aus Religion und Philosophie, die Harmonie als Leitkonzept allem voranstellt.

    Auch das Christentum hielt in Hongkong Einzug. Bereits mit der britischen Besatzung gelangte es erstmals in den asiatischen Raum und ist inzwischen durch eine breite und aktive Glaubensgemeinschaft fest verankert. Nach über 150 Jahren bieten die christlichen Bauten wie die St. John’s Kathedrale oder die katholische Kathedrale - ein imposantes gotisches Kunstwerk – einen sehr speziellen Kontrast zum übrigen Stadtbild: Relikte der Kolonialzeit stehen Wolkenkratzern der Moderne gegenüber.

    Seit dem 19. Jahrhundert ist auch der Islam als Glaubensrichtung in Hongkong vertreten. Der rege Handel mit arabischen Kaufleuten ließ schließlich auch deren Kultur und Religion in Hongkong ansässig werden. Die eindrucksvolle Jamiathe Masjid- oder auch Shelley Street Moschee mit ihrer grün-weißen Fassade ist die älteste Moschee Hongkongs und vereint Muslime aus aller Welt: aus Pakistan, Indien, Bangladesh, Malaysia, Indonesien, Afrika und dem Mittleren Osten. Aber auch neuere Moscheen wie Masjid Ammar oder Osman Ramju laden zum Gebet ein.

    Traditionelle chinesische Feste

    Pagode in Hongkong

    Neben traditionellen religiösen Festen bietet auch die chinesische Kultur einige Festtage, bei denen man Hongkong von seiner besten Seite kennenlernen kann. China verwendet zwar seit geraumer Zeit den gregorianischen Kalender, trotzdem werden die traditionellen Festlichkeiten nach dem alten, chinesischen Kalender zelebriert - angefangen beim Neujahrsfest, dem pompösesten von allen. Mit all seinen bunten Umzugswagen, Drachen und Löwen, Musikern, Blumenmärkten und beleuchteten Hochhäusern erinnert es fast ein wenig an Karneval, und das über eine Dauer von 15 Tagen!

    Nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser versteht China es zu feiern: Der Geburtstag der Meeresgottheit Tin Hau ist ein besonderer Feiertag für alle, die ihren Lebensunterhalt auf See bestreiten. Die Chinesen preisen Tin Hau mit bunt geschmückten Booten mit Blumenpapier und symbolischen Opfergaben für Schutz, gutes Wetter und volle Fischernetze. Eine weitere Feierlichkeit zu Wasser ist das Drachenbootfest zu Ehren des Nationalhelden Qu Yuan, bei dem seinem Märtyrertod gedacht wird. Zu seinen Ehren wird ein Drachenbootrennen veranstaltet, bei dem verschiedene Mannschaften in prächtigen Booten mit Drachenköpfen um die Wette rudern.

    Geschichtehongkong teaser.jpg

    Das letzte Fest des chinesischen Jahres ist das Fest zur Wintersonnwende. Gefeiert werden am Tag der längsten Nacht Yin und Yang: Yin steht für Dunkelheit und Kälte, Yang für Licht und Wärme. An diesem Tag wird ein Fest der Familie und des Beisammenseins veranstaltet, das stark an Weihnachten erinnert.

    Asiatische Küche mit westlichen Einflüssen

    Gastro teaser.jpg

    Kulinarisch hat Hongkong einen ganz eigenen Charme: Die Küche Hongkongs vermischt viele Nuancen asiatischer Küche mit westlichen Delikatessen. Zu den besten und beliebtesten chinesischen Speisen in Hongkong gehört die, auch in Deutschland bestens bekannte, kantonesische Küche. Man trifft in Hongkong aber auch auf die Aromen Thailands, die Würze Indiens, die Delikatessen Japans und Koreas und auf typisch vietnamesische Spezialitäten. In Hongkong findet sich somit auf kleinstem Raum die Quintessenz bester asiatischer Küche.

