Uruguay

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Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die "Republik Östlich des Uruguay" (República Oriental del Uruguay) liegt an der Ostseite Südamerikas und ist mit einer Fläche von 176 215 km² das zweitkleinste Land des Subkontinents (nach Suriname) und etwa halb so groß wie Deutschland. Im Norden und Nordosten grenzt das Land an Brasilien, im Südosten an den Atlantik, im Süden an den etwa 300 km ins Landesinnere reichenden Río de la Plata und im Westen an Argentinien. Der Fluss Uruguay gab dem Land seinen Namen.

Zwei Großlandschaften bestimmen Uruguay: Im Süden des Landes erstreckt sich entlang des Río de la Plata, der den gemeinsamen Mündungstrichter der Flüsse Uruguay und Paraná darstellt, ein ca. 120 km breites Tiefland mit fruchtbaren Lössböden. Sonst bestimmt ein flachwelliges Hügelland, das die Fortsetzung des brasilianischen Hochlands ist, die Landschaft. Nur etwa 10 % der Landesfläche liegen oberhalb von 200 m über dem Meeresspiegel. Im Osten erstreckt sich als höchste Hügelkette Uruguays die Cuchilla Grande mit dem Cerro de las Ánimas (501 m).

Der längste Fluss des Landes ist der Río Negro mit rund 800 km, der in Brasilien entspringt und in den Río Uruguay mündet. Dieser bildet auf einer Länge von rund 600 km die Grenze zum Nachbarland Argentinien (Gesamtlänge ca. 1 650 km).

Die Hauptstadt Montevideo liegt im Süden des Landes am Nordufer des Río de la Plata.

Klima

Das Klima in Uruguay ist subtropisch. In den Wintermonaten (Juni bis September) liegt die durchschnittliche Temperatur bei ca. 10 °C, im Januar bei durchschnittlich 23 °C. Es kann zu Kältelufteinbrüchen durch kalten Südwind (Pampero) kommen, dann sinken die Temperaturen innerhalb von wenigen Stunden um teilweise 20 °C ab. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt im Durchschnitt um die 1 000 mm jährlich, wobei die Niederschlagsmenge im Süden deutlich höher ist als im Norden des Landes. Die Regenfälle sind über das ganze Jahr verteilt, die größten Mengen fallen in den Monaten März und April.

Flora und Fauna

Die weiten Grasflächen der Campos werden heute vorwiegend als Weideflächen genutzt. Natürliche Wälder finden sich entlang der Flussläufe (Galeriewälder), insgesamt sind nur etwa 6 % der Landesfläche bewaldet. Die ursprüngliche Vegetation, die vor allem aus niedrigen Bäumen und Hartgräsern bestand, ist kaum noch vorhanden.

Der Bestand an Wildtieren ist rückläufig. Größere Säugetiere wie Jaguar und Puma kommen nur noch vereinzelt vor. Füchse, Hirsche, Gürteltiere, Wasserschweine, Flussotter und Kaimane leben unter anderem im Bereich der Flussläufe. Artenreicher ist die Vogelwelt, es kommen unter anderem Nandus, Kraniche, Reiher und Eulen vor.

Bevölkerung

Rund 3,42 Millionen Menschen leben in Uruguay, allein ein Drittel von ihnen im Großraum der Hauptstadt Montevideo (ca. 1,33 Millionen). Insgesamt leben fast 92 % der Bevölkerung in Städten. Die durchschnittliche Besiedlungsdichte liegt bei 19 Einwohner pro Quadratkilometer, ist in den ländlichen Regionen aber viel geringer. Die Bewohner Uruguays sind zum Großteil Weiße (knapp 90 %) meist spanischer Abstammung bzw. sind Nachkommen italienischer, französischer, britischer und deutscher Einwanderer. Die indianische Urbevölkerung (Charrua) gilt als ausgestorben. Mestizen (8 %), Schwarze und Mulatten bilden nur Minderheiten. Die Amtssprache ist Spanisch, indianische Dialekte kommen nicht mehr vor. Die Umgangssprache, die eine Mischung aus Spanisch und Portugiesisch darstellt, wird "Portunol" oder "Brazilero" genannt. Zwei Drittel der Bevölkerung Uruguays bekennen sich zur katholischen Kirche, religiöse Minderheiten sind Protestanten und Juden.

