Mittelamerika (Geschichte)

    Aus Länder-Lexikon.de

    Vorkolumbische Geschichte

    Amerika ist vermutlich ursprünglich ein "menschenleerer" Kontinent gewesen. Erste Einwanderung (Jäger und Sammler) aus dem asiatischen Sibirien über die damals noch festländische oder vereiste Beringstraße ist seit etwa 15 000 v.Chr. (vielleicht schon früher) nachweisbar; allmählicher Übergang zu sesshafter Lebensweise (steinzeitliche Talkulturen, Anfänge der Keramik), Besiedlung des ganzen Doppelkontinents bis Südpatagonien. Jäger, Sammler und Pflanzer entwickelten Hochkulturen, besonders in Mittelamerika und im Hochland von Peru. Aufnahme des Landbaus, später vor allem Maiskultur. Kulturzentren waren die Mayastaaten in Guatemala, San Salvador und auf der Halbinsel Yucatán. In Peru seit 1200 das Inkareich, Höhepunkt im 15. Jh. n.Chr.

    Kolumbus und nachkolumbische Geschichte

    Nach Sperrung der alten West-Ost-Handelswege von Europa nach Indien durch die Türken Suche nach neuen Seewegen zu den Reichtümern Ostasiens, vor allem durch Portugal und Spanien; die Erkenntnis von der Kugelgestalt der Erde führte zu Versuchen, Indien auf dem Westweg über den Atlantik zu erreichen.

    1492 landete Christopher Kolumbus auf der Bahamainsel Guahaini, die irrtümlich als westlicher Ausläufer Indiens angesehen wurde (daher der Name Westindien). Die Westindischen Inseln gerieten rasch in den Besitz der verschiedenen Kolonialmächte (Spanien, England, Portugal, Frankreich, Holland), das mittelamerikanische Festland unter spanische Herrschaft.

    Das Festland wurde 1823 als "Vereinigte Staaten von Zentralamerika" unabhängig von Spanien, fiel allerdings 1839 nach heftigen inneren Wirren auseinander. Die meisten der Westindischen Inseln erreichten ihre Unabhängigkeit erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

    Im Zweiten Weltkrieg traten fast alle lateinamerikanischen Staaten an der Seite der Vereinigten Staaten in den Krieg. 1948 entstand in Bogotá unter der Führung der USA die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS).