Malta

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    Geografie

    Die Republik Malta liegt etwa 90 km südlich von Sizilien im Mittelmeer und besteht aus den drei Inseln Malta (246 km²), Gozo (67 km²) und Comino (3 km²). Die drei Inseln bilden zusammen mit zwei kleineren, unbewohnten Inseln den Rest einer Landbrücke, die vor 15 Millionen Jahren Sizilien mit Nordafrika verband.

    Die Hauptinsel Malta nimmt rund 80 % der gesamten Staatsfläche (316 km²) ein und besteht aus einem Kalksteinplateau, das von Nordosten in Richtung Südwesten allmählich auf eine Höhe bis zu 253 m ansteigt (Bingemma Heights). Große Flächen sind verkarstet, es gibt keine Flüsse oder natürlichen Seen auf der Insel. Die Küste ist im Norden und Osten buchtenreich und flach, im Süden und Westen findet sich Steilküste mit zahlreichen Höhlen. Auf der Insel Malta liegt die Hauptstadt der Republik, Valletta. Die Insel Gozo liegt fünf Kilometer nordwestlich von Malta und besteht ebenfalls aus einem Kalksteinplateau, das bis zu 176 m hoch ist. Zwischen Gozo und Malta liegt die nur drei Quadratkilometer große Insel Comino, auf der Schafzucht betrieben wird.

    Klima

    Auf Malta herrscht mediterranes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern. In der Hauptstadt Valletta betragen die Durchschnittstemperaturen im Juli 26 °C, im Januar 13 °C. Im Sommer können Maximalwerte bis zu 42 °C erreicht werden. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Durchschnitt 550 mm und fällt überwiegend in den Monaten November bis Februar.

    Flora und Fauna

    Von der ursprünglichen Inselvegetation ist kaum mehr etwas vorhanden, heute herrschen Hartlaubgewächse und Strauchweide (Macchie und Garigue) vor, die an die Stelle der einstigen Wälder getreten sind. Typisch sind hierfür unter anderem Thymian, Lavendel und Wolfsmilch. Viele der heute vorhandenen Pflanzenarten wurden auf die Insel eingeführt, z.B. Öl- und Johannisbrotbaum, Aleppokiefer und Oleander.

    Größere Wildtiere kommen auf Malta nicht mehr vor. Die Tierwelt ist artenarm, häufig anzutreffen sind z.B. Igel, Mäuse, Kaninchen, Ratten, Eidechsen und Schlangen. Üblich ist nach wie vor die Jagd auf einheimische Singvögel (Lerchen, Drosseln, Blaumerlen) und auf die zweimal im Jahr durchziehenden Zugvögel.

    Bevölkerung

    Insgesamt leben 399 000 Einwohner in der Republik Malta, die meisten von ihnen auf der Hauptinsel. Mit über 1 260 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Siedlungsdichte sehr hoch. Die größte Stadt ist Birkirkara mit rund 22 500 Einwohnern, gefolgt von Qormi (18 500) und Mosta (18 100). Die Hauptstadt Valletta hat rund 7 100 Einwohner. 95,7 % der Bevölkerung sind Malteser, die Nachkommen der vielen verschiedenen Eroberer der Inseln sind (Phönizier, Araber, Italiener, Normannen). Größte Minderheit sind mit rund 2 % Anteil an der Gesamtbevölkerung Briten. Schätzungsweise 400 000 Malteser leben im Ausland.

    Amtsprache auf Malta sind Englisch und Maltesisch, eine aus dem Arabischen stammende Sprache mit italienischen Elementen. Über 95 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, die Briten auf der Insel sind meist Anglikaner.

    Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen entsprechen europäischem Standard. Die Lebenserwartung liegt bei durchschnittlich 79 Jahren, das Bevölkerungswachstum bei 0,4 %. 93 % der maltesischen Bevölkerung können lesen und schreiben.

    Politisches System

    Malta ist gemäß der im Jahr 1974 verabschiedeten Verfassung eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident (seit April 2009 George Abela), der für fünf Jahre durch das Parlament gewählt wird und vor allem repräsentative Aufgaben wahrnimmt. Chef der Regierung ist der Premierminister (seit März 2013 Joseph Muscat), der normalerweise Vertreter der stärksten Partei im Parlament ist und vom Staatspräsident ernannt wird.

    Die Legislative liegt beim Parlament, das aus einer Kammer besteht. Die 67 Mitglieder werden vom Volk auf der Basis des Verhältniswahlrechts für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Weitere Sitze werden zuweilen der regierenden Partei zugestanden, um eine stabile Mehrheit im Parlament zu gewährleisten. Die zwei bedeutenden politischen Parteien in Malta sind die "Nationalist Party" (NP) und die sozialistische "Labour Party".

    Wirtschaft

    Malta weist relativ stabile Wachstumsraten auf und gehört zu den wohlhabenden Ländern. Die Arbeitslosenquote für das Jahr 2012 wurde mit 6,4 % angegeben.

    Die Landwirtschaft spielt nur eine untergeordnete Rolle, nur rund 20 % des Eigenbedarfs der Bevölkerung kann durch maltesische Produkte gedeckt werden und nur 2 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) werden in diesem Sektor erzielt. Angebaut werden vor allem Kartoffeln, Zitrusfrüchte, Melonen, Getreide (Weizen, Gerste) und Wein. Auf der kleinen Insel Comino wird intensiv Schafzucht betrieben.

    Wichtigste Wirtschaftszweige sind die Elektronik- und Textilproduktion, die Werften Vallettas im Grand Harbour und im Marsamxett Harbour, das Handels-, Versicherungs- und Bankenwesen, Dienstleistungsbetriebe und der Tourismus. Im Dienstleistungssektor werden 77 % des BIP erwirtschaftet; die Besucherzahlen steigen ständig.

    Die wichtigsten Exportgüter Maltas sind Mineralöle und Schmierstoffe sowie Maschinen und Transportausrüstungen, die von China, Singapur, den USA und den großen EU-Staaten aufgekauft werden. Eingeführt werden vor allem dieselben Güter; diese stammen hauptsächlich aus Italien und anderen EU-Staaten.

    Am 1. Januar 2008 wurde der Euro eingeführt.


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    Repubblika ta' Malta
    Amtssprache

    Maltesisch, Englisch

    Hauptstadt

    Valletta

    Staatsform Republik
    Fläche 316 km²
    Einwohner 399.000
    Währung Euro
    Zeitzone UTC +1
    KFZ-Kennzeichen M
    Internet-TLD .mt
    Telefonvorwahl 00356