    Doch Hongkong wäre nicht Hongkong, fänden nicht auch in der Küche typisch westliche Einflüsse ihren Einschlag. So kann man hier zum Beispiel französische, italienische, deutsche, griechische und sogar amerikanische und mexikanische Delikatessen vorfinden. Dabei reicht der Anspruch von Fast-Food-Restaurants und Pizzerien über schicke Bars und Bistros bis hin zur Haute Cuisine.

    Teeblätter

    Tee spielt in China eine ganz besondere Rolle. Er ist der perfekte Begleiter zu jeder Speise und zu jeder Lebenslage. Kein Wunder also, dass die chinesische Teekultur bereits über 2.000 Jahre alt ist. Auch in Hongkong finden sich viele Teestuben, in denen man bei gemütlicher Atmosphäre die eine oder andere Spezialität probieren kann und so dem teilweise sehr hektischen Treiben dieser Metropole für eine kurze Zeit entkommt.

    Beste Reisezeit

    Skyline von Hongkong bei Nacht

    Die Temperaturen sind sowohl im Sommer als auch im Winter eher mild. Die beste Reisezeit ist in den Herbstmonaten von September bis November.

    Hongkong liegt in der subtropischen Klimazone, dementsprechend sind die Temperaturen sowohl im Sommer als auch im Winter eher mild. Im Frühling steigen sie zwar bereits den Höchstwerten des Sommers entgegen, gerade die Abende können mitunter aber noch sehr frisch werden. Die Sommermonate Juni bis August gilt es als Urlauber eher zu meiden. In Hongkong ist dann Regenzeit und zu den hohen Temperaturen von über 30 Grad kommt schwüle Luft hinzu, die einen Aufenthalt für Europäer ungemütlich werden lässt.

    Die beste Reisezeit sind eindeutig die Herbstmonate September bis November. Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch ausreichend Sonnenschein bei inzwischen angenehmen Temperaturen. Aber auch die Wintermonate schließen sich nicht automatisch für touristische Aufenthalte aus, fallen die Temperaturen doch selten unter die 10-Grad-Marke.

