Iran

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Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Iran grenzt mit seinem Staatsgebiet an sieben weitere Länder: im Westen an den Irak und die Türkei, im Nordwesten an Armenien und Aserbaidschan, im Nordosten an Turkmenistan, im Osten an Afghanistan und Pakistan. Das Land ist mit einer Fläche von rund 1 645 000 km² einer der größten Staaten am Persischen Golf und etwa dreimal so groß wie Frankreich.

Den Großteil der Landesfläche bildet ein halbtrockenes Hochland (Höhen bis rund 1 220 m), das von Gebirgen umgeben ist. Im Norden verläuft parallel zum Tiefland an der Küste des Kaspischen Meeres das Elburs-Gebirge mit einigen noch aktiven Vulkanen, höchster Berg ist der Demawend mit 5 671 m. Im Westen und Südwesten liegt das Sagros-Gebirge. Nach Südosten setzt sich dieses Gebirge in den Bergländern von Mokran und Belutschistan fort. In der Landesmitte befinden sich zwei große Wüsten: die Wüste Lut und die Große Salzwüste. Beide sind extrem trocken, nur im Winterhalbjahr fließen wenige kleinere Flüsse in die Große Salzwüste. Als fruchtbares Land gilt nur das Flussbecken des Karun in der südwestlichen Provinz Khusistan, einem der wenigen so genannten permanenten Flüsse des Landes, die ganzjährig Wasser führen. Größter See des Landes ist der Urmiasee im Nordwesten des Landes, ein flacher Salzsee.

Kilma

Das Klima im Iran ist im Wesentlichen kontinental mit jahreszeitlich bedingten großen Temperaturschwankungen. Im Norden und Westen machen sich mediterrane, im Süden monsunale Einflüsse bemerkbar. In den Bergregionen und Ebenen des Nordens gibt es das ganze Jahr über Niederschläge, während es im Westen und Nordwesten nur im Winterhalbjahr regnet. In den Wüstengebieten kommt es nur zu ca. 100 mm Niederschlag jährlich, während im Küstentiefland am Kaspischen Meer um die 1 300 mm verzeichnet werden.

Flora und Fauna

In den Trockengebieten ist die Vegetation extrem spärlich, es herrschen Wüsten und Halbwüsten vor. An den Küsten des Kaspischen Meeres mit relativ hoher Niederschlagsmenge finden sich Feucht- und Laubwälder. Die Nordhänge des Elburs-Gebirges sind mit Eichen und Buchen bedeckt.

Der Iran hat eine vielfältige Tierwelt, Teile des Landes wurden als Naturschutzgebiete ausgewiesen. An die Wüstenregionen gut angepasst leben z.B. der Asiatische Wildesel, Dromedare und die Wüstenspringmaus. An den Küsten des Kaspischen Meeres findet sich eine Vielzahl von Wasservögeln. In den Bergwäldern leben neben Wölfen und Dachsen auch Braunbären.

Bevölkerung

Das Land hat über Jahrtausende hinweg den Aufstieg und Fall vieler Kulturen und Völker erlebt. Es herrschten abwechselnd die Meder, die Perser, die Griechen, die Parther und andere Völker. Heute sind gut die Hälfte der iranischen Bevölkerung - also von insgesamt rund 68,02 Millionen Menschen - Perser. Daneben gibt es Minderheiten wie die Aserbaidschaner, Gilaner, Masandaraner, Kurden, Araber, Luren, Belutschen und Turkmenen. Knappe 10 % der Bevölkerung leben heute noch ganz oder zumindest teilweise nomadisch (Stämme wie die Bachtiaren oder Luren). Über die Hälfte der Iraner wohnen in Städten. Die Hauptstadt Teheran mit ca. 7,1 Millionen Einwohnern ist die größte des Landes, weitere Großstädte sind Mesched (2,3 Millionen), Täbris (1,4 Millionen) und Isfahan (1,5 Millionen). Außerhalb der Städte ist das Tiefland entlang des Kaspischen Meeres am dichtesten besiedelt. Die beiden großen Wüsten (Lut und Große Salzwüste) sind praktisch unbewohnt.

Über 90 % der iranischen Bevölkerung sind Anhänger des Islams schiitischer Richtung, der seit dem 16. Jahrhundert Staatsreligion ist: Im heutigen Iran leben die meisten schiitischen Muslime der Welt.

Seit der Revolution 1979 sind alle Verhütungsmittel unter Androhung schwerer Strafen strengstens verboten; das Bevölkerungswachstum war 2005 mit geschätzten 0,86 % dennoch recht moderat, was auch an den strengen Regeln des Islam liegt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 70 Jahren. Für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren besteht Grundschulpflicht. In den Lehrplänen stehen religiöse Inhalte meist vor den weltlichen; rund 79,5 % der Iraner können lesen und schreiben.

