Suriname

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    Geographie

    Die Republik Suriname, ehemals Niederländisch-Guyana, liegt an der Nordküste Südamerikas. Es hat eine Fläche von 163 465 km², was etwas mehr als der doppelten Landesgröße des deutschen Bundeslandes Bayern entspricht. Bei der Flächenangabe nicht mitgerechnet sind zwei Regionen, eine im Südosten an der Grenze zu Französisch-Guayana und eine im Südwesten an der Grenze zu Guyana, deren Besitz zwischen den jeweiligen Nachbarländern umstritten ist. Neben den zwei Landesgrenzen zu Französisch-Guayana und der Republik Guyana hat Suriname im Süden eine weitere Landesgrenze zu Brasilien. Die gesamte Nordgrenze des Landes wird vom Atlantischen Ozean eingenommen. Die Hauptstadt ist Paramaribo mit rund 244 000 Einwohnern.

    Die ehemalige holländische Kolonie besteht aus vier Landschaftsregionen, die von Nord nach Süd aus Küstenzone, Ebene, Hügelland und Gebirge bestehen. Die schmale Küstenzone weist vereinzelte Mangrovenwälder, Sandbänke und Sümpfe auf. Weiter südlich schließt sich eine Ebene an, die aus Sand und Lehm der Amazonasmündung geformt wurde, und deren fruchtbare Erde als Hauptanbaugebiet des Landes genutzt wird. Weiter südlich folgt ein Hügelland, das zum Teil auf Sandsediment fußt und reich an Quarzen ist. Über drei Viertel der Landesfläche nimmt die vierte Landschaftsregion ein, die aus einem Gebirgsmassiv besteht, dessen südliche und mittlere Bereiche vollständig mit Regenwald bewachsen sind. Innerhalb dieses Massivs erhebt sich im Wilhelminagebirge der höchste Berg des Landes, der Julianatop mit 1 280 m. Größter See Surinames ist der bei Afobaka aufgestaute Blommestein-See, der sich aus dem Fluss Suriname speist. Weitere wichtige Flüsse sind Courantyne, Coppename und Maroni, die ebenso wie der Suriname nordwärts fließend in den Atlantik münden.

    Klima

    Das Klima in Suriname ist tropisch und weist im Verlauf des Jahres nur sehr geringe Temperaturunterschiede auf. So schwankt die durchschnittliche Monatstemperatur in der Hauptstadt Paramaribo zwischen 26 °C in Januar und 27 °C im Juli. Zwei Regenzeiten, eine große im Sommer und eine kürzere im Winter, lassen die jährlichen Niederschlagsmengen von rund 1 500 mm an der Küste auf 2 500 mm im Landesinneren ansteigen. Dabei herrscht das ganze Jahr über eine durchgängig hohe Luftfeuchtigkeit.

    Flora und Fauna

    Etwa 90 % des Landes sind von tropischem Regenwald bewachsen. Der Regenwald weist mehr als 1 000 Baumarten auf und ist in seiner Artenvielfalt in Bezug auf Flora und Fauna bisher nur teilweise erforscht. Besser erforscht sind die Lebensräume an den Küsten, wo neben der vorherrschenden Mangrovenvegetation mehr als 4 000 Pflanzenarten zu finden sind, darunter zahlreiche Farnkräuter, Moose und Kräuter. Zwischen Regenwald im Norden und der Küstenregion im Süden befindet sich ein schmaler Streifen, der aus natürlicher Savanne mit entsprechenden Gräsern und vereinzelten Büschen besteht. Ein weiteres Savannengebiet liegt im Regenschatten des Wilhelminagebirges im Süden des Landes.

    Die Fauna Surinames setzt sich aus rund 150 verschiedenen Tierarten zusammen. Das größte in Wildnis lebende Säugetier ist der Tapir, weitere Säugetiere, die in Regenwald und der Gebirgsregion leben, sind unter anderem Affen, Wildschweine, Hirsche, Lamas, Jaguare, Ozelote, Gürteltiere und Ameisenbären. An Reptilien finden sich neben einer Alligatorenart (Kaiman) zahlreiche Leguane und Riesenschlangen. An den Küsten des Landes leben Seeschildkröten. Die Vogelwelt ist sehr artenreich, etwa 650 Vogelarten zählen die Ornithologen, darunter z.B. Geier und verschiedene Papageien. Das Meer und die Binnengewässer zeigen mit geschätzten 350 Fischarten eine vergleichbare Artenvielfalt.

