Lissabon

Aus Länder-Lexikon.de

portugiesisch: Lisboa;

Hauptstadt von Portugal. Lissabon liegt an der Mündung des Tejo in den Atlantischen Ozean und hat 517.000 Einwohner. Der Hafen und die Schiffsbauindustrie sind wichtige Wirtschaftsgrundlagen der Stadt. In Lissabon gibt es unter anderem Ölraffinerien, Metallindustrie und chemische Industrie. Lissabon ist Universitätsstadt.

Kunst und Kultur

Torbogen in Lissabon

In der Altstadt liegen die romanisch-gotische Kathedrale Sé Patriarcal (Patriarchenpalast, 1147 begonnen, nach 1344 und 1755 erneuert) und die Spätrenaissancekirche São Vicente de Fora (1590ff.). Im Vorort Belém befindet sich das ehemalige Hieronymitenkloster, ein Hauptwerk des Emanuelstils. Besonders sehenswert sind die Hallenkirche (1499-1571), der Kreuzgang und der Torre de Belém (1515-21) des Klosters. Im Kloster liegt das Grab von Vasco da Gama, der durch die Umschiffung Afrikas einen neuen Seeweg nach Indien fand und Portugals Aufstieg zur Seemacht so einleitete. Auch das Grab des Dichters Camões, der mit den Lusiaden das portugiesische Nationalepos schuf, findet sich hier. Sehenswert ist die Kunstsammlung der Gulbenkianstiftung.

Geschichte

Der mittelalterliche Belem-Turm in Lissabon

Lissabons Anfänge gehen vermutlich auf eine phönikische Gründung zurück. Im Altertum hieß die Stadt "Olisipo", römisch "Felicitas lulia" und arabisch "Al Aschbana". Vom 8. Jh. bis 1147 stand die Stadt unter der Herrschaft der Mauren. Der portugiesische König Alfons III. machte Lissabon 1260 zur Residenz. Im 15. und 16. Jh. war die Stadt wichtigster Handelsplatz Europas. 1580 wurde Portugal von Philipp II. erobert, und so blieb die Stadt bis 1640 in spanischem Besitz. Beim Erdbeben 1755 wurde mehr als ein Drittel von Lissabon zerstört. Große Zerstörungen wurden durch den Brand in der Altstadt im August 1988 angerichtet. 1998 fand in Lissabon die Weltausstellung statt.