Politisches System

Laut Verfassung von 1979 ist der Iran eine islamische Republik: Alle sozialen, wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten müssen in der Ethik der Staatsreligion, des schiitischen Islams, begründet sein. Laut Verfassung ist der von einem Expertenrat auf Lebenszeit gewählte religiöse Führer (Ajatollah), der auch Revolutionsführer genannt wird, auch das Staatsoberhaupt (seit 1989 Ali Khamenei).

Der Staatspräsident (Staats- und Regierungschef) dagegen wird als Leiter der Exekutive ebenso wie die 290 Mitglieder des Einkammer-Parlaments (Islamischer Rat, Madschlis) für jeweils vier Jahre frei gewählt (seit August 2013 Hassan Rohani). Er muss vom Parlament und vom religiösen Führer bestätigt werden. Die vom Staatspräsidenten vorgeschlagenen Minister müssen vom Parlament bestätigt werden. Auch der religiöse Führer besitzt ein Vetorecht hinsichtlich der Besetzung der Führungsposten in den wichtigsten Ministerien.

Die Gesetzgebung liegt beim Islamischen Rat, ist jedoch abhängig von der Zustimmung eines so genannten Wächterrates, der aus sechs vom Revolutionsführer ernannten islamischen Rechtsgelehrten und aus sechs vom Parlament gewählten Juristen besteht. Alle Gesetze müssen mit dem islamischen Recht, der Scharia, konform sein. Der so genannte Schlichtungsrat (vom Religionsführer ernannt) fungiert im Gesetzgebungsverfahren als vermittelndes Gremium

Die höchste Rechtsinstitution ist aufgespalten in drei Gerichte: für religiöse, revolutionäre und Verwaltungsfragen.

Der Iran ist in 31 Provinzen (ostanha) untergliedert.

Wirtschaft

Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Irans zählen die Öl- und Gasindustrie, petrochemische Industrie, Landwirtschaft, Metallindustrie und Kfz-Industrie. Die Inflation beträgt hohe 45 %, die Arbeitslosigkeit liegt bei 35 % (hohe Jugendarbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung). Ein weiteres Problem ist die ineffiziente, kostenintensive staatliche Verwaltung. Der Industriesektor wird in allen Bereichen durch Staatsbesitz und -interventionen dominiert. Ein hoher Prozentsatz der Wirtschaftsgewinne fließt in die Entwicklung und den Ankauf von Waffensystemen, so dass trotz der hohen Einnahmen durch den Ölexport rund die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Die Erträge aus der landwirtschaftlichen Nutzung sind zu gering, um die rasch anwachsende Bevölkerung zu ernähren. Trotz einer weit ausgebauten Bewässerung ist guter Boden knapp. Ackerbau ist fast nur im Nordwesten des Landes möglich. Angebaut werden Reis, Weizen, Baumwolle, Zuckerrüben, Nüsse, Zitrusfrüchte und Tee (im Tiefland an der Küste des Kaspischen Meeres). In anderen Landesteilen werden vor allem Getreide und Tabak (Aserbaidschan) angebaut.

Wichtigste Wirtschaftssparte sind die reichen Erdöl- und Erdgas-Vorkommen. Ein Großteil der Erdölfelder liegt im Südwesten am Fuß des Sagros-Gebirges. Ein Teil des Rohöls wird im Land weiterverarbeitet, der Großteil wird exportiert. An weiteren bedeutenden Bodenschätzen sind verschiedene Erze und Steinkohle zu nennen. Weiterer bedeutender Wirtschaftsfaktor ist die Textilindustrie, die sich vor allem im Großraum Teheran angesiedelt hat.

Zusätzlich zu Nahrungsmitteln importiert der Iran (v.a. aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, China, Deutschland, Südkorea und Italien) Maschinen, Fahrzeuge und elektronische Artikel. Die Exporte - Erdöl und -gas, landwirtschaftliche und traditionelle Güter (Teppiche, Früchte, Pistazien) und zunehmend Industrieprodukte (Kfz und Kfz-Teile, Stahl, petrochemische Produkte) - gehen in die EU, China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Südkorea und Indien.

Währung ist der Rial (1 Rial = 100 Dinars).


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Dschomhūrī-ye Eslāmī-ye Īrān
Amtssprache

Persisch

Hauptstadt

Teheran

Staatsform Islamische Republik
Fläche 1.645.000 km²
Einwohner 68.020.000
Währung Rial
Zeitzone UTC +3,5
KFZ-Kennzeichen IR
Internet-TLD .ir
Telefonvorwahl 0098