    Bevölkerung

    Die Struktur der Bevölkerung, die insgesamt nur rund 440 000 Menschen zählt, ist aufgrund der bewegten Geschichte sehr heterogen: 37 % der Bevölkerung, und damit eine relative Mehrheit, bilden von Indern abstammende Surinamesen ("Hindustani"). Kreolen stellen mit 31 % einen fast gleich großen Teil der Bevölkerung. Außerdem gibt es Indonesier (14 %), Schwarze (9 %) und Indianer (3 %). Knapp 40 % der Bevölkerung gehören dem christlichen Glauben an, 27 % sind Hindus, 19 % Moslems. Die übrigen Bewohner Surinames üben oft animistische Glaubenspraktiken aus.

    Der überwiegende Teil der Surinamesen lebt in der Küstenregion, über die Hälfte davon allein in der Hauptstadt des Landes, Paramaribo. Nach der Unabhängigkeit 1975 emigrierten etwa die Hälfte der im Land Geborenen in die Niederlande, was zur wirtschaftlichen und innenpolitischen Destabilisierung des Landes beitrug.

    Offizielle Landessprache ist Niederländisch, es wird auch verbreitet englisch gesprochen. Eine weitere Besonderheit stellt die kreolische Sprache Taki-Taki dar, die von vielen jüngeren Bürgern und natürlich von den Kreolen selbst gesprochen wird und als Lingua franca verbreitet ist.

    Die durchschnittliche Lebenserwartung in Suriname beträgt 70 Jahre; die Bevölkerung wächst aufgrund der relativ geringen Geburtenrate und der Abwanderung nur 0,6 % Prozent pro Jahr. 93 % der Surinamer über 15 Jahren können lesen und schreiben.

    Politisches System

    Suriname ist laut Verfassung von 1987 eine Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem, deren Rechtssystem auf dem der Niederlande und Frankreichs beruht. Der vom Parlament auf fünf Jahre gewählte Präsident (seit August 2010 Desiré Bouterse) nimmt auf Grund seiner umfangreichen Exekutivbefugnisse eine herausragende Stellung im politischen System ein. Ihm zur Seite gestellt ist ein 14-köpfiger so genannter Staatsrat, der zugleich als Kontroll- und Beratungsinstanz fungiert. Die 51 auf jeweils fünf Jahre vom Volk gewählten Mitglieder der Nationalversammlung haben gesetzgebende Funktion.

    Das Land ist in neun Distrikte und einen Hauptstadtdistrikt untergliedert.

    Wirtschaft

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) weist ein stetes Wachstum von über 4 % jährlich auf. Die Arbeitslosigkeit liegt unter 10 %. Suriname hat seine hohe Inflation durch die Abwertung und Kopplung des Suriname-Dollars an den US-Dollar Anfang 2011 in den Griff bekommen.

    Die Landwirtschaft, nur noch mit 9 % am Bruttoinlandsprodukt (BIP) beteiligt, ist auf den fruchtbaren Küstenbereich konzentriert. Reis, Bananen und Muskatnuss sind die Hauptanbaupflanzen, die teils in den Export gehen, teils im Land konsumiert werden. Die Tatsache, dass neun Zehntel des Landes mit Tropenhölzern bewachsen sind, gibt der Holzwirtschaft ein solides Fundament.

    Der dominierende Industriebereich (36 % des BIP) beruht zum großen Teil auf dem Bauxitabbau in den Minen des östlichen Hügellands. Er macht fast drei Viertel der Exporterlöse aus. Die Weiterverarbeitung zu Aluminium geschieht im Land, seitdem ein entsprechend dimensioniertes Kraftwerk zur Erzeugung der dafür nötigen Energie gebaut wurde. Weiter sind der Goldabbau und die Ölproduktion von Bedeutung.

    Die wichtigsten Handelspartner des Landes waren historisch bedingt stets die Niederlande; in den vergangenen Jahren stammten die Importe (Brennstoffe, Nahrungsmittel, Baumwolle und Konsumgüter) allerdings hauptsächlich aus den USA. Die Exporte (Bauxit, Aluminium, Gold, Rohöl) werden nach Norwegen, die USA und Frankreich geliefert.

    Der Tourismus stellt einen anwachsenden Sektor dar.

    Wichtigster Hafen ist Paramaribo; der internationale Flughafen des Landes befindet sich in Zanderij, etwa 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt.

    Währung ist der Suriname-Dollar (= 100 Cents).


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    Republiek Suriname
    Amtssprache

    Niederländisch

    Hauptstadt

    Paramaribo

    Staatsform Präsidialrepublik
    Fläche 163.465 km²
    Einwohner 440.000
    Währung Suriname-Dollar
    Zeitzone UTC -3 MEZ -4
    KFZ-Kennzeichen SME
    Internet-TLD .sr
    Telefonvorwahl 00597