Welterbe - Kölner Dom

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Köln, Dom[Westfassade des Kölner Doms]

Der Kölner Dom wurde erst 1996 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO aufgenommen. Damit würdigte die UNESCO den kulturellen Wert, den dieses Meisterwerk gotischer Architektur für die Menschheit hat. Der Dom zu Köln ist nach dem Ulmer Münster der zweitgrößte Kirchenbau Europas und heutzutage das meistbesichtigte Gebäude in Deutschland.

Erbaut wurde der heutige Dom zwischen 1248 und 1880. Anlass für die Erbauung war die Verlegung der Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln; der alte Dom war dem darauf folgenden Pilgeransturm nicht gewachsen.

Die erste Bauperiode erfolgte zwischen 1164 und 1530, dann wurde der Bau für über 300 Jahre unterbrochen. Erst 1842 wurde die Vollendung des Gebäudes weitergetrieben. Auch in diesem zweiten Bauabschnitt folgte man fast ausschließlich den Plänen der Dombaumeister des Mittelalters; nur die Fassade des Querhauses ist eine Schöpfung des 19. Jahrhunderts. Bei seiner Vollendung im Jahr 1880 war der Dom schließlich das höchste Gebäude der Welt – allerdings nur vier Jahre lang.

KölnerDomScreenshot2.jpg Imposant ist vor allem die riesige Westfassade mit dem 28 Meter hohen Mittelportal; sie misst etwa 7.000 Quadratmeter. Im Innenraum steht – hinter dem mittelalterlichen Hochaltar, im Zentrum des gotischen Doms – der Schrein der Heiligen Drei Könige, der bedeutendste und größte Reliquienschrein aus dem Mittelalter. In ihm werden die Gebeine der Heiligen Drei Könige aufbewahrt.

Das Ottonische Gerokreuz, neben der Mailänder Madonna das bedeutendste Gnadenbild des Doms, befindet sich an der Ostwand der Kreuzkapelle. Das Kreuz ist die erste erhalten gebliebene Monumentalfigur des gekreuzigten Jesu und gilt als Vorbild für nachfolgende Triumphkreuze mittelalterlicher Kirchen.

Im Dom befinden sich zwei Flügelaltäre: zum einen der Altar der Stadtpatrone, geschaffen vom Kölner Meister Stephan Lochner im Jahr 1442, der im Zentrum der Marienkapelle steht, und zum anderen der Klarenaltar aus dem 14. Jahrhundert.

Im 104 Sitze umfassenden, größten erhaltenen Chorgestühl des Mittelalters mussten stets zwei Plätze reserviert werden: einer für den Papst und einer für den Kaiser.

Der "dicke Pitter", wie er von den Kölnern genannt wird, hängt in der Glockenstube des Domes: Die St. Petersglocke ist mit 24.000 kg die größte freischwingende Kirchenglocke der Welt.

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Mit dem Kölner Dom hatte die UNESCO 2004 erstmals eine deutsche Stätte auf die Rote Liste der gefährdeten Denkmäler gesetzt – die visuelle Integrität der Kathedrale war durch geplante Hochhausbauten in der Umgebung gefährdet. Da die Bebauungspläne jedoch modifiziert und entschärft wurden, wurde der Dom zwei Jahre später wieder von der Liste entfernt.