    Reiseinfos von A-Z

    Feiertage: An folgenden Feiertagen müssen Sie mit geschlossenen Banken und Geschäften oder zumindest mit eingeschränkten Öffnungszeiten rechnen: Neujahr (1. Jan), chinesisches Neujahr, Ching Ming-Fest, Ostern, Tag der Arbeit (1. Mai), Tuen Ng-Fest, Tag der Errichtung der Sonderverwaltungsregion Hongkong, Nationalfeiertag, Tag nach dem chinesischen Mittherbstfest, Chung Yeung-Fest, Weihnachten
    Geld: Bezahlt wird mit dem Hongkong-Dollar. Sie können an Geldautomaten problemlos Geld abheben mit der Kreditkarte oder EC-Karte. Als Tourist sollte man sich nicht über verschiedene Farben gleicher Geldscheine wundern. In Hongkong werden die Geldscheine nicht zentral von der Regierung gedruckt, sondern direkt von den Banken – somit entscheiden auch die Banken über das Aussehen „ihrer“ Banknoten!
    Impfungen: Spezielle Empfehlung für Reiseimpfungen gibt es nicht. Bei längeren Aufenthalten kann eine Impfung gegen Hepatitis A und B sinnvoll sein. Vor Reiseantritt sollte deshalb in jedem Fall Rücksprache mit einem Reise- oder Tropenmediziner gehalten werden.
    Medizinische Versorgung: Die medizinische Versorgung ist sehr gut. Medikamente erhalten Sie direkt bei Ärzten oder in Krankenhäusern.
    Notruf: Die allgemeine Notruf-Nummer ist 999. Für Touristen gibt es eine zusätzliche Polizei-Telefonnummer: 25277177
    Öffnungszeiten: Geschäfte haben meist von 10.00-19.00 Uhr geöffnet, oft auch länger und am Wochenende. Kleinere Läden haben So meist geschlossen. Banken haben Mo-Fr von 9.00-17.00 Uhr geöffnet und Sa von 9.00-12.30 Uhr.
    Sauberkeit: Besondere Vorsicht gilt in Hongkong in Bezug auf Verschmutzung öffentlicher Bereiche wie Parks, Straßen und ähnlichem. Vor allem das Spucken auf den Boden und das achtlose Wegwerfen von Zigaretten-Stummeln gilt als mutwillige Verunreinigung und wird mit empfindlichen Geldbußen bestraft.
    Sprache: Die Landessprache Hongkongs ist sowohl Chinesisch als auch Englisch. Vor allem in Hotels, Restaurants und Geschäften ist Englisch sehr gebräuchlich, gerade in Touristengebieten kommt man daher mit Englisch ganz gut zurecht.
    Trinkgeld: Trinkgeld ist in der Rechnung meist schon dabei, üblicherweise gibt man aber trotzdem 5-10% Trinkgeld.
    Verkehrsmittel: Das öffentliche Verkehrsnetz ist sehr gut ausgebaut, kann aber ohne Chinesischkenntnisse etwas verwirrend sein. Teilweise bezahlt man beim Ein-, teilweise beim Aussteigen. Für Touristen gibt es die praktische "Octopus-Card", mit der man überall ohne Kleingeld bezahlen kann. Taxifahrer sprechen kein Englisch, lassen Sie sich Ihr Ziel daher auf Chinesisch aufschreiben.
    Visum: Zur Einreise genügt der Reisepass, dieser muss allerdings noch einen Monat über den geplanten Ausreisezeitpunkt hinaus gültig sein. Für touristische Aufenthalte unter 90 Tagen wird kein Visum benötigt.
    Zeitverschiebung: Sommer: +6 Stunden, Winter: +7 Stunden

    Geschichte

    Betrachtet man die bedeutenden historischen Stationen, die Hongkong durchlebt hat, kann man nachvollziehen, wie die Millionenstadt zu dem wurde, was sie heute ist.

    Geschichtehongkong teaser.jpg

    Angefangen hat alles mit einem Fischerhafen zur Zeit des Chinesischen Kaiserreiches, als die Portugiesen erstmals in diese Region gelangten, jedoch weitaus mehr Interesse an der Belagerung der Nachbarinsel Macao zeigten. Somit konnte die britische Kronkolonie Ende des 17. Jahrhunderts aus dem verschlafenen Dorf einen Handelsstützpunkt für den Export chinesischer Ware nach Europa machen. Die Ausfuhr von Opium führte zum Opiumkrieg, in dem Hongkong als ursprünglich chinesisches Territorium den Briten zufiel. Dadurch erhielt Hongkong den Status einer Freihandelszone, von der aus Handel nicht nur nach Europa sondern auch nach Amerika betrieben wurde. Hinzu kam ein enormer Bevölkerungszuwachs, insbesondere Chinesen aus allen Teilen des Landes strebten in die britische Kolonie, größtenteils als politische Flüchtlinge.

    Während des Zweiten Weltkriegs japanisch besetzt, erlebte Hongkong zwar diverse Rückschläge, blieb jedoch seiner aufsteigenden Linie treu. Es verwandelte sich zunächst in ein aufstrebendes Industriezentrum, verlagerte aber seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt mit der Zeit auf internationale Handelsbeziehungen und das Dienstleistungsgewerbe.

    Mittlerweile zur mehrfachen Millionenstadt angewachsen und eine der wichtigsten Handelsdrehscheiben weltweit, weckte es das Interesse der Volksrepublik China an seiner Wiedereingliederung. Nach jahrzehntelangen Verhandlungen übergaben die Briten schließlich ihre Kolonie 1997 an China. Hongkong genießt allerdings weiterhin einen Status als Sonderverwaltungszone und ist politisch und wirtschaftlich nahezu autonom.

    Nützliche Links