Saint Vincent und die Grenadinen

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    Geographie

    Der Inselstaat in der Karibik (auch: St. Vincent und die Grenadinen; amtlich englisch: Saint Vincent and the Grenadines) gehört zu den Windward Islands und liegt südlich von St. Lucia und nördlich von Grenada. Die Hauptinsel Saint Vincent hat eine Fläche von 344 km², die 32 Inseln der Grenadinen, die zum Staat gehören (die südlichen gehören zu Grenada), umfassen insgesamt eine Fläche von 45 km². Dazu gehören Bequia Island (18 km²), Canouan Island (7 km²), Union Island (8 km²), Mustique, Mayreau, Petit Nevis, Isle à quatre, Pigeon Island, Battowia, Baliceaux, Petit Mustique, Savan, Petit Canouan, Tobago Cays, Palm Island und Petit St. Vincent.

    Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und haben bergigen Charakter. Auf der Hauptinsel Saint Vincent durchzieht ein Gebirgszug die Insel von Norden in Richtung Süden. Die höchste Erhebung ist mit 1 234 m der erloschene Vulkan Soufrière im Norden der Insel, dessen Krater einen Durchmesser von rund 1 200 m hat und an dessen Boden sich ein Kratersee befindet (letzter Ausbruch 1979). Weitere Berge sind z.B. der Richmond Peak mit 1 041 m und der Mount Brisbane mit 904 m. Nach Osten fallen die Gebirge allmählich zum Meer ab, im Westen in Form von steilen Klippen an der Küste. Auch die Grenadinen sind bergig und weisen lange Sandstrände auf.

    Die Hauptstadt Kingstown liegt im Südwesten der Insel Saint Vincent.

    Klima

    Im Inselstaat St. Vincent herrscht tropisches Klima mit ganzjährig gleich bleibend hohen Temperaturen. Die Jahresdurchschnittswerte liegen bei etwa 26 °C. Ein Großteil der Niederschläge fällt in den Monaten Juni bis Dezember: An den Küsten und in den tieferliegenden Gebieten werden bis zu 1 500 mm gemessen, während an den windzugewandten Hängen der Gebirge bis zu 3 800 mm fallen können. Auf den meist flacheren Grenadinen ist die Niederschlagsmenge deutlich niedriger. In der Trockenzeit (Januar bis Mai) kommt es hier oft zum Süßwassermangel. Vor allem im September und Oktober können Hurrikane auftreten.

    Flora und Fauna

    Die vulkanischen Böden des Inselstaates sind sehr fruchtbar. Die Berge auf der Hauptinsel Saint Vincent sind mit immergrünem tropischem Regenwald überzogen, in dem sich eine große Pflanzenvielfalt findet. Auf den Grenadinen wurde der Regenwald zum Großteil abgeholzt. In der Hauptstadt Kingstown befindet sich der älteste botanische Garten Amerikas, der 1765 angelegt wurde und in dem unter anderem Exemplare des 1793 eingeführten Brotfruchtbaums stehen.

    Nur die Vogelwelt und die Unterwasserwelt in den Gewässern vor der Küste sind artenreich auf den Inseln. Die nur auf Saint Vincent lebende Königsamazone, von der schätzungsweise noch 400 Exemplare vorhanden sind, wurde zum Nationalvogel ernannt. Zum Schutz der als gefährdet geltenden Population ist die Einrichtung eines Reservates geplant.

    Bevölkerung

    Im Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen leben insgesamt rund 117 000 Menschen, ein Großteil von ihnen auf der Hauptinsel. Kingstown an der Westküste von Saint Vincent hat etwa 30 000 Einwohner. Über zwei Drittel der Bevölkerung sind Schwarze und Nachkommen der von Afrika verschleppten Sklaven. Zweitgrößte Bevölkerungsgruppe mit ca. 20 % sind Mulatten (Mischlinge aus Schwarzen und Europäern). Etwa 6 % sind Nachfahren der indischen Vertragsarbeiter, die nach der Abschaffung der Sklaverei auf die Inseln kamen. Weiße meist britischer Herkunft haben einen Bevölkerungsanteil von etwa 3 %, knapp 1 % sind Nachkommen der indianischen Urbevölkerung (Kariben und "Black Caribs") und leben vorwiegend im Norden der Insel Saint Vincent im Landesinneren.

