Welterbe - Museumsinsel Berlin

Aus Länder-Lexikon.de

Museumsinsel Berlin

Die Museumsinsel Berlin liegt auf einem Areal zwischen Spree und Kupfergraben in Berlin-Mitte. Sie besteht aus fünf großen Gebäudekomplexen, von denen das Pergamonmuseum und das Alte Museum zu den meist besuchten Museen Berlins zählen. Die Museumsinsel in Berlin ist seit 1999 als Kulturdenkmal Teil des UNESCO-Welterbes.

Entstehung und Geschichte

Mit der Kanalisierung des linken Spreearmes im 17. Jahrhundert entstand der heutige Kupfergraben. König Friedrich Wilhelm II. griff 1797 den Vorschlag des Archäologen und Kunstprofessors Alois Hirt auf, ein Museum für die Ausstellungen antiker und neuzeitlicher Kunstschätze zu erbauen. 13 Jahre später bestimmte König Friedrich Wilhelm III. eine öffentliche und gut gewählte Kunstsammlung errichten zu lassen. Im Jahre 1822 legte Karl Friedrich Schinkel schließlich die Pläne für den Neubau vor.

Als erstes Gebäude entstand das Alte Museum im Jahre 1830 und war zugleich Preußens erstes öffentliches Museum. 1859 folgte das königlich-preußische Museum, welches heute unter dem Namen Neues Museum bekannt ist. Es folgte die Nationalgalerie, heute Alte Nationalgalerie, im Jahre 1876. Der Name Museumsinsel setzte sich Ende der 1870er-Jahre allgemein durch. Im 20. Jahrhundert wurde die Museumsinsel an der Spitze durch das Kaiser-Friedrich-Museum ergänzt, welches 1956 nach dem deutschen Kunsthistoriker und langjährigen Generaldirektor der Museen Wilhelm von Bode umbenannt wurde. Mit dem Pergamonmuseum im Jahre 1930 wurden die Bauten auf der Museumsinsel fertig gestellt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude der Museumsinsel zu über 70 % zerstört. Nach der Teilung Deutschlands begann man mit der Rekonstruktion der Museumsanlage, welche nun im Osten Berlins lag. Nur das am schwersten beschädigte Neue Museum wurde nicht in den Wiederaufbau mit einbezogen. Eine tatsächliche Instandsetzung der Museumsinsel konnte aber, aufgrund sehr hoher Kosten, erst nach der Wiedervereinigung verwirklicht werden.

Die Museen

Die Skulpturensammlung im Bode-Museum

Das Alte Museum gilt als ein architektonisches Meisterwerk und ist zugleich eines der bedeutendsten Bauwerke des Klassizismus. Es wurde in Anlehnung an die Antike, sogar in ausdrücklichem Rückgriff auf das römische Pantheon, errichtet. Durch einen Brand im Zweiten Weltkrieg wurde das Museum schwer beschädigt. Der Wiederaufbau dauerte bis 1966. Das Alte Museum beherbergt die Antikensammlung.

Nach 70 Jahren ist das Neue Museum seit Oktober 2009 wieder öffentlich zugänglich. Hier befinden sich das Ägyptische Museum mit der Büste der Nofretete, die Papyrussammlung, sowie das Museum für Vor- und Frühgeschichte.

Edouard Manet's Im Wintergarten in der Alten Nationalgalerie

Eine der bedeutendsten deutschen Sammlungen der Kunst des 19. Jahrhunderts kann man in der Alte Nationalgalerie besichtigen. Das Haus für Malerei und Skulpturen des 19. Jahrhunderts präsentiert unter anderem Werke der französischen Impressionisten Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir, sowie Gemälde der Romantiker Caspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel.

Das Bode-Museum an der Spitze der Insel vereint die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst und das Münzkabinett.

Das Pergamonmuseum beherbergt eine der bedeutendsten Antikensammlung der Welt, zudem das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst. Weltweit bekannt wurde dieses Museum durch den Pergamonaltar, das Markttor von Milet und das Ischtar-Tor.

Der Masterplan

Im Masterplan Museumsinsel wurde im Jahre 1999 beschlossen, die Folgen des Krieges und der Teilung Deutschlands durch aufwendige Sanierungs- und Umbauarbeiten des Ensembles zu beheben. Der Plan sieht vor, alle Bauten der Museumsinsel aufwendig zu saniert, die einzelnen Museen baulich zu einem Komplex zusammenwachsen zu lassen und ein neues Empfangsgebäude nach den Plänen des Architekten David Chipperfield zu errichten. Die vor 1990 geteilten Sammlungen werden zudem neu geordnet. Die Gesamtkosten werden sich auf ungefähr 1,5 Milliarden Euro belaufen.

Im Rahmen dieses Masterplans wurde bereits 2001 die Alte Nationalgalerie glanzvoll wiedereröffnet. Auch die Sanierung des Bode-Museums im Jahre 2006 und die Wiedereröffnung des Neuen Museums 2009 wurden bereits verwirklicht. Eine Neuheit bildet die „Archäologische Promenade“, durch welche die Museen, auf der bisher für Verwaltung genutzten Ebene, miteinander verbunden werden.

Als zentrales Besucherzentrum ist die James Simon-Galerie geplant. Diese soll die Besucherströme verteilen und die zentralen Servicefunktionen übernehmen.