Uruguay gehört zu den "Wohlfahrtsstaaten" in Südamerika. Das Bildungs- und Sozialwesen im Land ist gut ausgebaut, so dass 98 % der Bevölkerung über 15 Jahren lesen und schreiben können. Für Kinder von sechs bis 15 Jahren besteht Schulpflicht. Die Lebenserwartung liegt bei durchschnittlich 76 Jahren, das Bevölkerungswachstum wird mit 0,3 % angegeben. Auch die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung ist vor allem in den Städten gut ausgebaut, in den ländlichen Gebieten teilweise unzureichend.

Politisches System

Uruguay ist laut Verfassung von 1967 eine präsidiale Republik. Staats- und Regierungschef ist der Staatspräsident (seit März 2010 José Mujica Cordano), der direkt vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wird (keine unmittelbare Wiederwahl möglich). Er benötigt für die Ernennung seines Kabinetts das Einverständnis des Parlaments.

Die Legislative liegt beim Parlament (Asamblea General), das aus zwei Kammern besteht: Der Senat (Camara de Senadores) hat 30 Sitze, die Mitglieder werden vom Volk für fünf Jahre gewählt, das Abgeordnetenhaus (Camara de Diputados) verfügt über 99 Sitze; auch hier werden die Mitglieder für eine Amtszeit von fünf Jahren vom Volk gewählt. Bedeutendste politische Parteien sind das Mitte-Links-Bündnis Frente Amplio (FA), das derzeit den Staatschef stellt, die mitte bis mitte rechts stehende Partido Nacional (Blancos) und die mitte rechts stehende Colorado-Partei (PC).

Das uruguayische Rechtssystem basiert auf dem spanischen Zivilrecht.

Uruguay ist in 19 Provinzen (Departamentos) gegliedert.

Wirtschaft

Das marktwirtschaftliche System des auftrebenden Schwellenlandes besitzt einen großen staatlichen Sektor. Das Wirtschaftswachstum betrug 2012 3,8 %. Die hohe Inflationsrate liegt um die 8 %. Die Arbeitslosenquote lag 2012 bei niedrigen 6,1 %.

Die Landwirtschaft erwirtschaftet rund ein Zehntel des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der mit Abstand bedeutendste Agrarbereich ist die Viehwirtschaft, deren Produkte mehr als die Hälfte der gesamten Exporterlöse erzielten. Mehr als drei Viertel der Landesfläche werden ganzjährig als Weideland vor allem für Rinder, Schafe und Pferde genutzt. Dabei dominieren Großbetriebe (Estanzias) mit mehr als 1 000 Hektar Land. Rund 7 % der Landesfläche werden für den Ackerbau verwendet, Hauptanbauprodukte sind Getreide, Zuckerrohr, Mais, Kartoffeln, Baumwolle, Erdnüsse, Reis, Gemüse und Obst. Der Fischfang ist für den Export von Bedeutung, die Forstwirtschaft spielt aufgrund der wenigen Waldbestände keine Rolle in der Wirtschaft.

Im industriellen Bereich wird ein Viertel des BIP erwirtschaftet. Die führenden Branchen sind die Nahrungsmittelverarbeitung, Zuckerherstellung und die Leder- und Textilherstellung. In Uruguay werden kaum Bodenschätze abgebaut.

Die meisten Menschen sind in der Dienstleistungsbranche beschäftigt (67 %), vor allem im Öffentlichen Dienst und im Bankenwesen. Im dritten Wirtschaftssektor fand in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum statt, auch aufgrund der positiven Entwicklung der Tourismusindustrie. Die Großzahl der Touristen kommt aus dem Nachbarland Argentinien. In der Nähe von Montevideo liegen einige der exklusivsten Badeorte Südamerikas.

Uruguay gründete 1991 zusammen mit Argentinien, Paraguay und Brasilien den "Gemeinsamen Markt des südlichen Teils Südamerikas" (MERCOSUR/ Mercado Común del Cono Sur), der die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Länder z.B. durch den schrittweisen Abbau von Zöllen verbessern soll. Sowohl beim Export (Fleisch, Getreide, Holz und Kork) als auch beim Import (Maschinen, Fahrzeuge, Erdöl) spielen die MERCOSUR-Länder eine bedeutende Rolle, gefolgt von China und den USA.

Die Infrastruktur in Uruguay ist gut ausgebaut. Größter Seehafen ist Montevideo, hier und bei Punta del Este gibt es internationale Flughäfen.

Währung ist der Urugayische Peso (= 100 Centésimos).


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República Oriental del Uruguay
Amtssprache

Spanisch

Hauptstadt

Montevideo

Staatsform Präsidiale Republik
Fläche 176.215 km²
Einwohner 3.420.000
Währung Urugayische Peso
Zeitzone UTC –3
KFZ-Kennzeichen ROU
Internet-TLD .uy
Telefonvorwahl 00598