Welterbe - Machu Picchu

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    Machu Picchu

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    Die Ruinen einer verlassenen Stadtanlage, auf einem Plateau inmitten des tropischen Waldes von Peru auf 2.400 Metern Höhe gelegen – das ist Machu Picchu, die verlorene Stadt der Inka. Seit 1983 gehört diese Stätte zum Weltkultur- und Weltnaturerbe der UNESCO.

    Der genaue Name der alten Inkastadt ist bis heute unbekannt; "Macho Picchu" bedeutet im Quechua nur "Alter Gipfel" und ist damit nicht viel mehr als die Beschreibung der Örtlichkeiten. Der Stadtkomplex liegt in Peru, im östlichen Teil der Anden über dem Urabamatal, etwa 80 Kilometer nordwestlich der Stadt Cuzco.

    Erbaut wurde die Stadt, die heute als "Machu Picchu" bezeichnet wird, vermutlich um 1440, zu Zeiten des Inkaherrschers Pachacútec Yupanqui . Da einige Gebäude unvollendet sind, wird davon ausgegangen, dass die Inka die Stadt überstürzt verlassen haben müssen. Auf jeden Fall lebten jedoch einige Jahrzehnte lang einige Hundert Inka in dieser abgelegenen Festungsstadt. Ob Machu Picchu ein heiliger Ort war, die Residenz des Inkaherrschers oder eine normale, einfach nur sehr abgelegene Inkastadt – über den genauen Zweck diese Orts können nur Vermutungen angestellt werden. Fest steht jedoch, dass der Ort über Jahrhunderte lang unentdeckt blieb, selbst die spanischen Konquistadoren ahnten nichts von der Existenz dieser Stadt in den Höhen des Urabamatals. Erst im Jahr 1911 wurde die Ruinenstätte von einer Expedition unter der Leitung des Amerikaners Hiram Bingham wiederentdeckt. Bingham war eigentlich auf der Suche nach der alten Inkastadt Vilvabamba, stieß dann aber auf die fast vollkommen überwucherten Ruinen von Machu Picchu und erkannte deren unschätzbaren kultur-historischen Wert. In den folgenden Jahren wurde die Ruinenstätte freigelegt und in den heutigen Zustand gebracht. Die 140 Gebäude des Stadtkomplexes sind erstaunlich gut erhalten, alleine die Dächer der Gebäude fehlen - sie waren wahrscheinlich aus strohähnlichen Materialien und haben deswegen die Jahrhunderte nicht überdauert.

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    Die Stadtanlage besteht zum einen aus einem landwirtschaftlichen Bereich, in dem sich zahlreiche Ackerbauterassen an den Hängen des Gipfels befinden. Da die alte Inkastadt so abgelegen in den Höhen der Andenwälder liegt, mussten ihre Bewohner vollkommen autark leben. Der andere Teil des Stadtkomplexes wird als der urbane Bereich der Anlage bezeichnet. Hier stehen die zahlreichen Gebäude der Stadt - einfache Wohnhäuser, Paläste, Tempel, auch Brunnen und Äquadukte, die heute noch Wasser führen. Die bedeutendsten Gebäude sind der Sonnentempel - ein halbrunder Turm, der wahrscheinlich für astronomische Zwecke genutzt wurde-, der Tempel der drei Fenster - ein nur dreiwändiger Raum, der aus riesigen Steinblöcken gebaut ist-, der große Haupttempel und der Palast der Prinzessin (Ñusta). Die höchste Anziehungskraft auf die Touristen hat jedoch der Platz, an dem der Intihuatana steht. Dieser Sonnenstein diente nicht wie oft angenommen als einfache Sonnenuhr; vielmehr konnte man damit den Standpunkt der Sonne in der Sonnenwende bestimmen. Außerdem hatte er für die Inka vermutlich einen hohen rituellen Wert. Viele Touristen schreiben dem Stein mystisch-spirituelle Kräfte zu - einige halten ihre Hand über den Stein, um seine magische Kraft aufzunehmen. Im Norden wird die Anlage vom Huayna Picchu (Quechua: "Junger Gipfel") 400 Meter überragt. Von hier oben hat man einen exzellenten Ausblick auf das gesamte Areal, der Aufstieg ist jedoch recht anstrengend.

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    Machu Picchu zählt zu den beliebtesten Touristenattraktionen Südamerikas; einige Tausend Besucher strömen täglich durch die Anlage. Die UNESCO als Hüterin über die Welterbestätte sieht diesen Andrang eher skeptisch: Der Bestand der Jahrhunderte alten Ruinen ist durch die Besuchermassen akut gefährdet. Eine Lösung könnte eine Regulierung der Besucherzahlen sein - der geplante Bau einer Seilbahn direkt auf das Plateau, um die recht unbequeme Anreise per Bahn und über den Inkapfad zu umgehen, wäre da jedoch eher kontraproduktiv.