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    Das Verfärben der Blätter

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    Genau genommen steht der Indian Summer nicht für das Verfärben der Blätter, sondern ausschließlich für eine Warmwetterperiode im Spätsommer oder Frühherbst mit blauem Himmel und Temperaturen von meist etwas über 20 °C. Einige gehen sogar so weit zu behaupten, von einem echten Indian Summer könne nur dann die Rede sein, wenn es vorher auch schon mehrere Tage mit Frost gegeben habe.

    Dennoch gehören die gelbroten Blätter zu einem richtigen Indian Summer natürlich dazu, das hat nicht zuletzt vor rund zwei Jahrzehnten auch die Tourismusbranche erkannt und lockt nun auch Besucher aus Übersee nach Neuengland. Doch was steckt eigentlich hinter dem einzigartigen Naturschauspiel, das in dieser Vielfalt und Leuchtkraft in europäischen Wäldern nicht zu finden ist?

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    Zunächst einmal läuft alles genauso ab wie auf dem alten Kontinent auch. Die Laubbäume bauen in den Blattzellen das grüne Chlorophyll ab und speichern so wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphat. Zum Vorschein gelangen nun die bis dahin vom Grün überdeckten gelblich-roten Carotinoide. Jetzt kommt ein weiterer Effekt ins Spiel: Das kräftige Rot wird unter Energieaufwand mittels Neusynthese von Anthocyanen erreicht, es werden auch zusätzlich Carotinoide hergestellt. Möglicherweise dient die kräftige Färbung der Abschreckung von Insekten, die ihre Eier auf diesen Pflanzen ablegen wollen, oder auch als Schutzreaktion der noch aktiven Chloroplasten vor zu viel Strahlung.

    Warum die nordamerikanischen Arten - allen voran der Zucker-Ahorn, dessen Blätter sich leuchtend scharlachrot färben - tendenziell eine deutlich stärkere Rotfärbung hervorbringen als ihre europäischen Verwandten, konnten die Forscher bislang allerdings noch nicht herausfinden.