    Etwa drei Viertel der Gesamtbevölkerung sind Protestanten (überwiegend Anglikaner und Methodisten), knapp 10 % sind Katholiken. Die offizielle Amtssprache ist Englisch, daneben wird kreolisches Englisch gesprochen, vereinzelt auch Patois.

    Es besteht ein deutlicher Geburtenüberschuss, dennoch liegt das Bevölkerungswachstum nur bei 0,5 %, da viele aufgrund der herrschenden Arbeitslosigkeit das Land verlassen. Auf der Hauptinsel Saint Vincent ist das Gesundheitswesen relativ gut ausgebaut, auf den Grenadinen nur lückenhaft. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei rund 70 Jahren.

    Politisches System

    Der Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen ist laut der Verfassung von 1979 eine parlamentarische Monarchie im britischen Commonwealth of Nations. Staatsoberhaupt ist die britische Monarchin Elisabeth II., die auf den Inseln durch einen Generalgouverneur vertreten ist (seit September 2002 Frederick Ballantyne). Er ernennt den Premierminister als Regierungschef des Landes, der normalerweise Vertreter der stärksten Partei im Parlament ist (seit März 2001 Ralph Gonsalves).

    Die Legislative liegt beim Parlament, das aus einer Kammer (Nationalversammlung) mit 23 Mitgliedern besteht. 15 Abgeordnete werden direkt vom Volk gewählt, sechs Senatoren werden vom Regierungschef und dem Führer der Opposition vorgeschlagen und vom Generalgouverneur ernannt, zwei sind ex officio. Relevante politische Parteien sind die United Labour Party (ULP) und die New Democratic Party (NDP).

    Wirtschaft

    Die Wirtschaft des Inselstaates basiert vor allem auf der Landwirtschaft (Bananen) und dem Fremdenverkehr.

    Fast die Hälfte der gesamten Landfläche der Inseln wird landwirtschaftlich genutzt, für den Export werden vor allem Bananen (ein Drittel der Exporte), Kokospalmen und der Westindische Pfeilwurz (als Basis von Arzneimitteln und Kindernahrung) angebaut. Die Einkünfte aus dem Bananenverkauf sind aufgrund von hohen Produktionskosten und Qualitätsproblemen rückläufig. Für den Eigenbedarf der Bevölkerung werden unter anderem Knollenfrüchte, Gemüse, Mais und Zuckerrohr kultiviert, auch die Fischerei ist bedeutend. Nahrungsmittel müssen zusätzlich importiert werden. Tropische Wirbelstürme führen immer wieder zu schweren Ernteverlusten.

    Die Industrie ist nur mäßig entwickelt und konzentriert sich auf die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten. Weiter werden in Kleinbetrieben Zement, Textilien und Möbel produziert.

    Eingeführt werden neben Nahrungsmitteln vor allem Maschinen, Fahrzeuge und Fertigprodukte. Haupthandelspartner sind die USA und die anderen Karibikstaaten.

    Der Tourismus entwickelt sich zur stärksten Deviseneinnahmequelle und wird von der Regierung gefördert.

    Das Straßennetz auf der Hauptinsel Saint Vincent umfasst insgesamt rund 1 000 km, davon ist ein Drittel asphaltiert. Kingstown ist der einzige Tiefseehafen des Inselstaates. Auf der Hauptinsel nahe der Hauptstadt Kingstown befindet sich ein internationaler Flughafen.


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    Saint Vincent and the Grenadines
    Amtssprache

    Englisch

    Hauptstadt

    Kingstown

    Staatsform Parlamentarische Monarchie im Commonwealth
    Fläche 389 km²
    Einwohner 117.000
    Währung Ostkaribischer Dollar
    Zeitzone UTC -5
    KFZ-Kennzeichen WV
    Internet-TLD .vc
    Telefonvorwahl 001